Hauseigentümer müssen Abwasserkanäle überprüfen lassen

Gestaffelte Fristen bis 2025

Risse, Wurzeleinwuchs, verschobene Rohrverbindungen – Experten gehen davon aus, dass viele private Abwasserleitungen undicht sind, bei Altbauten sogar mehr als 60 Prozent. Das Land verpflichtet jetzt per Gesetz alle Grundstückseigentümer, ihre Abwasserleitungen überprüfen zu lassen.

AHAUS

von von Stefan Grothues

, 29.03.2011, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine ferngelenkte Kamera, wie sie für die Überprüfung von Abwasserkanälen eingesetzt wird.

Eine ferngelenkte Kamera, wie sie für die Überprüfung von Abwasserkanälen eingesetzt wird.

Fragen und Antworten Wer nicht gerade im Wasserschutzgebiet wohnt hat mit der Dichtheitsprüfung noch ein wenig Zeit. Nachfolgend Fragen und Antworten zur Überprüfung der Abwasserleitungen:

Fragen und Antworten Wer nicht gerade im Wasserschutzgebiet wohnt hat mit der Dichtheitsprüfung noch ein wenig Zeit. Nachfolgend Fragen und Antworten zur Überprüfung der Abwasserleitungen:

Wer muss die Abwasserleitungen auf Dichtigkeit prüfen lassen? Das Landesabwasser schreibt allen Hauseigentümern die Dichtheitsprüfung bei Neubau oder Änderung von Abwasserleitungen vor. Die Prüfung muss alle 20 Jahre wiederholt werden. Auch die Stadt als Kanaleigentümerin muss ihre öffentlichen Abwasserleitungen überprüfen.

Bis wann muss die Erstüberprüfung erfolgen? Das Gesetz legt eine Frist bis zum 31. Dezember 2015 fest. Die Kommunen können aber abweichende Zeiträume bis ins Jahr 2025 beschließen. Ahaus legt in der noch nicht beschlossenen Satzung einen gestaffelten Zeitplan fest: › 2012-2015: Wasserschutzgebiete › 2013-2015: Gewerbe › 2016-2019: Ahaus Mitte › 2017-2020: Ahaus Ost › 2016-2021: Ahaus West/Nord › 2020-2022: Wüllen › 2021-2023: Alstätte › 2022-2024: Ottenstein › 2024-2025: Wessum › 2025:           Graes Hausbesitzer können die Prüfung freiwillig auch vorziehen – zum Beispiel im Zuge von ohnehin anstehenden Renovierungsarbeiten.

Was genau muss überprüft werden? Grundstückseigentümer müssen die Abwasserleitung im Erdreich zwischen Hauptkanal und Hausinstallation überprüfen lassen. Regenwasserleitungen müssen nicht überprüft werden.

Von wem und wie wird die Überprüfung durchgeführt? Der Grundstückseigentümer muss einen zugelassenen Sachverständigen beauftragen, der entweder eine Druckprüfung oder eine Kamerainspektion vornimmt. Bei der Prüfung bestehender Leitungen reicht in der Regel die weniger aufwendigere Kameraprüfung.Was kostet die Überprüfung? Für ein Einfamilienhaus wurden die Kosten im Stadtentwicklungsausschuss auf 300 bis 500 Euro beziffert, für ein Mehrfamilienhaus können sie vierstellig sein.Gibt es Möglichkeiten, die Kosten zu senken? Nachbarschaften könnten sich zusammenschließen, um günstigere Angebote zu erhalten. Verbraucherschützer warnen aber vor „Abwasserhaien“. Es häuften sich Berichte über mangelhaft durchgeführte Dichtheitsprüfungen und überteuerte Sanierungsleistungen.Und was ist, wenn bei der Überprüfung Undichtigkeiten festgestellt werden? Dann wird es deutlich teurer. Eine Reparatur der Kanälle kann sehr viel mehr kosten als die Überprüfung. Außerdem, so Bürgermeister Felix Büter, könnte sich noch ein anderes Problem ergeben: Undichte Kanäle wirken wie eine Drainage und senken künstlich den Grundwasserspiegel. Werden sie repariert, könnte der Grundwasserspiegel steigen. Dies kann besonders bei älteren Gebäuden zu feuchten Kellern führen.Wo gibt es nähere Informationen? Die Stadt Ahaus will demnächst auf ihrer Homepage und mit Informationsveranstaltungen Fragen der Bürger beantworten. Außerdem ist die Einrichtung einer Stelle im Rathaus allein für die Beratung der Bürger geplant. Dadurch erhöht sich die Abwassergebühr um rund 2,5 Cent je Kubikmeter Abwasser. Informationen gibt es auch auf der Homepage des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.   www.sadipa.nrw.de 

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