Herbert Knebel (l.) mit seiner neuen Liebe, der E-Gitarre, und Ozzy Ostermann stand am Freitag mit seinem Programm "Im Liegen geht's" auf der Bühne der Ahauser Stadthalle. © Elvira Meisel-Kemper
Stadthalle Ahaus

Herbert Knebel lockte seine Fans mit neuem Programm „Im Liegen geht‘s“

Lange war die Stadthalle in Ahaus nicht mehr so voll wie am Freitagabend. Entsprechend groß war der Jubel als Herbert Knebel mit seinem neuen Programm „Im Liegen geht‘s“ auf die Bühne kam.

Was so gemütlich klang, gestaltete sich auch manchmal so. Denn eines hat Knebel nicht verlernt, das Erzählen von Geschichten aus seinem Leben, die immer wieder – trotz ihrer Langatmigkeit – Kopfkino entzündeten und zu Lachern im Publikum führten.

Sein Arzt sei allerdings gegen diese Gemütlichkeit, denn er solle sich mehr bewegen. Kniebeugen waren nicht so sein Ding, weshalb er im Supermarkt auch nicht an die „Bückware“ herankomme. Nordic Walking wollte er auch nicht machen, da er nicht am Stock gehen wolle. Der Versuch mit der Wassergymnastik scheiterte ebenso.

Allein dieser Schlenker vom überhöhten Blutdruck dank der reizenden Sprechstundenhilfe und der mangelnden Beweglichkeit beim Arzt markierten seinen ganz eigenen Stil.

Geschichten aus dem Eheleben

Das Eheleben mit seiner Guste beschrieb er ebenso. Verhütungsmittel seien trotz ihres reiferen Alters dennoch ein Thema, denn eine Freundin seiner Frau sei noch nach den Wechseljahren schwanger geworden. „Erst haben wir abgebrochen, dann die Pille abwechselnd genommen. Die habe ich nicht vertragen. Wir haben alles ausprobiert, auch die Spirale. Da bin ich immer hängen geblieben!“, war nur eine Geschichte dazu, durch die er die Lacher mal wieder auf seiner Seite hatte.

An Knebels Seite trat immer wieder Ozzy Ostermann auf, der mit seiner dümmlich gespielten Art und seiner merkwürdigen Perücke dennoch ein Gitarrenspiel vom Feinsten hinlegte. Auch er gehört schon seit Jahren zum Programm bei Knebel aus den Zeiten des „Affentheaters“.

Seelsorgerischer Rat für die Nachbarn

Früher habe Knebel sogar Seelsorger werden wollen, deshalb kämen Nachbarn und Freunde auch immer wieder zu ihm mit ihren Sorgen und Problemen. Ein Nachbar brauchte Hilfe, weil er in seinem Garten einen Metallkörper in Form einer amerikanischen Bombe entdeckt hatte. Knebel bot dem Mann vom Kampfmittelräumdienst die passende Lösung: „Der Ami hat Linksgewinde.“

Auch als eine Frau in seinem Umfeld Witwe wurde, stellte er sich als Fahrlehrer auf dem „Idiotenhügel“, so nannte er den Verkehrsübungsplatz, zur Verfügung. Allerdings merkte er erst spät, dass es ein Automatikwagen war ohne die übliche Handbremse. Lösungen fand Knebel immer, wenn auch auf Umwegen.

Wiederholungen aus dem Programm schmälern Beifall nicht

Als er seine neue Liebe, die E-Gitarre, entdeckte und mit Ostermann abrockte, waren die Zuschauer erst recht begeistert. Wer Herbert Knebel schon öfter erlebt hatte, entdeckte allerdings auch einige Gags, die der 67-jährige Kabarettist schon in früheren Programmen zum Besten gab. Das bremste die überschäumende Begeisterung allerdings nur geringfügig aus. Beifall war am Ende der verdiente Lohn für Knebel und Ostermann, den sie sichtlich genossen.

Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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Elvira Meisel-Kemper

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