Nach langer Planung: In Graes öffnet das Dorfgemeinschaftshaus wohl im Oktober

Backhaus in Graes

Das neue Dorfgemeinschaftshaus neben Hefflers Kotten öffnet im Oktober. Das hofft zumindest Bernhard Wessling, Vorsitzender des Heimatvereins.

von Andreas Bäumer

Ahaus-Graes

, 31.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Backhaus soll nun endlich im Oktober eröffnen. Das hofft zumindest Bernhard Wessling, Vorsitzender des Heimatvereins.

Das Backhaus soll nun endlich im Oktober eröffnen. Das hofft zumindest Bernhard Wessling, Vorsitzender des Heimatvereins. © Andreas Bäumer

Bis auf die Möbel, Installationen, Ofenfries und die Treppe steht das neue, alte Backhaus in Graes schon und ergänzt dort das Ensemble um das Heimathaus. Der ursprüngliche Plan war, es Mitte August beim Graeser Markt zu eröffnen, doch das hat sich auf den Oktober verschoben. Bernhard Wessling, erster Vorsitzender des Graeser Heimatvereins, scheint dies zu nehmen, wie es kommt. Immerhin endet dann eine Baugeschichte die 2007 begann.

Damals zerstörte Kyrill das Haus Averkotte auf dem Hof Berning so stark, dass die Besitzer es nicht mehr aufbauen wollten. Das Gebäude von 1875 wurde also abgebaut und die Backsteine eingelagert, schon damals mit dem Gedanken, sie für ein Dorfgemeinschaftshaus am Hefflers Kotten zu nutzen. Auch vom Sturm gefällte Eichen übernahm der Heimatverein. Acht Jahre vergingen, bis 2015 die Planung des Gebäudes begann.

Die Stadt wurde Bauherr

Weil der Bau aus dem EU-Topf für ländliche Entwicklung gefördert werden sollte, wurde die Stadt Ahaus Bauherr. Das Bauvolumen betrug brutto rund 320000 Euro, förderfähig waren davon rund 240000 Euro. 65 Prozent von diesem Betrag trug die EU, den Rest teilten sich Stadt und die in der Fachgruppe Hefflers Kotten zusammengeschlossenen Graeser Vereine.

Die Fachgruppe trägt geschätzt 30000 Euro Eigenbeteiligung brachte das Material im Wert von rund 15000 Euro dazu. Auch Graeser Privatpersonen und Firmen spendeten 30000 Euro für nicht förderfähige Einrichtung, wie zum Beispiel eine Knetmaschine. Im Herbst 2017 begann der Bau und aus den Eichen ist inzwischen eine sehr massive Decke geworden. Insgesamt hat das Gebäude zwei volle Stockwerke plus Dachboden.

Im Erdgeschoss sollen Backvorführungen mit dem neuen Steinbackofen stattfinden. Dieser 1,60 Meter tiefe Ofen ist durch die Ofensetzerei Neugebauer aus Nordwalde bereits eingebaut worden und hat die nötige Zeit zum Setzen hinter sich. Ein Mitarbeiter der Ofensetzerei wird ihn das erste Mal anfeuern. Im ersten Stock wird das Foto- und Filmarchiv Graes Platz finden. Dort werden Aufnahmen aus Graes unterkommen, die der Videoclub in den vergangenen dreißig Jahren gesammelt hat, unter anderem auch Super 8-Filme. Der Videoclub wird hier auch Sprechstunden abhalten.

Der Fluch der kleinen Baustelle

Die lange Bauzeit führt Bernhard Wessling auch darauf zurück, dass fast alle Bautätigkeiten öffentlich ausgeschrieben werden mussten, selbst solch kleine Aufträge wie die Endreinigung. Gerade in einer Hochkonjunktur-Phase sei es schwer, für kurze Arbeiten wie diese Anbieter zu finden.

Sebastian Gruber, Projektverantwortlicher im Bauamt der Stadt Ahaus, kennt solche Probleme. Er beschreibt das als den „Fluch der kleinen Baustelle“. Hier könne nicht parallel gearbeitet werden und wenn dann ein Gewerk ausfiele, müssten andere Gewerke länger warten. Die Betriebe würden dann zunächst Arbeiter und Maschinen abziehen.

Sowohl die Verantwortlichen bei der Stadt, als auch Bernhard Wessling sind jedoch zuversichtlich, dass die Eröffnung im Oktober stattfinden wird.

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