Hilfe für Corona-Risikogruppen: Ellena Molnar (15) geht für ihre Nachbarn einkaufen

mlzHilfe für Nachbarn

Die 15-jährige Ellena Molnar möchte ihre Nachbarn vor dem Coronavirus schützen. Daher hat sie nun angeboten, für die, die zu einer der Risikogruppen gehören, einkaufen zu gehen.

Ahaus

, 17.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leere Supermarktregale, zahlreiche abgesagte Veranstaltungen und immer mehr infizierte Menschen: Die Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie scheinen derzeit weitestgehend negativ zu sein. Doch es gibt auch Positives zu berichten: Zum Beispiel den Zusammenhalt der Bürger und die Unterstützung untereinander. Die 15-jährige Ahauserin Ellena Molnar bietet nun an, für ihre Nachbarn einkaufen zu gehen, damit diese sich nicht irgendwo mit dem Virus anstecken.

Im Eingangsbereich des Hauses hängen zwei Zettel direkt neben den Briefkästen. Auf dem einen Blatt Papier ist mehrmals eine Handynummer notiert, einige Streifen sind schon abgerissen worden. Auf dem daneben hängenden Zettel richtet Ellena Molnar einige Sätze an ihre Nachbarn und Nachbarinnen und bietet ihnen an, für sie einkaufen zu gehen.

Ungewohnter Alltag ohne festen Stundenplan

Es gebe einige ältere Menschen in ihrer direkten Nachbarschaft, erzählt die Achtklässlerin des Alexander-Hegius-Gymnasiums. Diese gelten momentan aufgrund des Coronavirus als Risikogruppe. Vor allem auch um diese Menschen zu schützen, wurden einige Betriebe wie Kinos oder Kneipen komplett geschlossen und ruhen aktuell so viele öffentliche Institutionen.

Jetzt lesen

Ellena Molnar gehört zu den zahlreichen Schülern, die seit Montag nicht mehr zur Schule gehen dürfen und nur noch von Zuhause aus Schulaufgaben machen. Die Situation ist für alle ungewohnt. „Irgendwie ist das nicht so toll“, sagt sie. In ihren eigenen vier Wänden sei sie deutlich häufiger abgelenkt, wenn sie eigentlich lernen sollte. Einen Vorteil hat aber auch die junge Schülerin erkannt: „Morgens wachen wir natürlich etwas später auf“, sagt sie lächelnd.

Ellena Molnar will ihre Freizeit nutzen, um Gutes zu tun

Genug Aufgaben gebe es aber. Nur wann sie und ihre Mitschüler diese bearbeiten, können sie etwas selbstständiger entscheiden. „Wir haben nicht von 13 bis 14 Uhr oder so Zeit“ für bestimmte Aufgaben, erklärt sie, „sondern können das bis 18 Uhr an unsere Lehrer schicken“. Wer sich die Arbeit gut einteilt, kann also noch reichlich Zeit für andere Dinge haben.

Und Ellena Molnar hat sich dazu entschieden, in ihrer Freizeit für ihre Nachbarn einkaufen zu gehen, damit diese weniger Kontakt mit möglicherweise kranken Menschen haben. „Die Idee kam mir in der Klasse“, sagt sie. Dort sei in der vergangenen Woche viel über das Thema gesprochen worden. Am vergangenen Freitag, 13. März, habe sie dann die Zettel im Flur angebracht.

Keine Angst vor einer Ansteckung

Zwar haben sich schon einige ihre Telefonnummer abgerissen, doch viele Anrufe habe sie noch nicht bekommen. „Ich kann mir vorstellen, dass noch nicht so viele etwas brauchen“, erklärt sie. Doch sie glaubt, dass die Nachfrage in Zukunft steigen könnte. Sollten bald deutlich mehr Nachbarn fragen, ob sie für sie einkaufen gehen kann, wäre das für sie auch kein Problem, sagt die 15-Jährige.

Generell sei das „keine große Sache für mich“. Etwa zehn Minuten brauche sie zu Fuß zum nächsten Supermarkt. Wenn die Aufträge mehr und größer werden, könne sie aber auch auf Hilfe aus der Familie bauen. Ihre Mutter, die aktuell Urlaub hat, könne sie dann beispielsweise mit ihrem Auto unterstützen, um mehr Lebensmittel transportieren zu können. Und „ich würde es mir dann einteilen“, erklärt sie. Mehrere tägliche Gänge zum Supermarkt seien für sie kein Problem.

Jetzt lesen

Angst davor, sich selbst mit dem Coronavirus zu infizieren, hat sie derweil nicht. „Ich gehöre nicht zur Risikogruppe“, sagt Ellena Molnar. Und ohnehin „werde ich nur ganz selten krank“.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt