Familien mit Kindern haben am Sonntag die Bilanz der drei Geburtstagskonzerte der Musikerinitiative Ahaus gerettet: Der Freitag und Samstag war nur mäßig besucht. Am Sonntagmittag mit der Band "Heavysaurus" wurde dafür umso lauter gefeiert. © Stephan Rape
Musikerinitiative Ahaus

Heavysaurus rocken das Aquahaus, insgesamt feiern nur Wenige mit der Mia

Die Mia hat ihren 30. Geburtstag gefeiert. Mit durchwachsenem Erfolg. An zwei Tagen kamen nur wenige Besucher zu den Konzerten. Aber am Sonntag wurde gerockt – mit echten Dinosauriern.

Micky Mäuse – knallbunte Gehörschützer – sind am Sonntagmittag das beliebteste Accessoire am letzten der drei Konzerttage zum 30-jährigen Bestehen der Musikerinitiative Ahaus.

Denn auf der Bühne stehen „Heavysaurus“, eine fünfköpfige Band, die zwar kindgerechte Texte singt, sie aber nach allen Regeln der Kunst mit Heavy Metal-Melodien spielt. Und Heavy Metal muss vor allem eins sein: laut. So laut, dass die Eltern im Publikum die Ohren ihrer Kinder sicherheitshalber schützen.

Die gute Laune stört das nicht einen Moment: „Mr. Heavysaurus“ (Gesang), „Riffi Raffi“ (Gitarre), „Muffi Puffi“ (Bass), „Komppi Momppi“ (Schlagzeug) und „Milli Pilli“ (Keyboards) haben ihr junges Publikum schnell in den Bann gezogen: Die Profimusiker in Dinosaurier-Kostümen lassen die Gitarren kreischen und die Bässe donnern – und die Kinder vor der Bühne feiern begeistert mit.

Dinos auf der Bühne, Kinder und Eltern davor in Feierlaune: Über 300 Zuschauer waren am Sonntagmittag im Aquahaus. Für 500 wäre laut der ursprünglichen Sicherheitskonzepte Platz gewesen. Durch die Lockerungen vom vergangenen Freitag hätten noch mehr Besucher feiern können.
Dinos auf der Bühne, Kinder und Eltern davor in Feierlaune: Über 300 Zuschauer waren am Sonntagmittag im Aquahaus. Für 500 wäre laut der ursprünglichen Sicherheitskonzepte Platz gewesen. Durch die Lockerungen vom vergangenen Freitag hätten noch mehr Besucher feiern können. © Stephan Rape © Stephan Rape

Sogar das Wetter spielt mit: Gerade mal eine Stunde vor dem großen Auftritt war ein regelrechter Wolkenbruch herunter gekommen. Doch pünktlich zum Aufbau von Heavysaurus brach die Wolkendecke auf und die Sonne sorgte für bestes Live-Konzert-Wetter.

Evakuierungsplan für schlechtes Wetter wurde nicht gebraucht

„Der Evakuierungsplan lag schon bereit“, sagt Eva Vehring, Vorsitzende der Musikerinitiative Ahaus, die mit den Konzerten im Aquahaus ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert hat. Schließlich gab es Warnungen vor einem größeren Gewitter, das genau über Ahaus ziehen sollte. „Das hat sich zum Glück verzogen“, erklärt die Vorsitzende.

A propos Konzept: Das hat an allen drei Konzerttagen im Aquahaus gut funktioniert. „Wir haben davon profitiert, dass wir unser Corona-Konzept auf das absolute Maximum ausgelegt hatten“, sagt Eva Vehring. Nach den Lockerungen vom vergangenen Freitag seien viele Vorsichtsmaßnahmen aber gar nicht mehr nötig gewesen. „Es hätte gereicht, einfach nur auf die drei ‚G‘ zu achten“, sagt Eva Vehring. Also zu kontrollieren, ob die Besucher negativ getestet, genesen oder geimpft sind.

Insgesamt eine durchwachsene Bilanz für die Mia

So gut der Sonntagmittag für die Mia auch gelaufen ist, insgesamt ist die erste Bilanz von Eva Vehring am Sonntag durchwachsen: Die Vorsitzende der Musikerinitiative Ahaus blickt auf bescheidene Besucherzahlen am Freitag und Samstag. Jeweils gerade einmal um die 200 Besucher seien da zu den Konzerten ins Aquahaus gekommen.

Über 300 Besucher haben am Sonntagmittag vor der Bühne im Aquahaus gefeiert. Insgesamt war die Resonanz auf die drei Konzerttage aber eher durchwachsen.
Über 300 Besucher haben am Sonntagmittag vor der Bühne im Aquahaus gefeiert. Insgesamt war die Resonanz auf die drei Konzerttage aber eher durchwachsen. © Stephan Rape © Stephan Rape

„Ich weiß wirklich nicht, wo wir noch Werbung machen sollen“, gibt sie zu. Das Wetter habe gepasst, an zu hohen Eintrittspreisen könne es in diesem Jahr auch nicht liegen und auch die Musikauswahl habe gepasst. Erstmals hatte die Mia dazu an drei Tagen unterschiedliches Publikum angesprochen: Freitags mit Rock und Punk, Samstag mit Pop und Sonntag eben mit Musik für Familien mit Kindern.

Für ein endgültiges Resümee sei es natürlich noch zu früh, ergänzt sie, während die letzte Band gerade den Soundcheck macht. Vielleicht in einer Woche, wenn auch der Abbau abgeschlossen ist, könne sie dazu mehr sagen.

Guter Ablauf hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen habe alles gut funktioniert, das Team habe viel Spaß gehabt. Nur am Ende bleibt eben ein bitterer Nachgeschmack: „Bei der Menge an Arbeit hätten wir uns natürlich über mehr Publikum gefreut“, sagt sie.

„Wir werden sehen, was wir mit der Erfahrung machen“, fügt sie dann hinzu. Am Ende müsse man eben auch sehen, was ein Ort wie Ahaus an Konzertprogramm brauche und was nicht. Dann schiebt sie die eher düsteren Gedanken aber beiseite. Denn so viel ist klar: Der Sonntag ist eine riesige Party: Für die Kinder vor der Bühne, für ihre Eltern etwas weiter hinten und für die Mia.

Eine Party, die in diesem Jahr neben vielen Sponsoren auch von der Stadt Ahaus unterstützt wurde: 15.000 Euro hatte die Stadt beigesteuert. Geld das für kulturelle Veranstaltungen vorgesehen war, die im vergangenen Jahr nicht ausgegeben werden konnten.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.