Herr über 25,5 Millionen

AHAUS/VREDEN Schon zu Jahresbeginn ist die Fusion der Rendanturen der Dekanate Ahaus und Vreden offiziell erfolgt. Ab heute auch räumlich: Das Team der Zentralrendantur Vreden ist an die Hamalandstraße nach Wessum umgezogen. Anne Winter-Weckenbrock sprach mit Heinz Gewering, dem Leiter der Zentralrendantur für die Dekanante Ahaus-Vreden, über die neue Struktur.

25.03.2009, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herr über 25,5 Millionen

<p>Heinz Gewering (sitzend), Leiter der Zentralrendantur für die Dekanate Ahaus-Vreden in Wessum, mit seinem Vorgänger im Amt, Erich Münstermann. Bütterhoff</p>

Herr Gewering, was ist eigentlich eine Zentralrendantur und welche Aufgaben hat sie?

Gewering (schmunzelt): Ich schätze, 90 Prozent der Bevölkerung kann mit diesem Begriff nichts anfangen. Eine Zentralrendantur ist die Verwaltungseinrichtung der katholischen Kirchengemeinden. Wir verwalten beispielsweise das Personal, und die vielen Einrichtungen vom Kindergarten bis zur Bücherei in den Dekanaten Ahaus und Vreden. Was wir nicht machen ist Anmeldungen zur Kinderkommunion oder Messebestellungen anzunehmen. Dafür sind die Pfarrbüros zuständig.

Der Sitz ist in Wessum, aber die Trägergemeinde ist St. Georg Vreden?

Gewering: Ja, so ist es. Die Zentralrendantur ist eine Einrichtung der Kirchengemeinde St. Georg. Die 17 Mitarbeiter sind bei St. Georg angestellt. Die anderen Kirchgenemeinden schließen sich an, und die Finanzierung unserer Personal- und Sachkosten erfolgt über eine Umlage.

Wie kam es zur Fusion?

Gewering: Bistumsweit werden Zentralrendanturen zusammengelegt, wo es möglich ist. Erich Münstermann, der Leiter der Zentralrendantur Ahaus, geht nun in Altersteilzeit, da bot sich für das Bistum die Fusion an. Im Bistum ist unsere die insgesamt vierte Rendantur-Fusion, die fünfte ist in Planung.

Wo sehen Sie Nachteile, wo Vorteile der Fusion?

Gewering: Es geht zwangsläufig Ortsnähe verloren. Im Dekanat Vreden kenne ich jede Einrichtung - das war ein Vorteil für uns als Dienstleister und für die, die die Dienstleistung annehmen. Wir waren auch Koordinator der Kirchenvorstände vor Ort.

Diese Nähe ist bei der Anzahl der Kirchengemeinden nicht beizubehalten?

Gewering: Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Das Dekanat Ahaus ist doppelt so groß wie das Dekanat Vreden. 18 Kindergärten und Leiterinnen kann man kennen - bei 55 wird das schon schwieriger. Gerade in der ersten Zeit habe ich aber vor, möglichst alle Kirchenvorstandssitzungen persönlich zu besuchen. Alle - das wären allerdings 110 in 2009. Das ist alleine nicht zu schaffen. Auf Dauer werden wir mit einem Team von vier Leuten den Kontakt halten.

Aber es gibt auch Vorteile?

Gewering: Auf jeden Fall. Zum Einen können nun im großen Team Fehlzeiten besser aufgefangen werden. Zum anderen haben wir einen Diplom-Ingenieur im Team, das ist ein großer Vorteil. Kleinere Maßnahmen können wir nun selbst planen. Im großen System ist eine Spezialisierung möglich.

An das große System müssen sich aber die Mitarbeiter wohl noch gewöhnen...

Gewering: Unsicherheiten gibt es bestimmt auf beiden Seiten. Arbeitsgebiete werden ja zum Teil neu aufgeteilt. Und bei den Vredenern herrschte schon Wehmut beim Kisten packen in den vergangenen Tagen. Das ist ja menschlich. Aber zwei Systeme profitieren doch auch voneinander. Was in Vreden und Ahaus jeweils besser lief, sollte übernommen werden. Wir nehmen die Dinge wie sie sind und kommen und schauen positiv nach vorne.

Seit wann sind Sie in der Verwaltung tätig?

Gewering: Ich habe bei der Stadtverwaltung Vreden meine Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt gemacht und dann zwölf Jahre im Rathaus gearbeitet. 1990 bin ich in die Zentralrendantur Vreden gewechselt und wurde dort stellvertretender Leiter. 1995 habe ich dort die Nachfolge von Josef Lepping als Leiter der Zentralrendantur übernommen.

Welche Losung geben Sie als Leiter der Zentralrendantur für die Dekanate Ahaus und Vreden aus?

Gewering: Ich sehe uns als Dienstleister für die Kirchengemeinden, für deren hauptamtlichen, aber auch ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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