So lernt es sich an der Helene-Helming-Schule in Ahaus

Montessorischule

Der Schulalltag an der Helene-Helming-Schule in Ahaus ist geprägt von der Montessori-Pädagogik. Was das bedeutet, sagen Schüler, die Schulleiterin und eine Mutter.

Ahaus

12.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
So lernt es sich an der Helene-Helming-Schule in Ahaus

Oskar Brüning und seine Mutter Sabine, Mia Mara Müller, Alva-Mai Blisniewski und Maria Terhalle (v.l.), Leiterin der Helene-Helming-Schule. © Christian Bödding

Seit 2010 gibt es die Helene-Helming-Schule als Ganztagsschule an der Wessumer Straße in Ahaus. Die Montessorischule bietet gemeinsames und inklusives Lernen für alle Grundschulkinder.

Wie es sich an der Schule lernt, das wissen Alva-Mai Blisniewski (11), Mia Mara Müller (11) und Oskar Brüning (10) noch ganz genau. Alva-Mai besucht heute die Canisiusschule, Mia Mara das Alexander-Hegius-Gymnasium und Oskar die Irena-Sendler-Gesamtschule.

„Ein anderer Lernweg“

Die Montessori-Pädagogik legt besonderen Wert darauf, dass jedes Kind sich zu einem verantwortungsbewussten und sozialen Mitglied der Gesellschaft entwickeln kann. Grundlage des Unterrichts ist der Lehrplan NRW, „nur der Lernweg ist ein anderer“, sagt Schulleiterin Maria Terhalle. Die Lehrer würden sich im Unterricht eher im Hintergrund halten.

Das Ziel der speziellen Didaktik: die Kinder sollen sich selbst mit den Themen auseinandersetzen und Lerninhalte erfahren. „Jeder arbeitet in seinem Tempo“, erklärt Maria Terhalle. Gelernt wird in altersübergreifenden Lerngruppen, individuell auf den Schüler abgestimmt, eine Klassenbildung gibt es nicht. Da kann es zum Beispiel sein, dass drei Wochen lang im Block Kunst, Musik und Religion gepaukt wird, danach dann drei Wochen Deutsch und Mathe.

„Vertrauen ist wichtig“

„Aus Elternsicht ist dabei Vertrauen sehr wichtig“, sagt Sabine Brüning, die Mutter von Oskar. „Zu Beginn der Schulzeit bekommt man doch eher wenig von dem mit, was in der Schule passiert.“ Das sei erst bei der Lernzielkontrolle der Fall. Im Rückblick auf ihre Zeit an der Helene-Helming-Schule gefiel Alva-Mai vor allem das harmonische Schulleben und die Arbeit in kleinen Gruppen. „Die Arbeitsgemeinschaften waren super“, sagt Oskar Brüning. „Und insgesamt die Schulgemeinschaft. Jeder hat sich hier gegenseitig geholfen.“

Soziales Miteinander

Mia Mara erinnert sich an das gute Verhältnis zu den Lehrern und Erziehern. „Das soziale Miteinander hat hier einen ganz hohen Stellenwert“, sagt Maria Terhalle dazu. Was die Helene-Helming-Schule auszeichnet? „Dass die Kinder selbstständig sein können“, antwortet die Schulleiterin. „Entdeckendes Lernen“, nennt sie das. Doch diese Selbstständigkeit müssten die Montessori-Schüler auf den weiterführenden Schulen allzu oft wieder aufgeben.

Das Lerntempo werde vorgegeben, der Stundenplan reglementiere zusätzlich. Sabine Brüning: „Montessori-Pädagogik heißt, lernen, es selbst zu tun.“ In der weiterführenden Schule bleibe davon nichts. „Entweder werden die Superguten ausgebremst oder die anderen kommen nicht mit.“

84 Schüler

84 Schüler aus Ahaus, Stadtlohn, Gronau, Epe, Metelen und Heek besuchen die Helene-Helming-Schule. Sabine Brüning will Eltern ermutigen, ihr Kind an der Schule anzumelden, zum neuen Schuljahr gibt es 23 Neuzugänge. Maria Terhalle weiß um die Bedenken mancher Eltern. „Wir werden als Förderschule gesehen, sind aber eigentlich eine Regelschule, die inklusiv arbeitet.“

Eine Schule, die sogar die Ferienbetreuung (kostenpflichtig) sicherstellt. Bis auf die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester können die Schüler in den Oster-, Sommer- und Herbstferien werktäglich zwischen 7 und 17.30 Uhr betreut werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt