Hörgenuss mit Klangfülle

Kreisorchester

AHAUS Bei soviel geballter Ladung an wohldosierter Musikalität war es für die Augen und für die Ohren des Publikums am Sonntag wohl besser, dass sie sich nicht in den ersten drei Reihen des Saales der Stadthalle in Ahaus niederließen. Dafür waren die weiteren Reihen bis auf den letzten Platz besetzt.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 13.10.2009, 08:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Virtuoses Spiel zeigten nicht nur die Klarinettenspieler des Kreisorchesters am Sonntag in der Stadthalle.

Virtuoses Spiel zeigten nicht nur die Klarinettenspieler des Kreisorchesters am Sonntag in der Stadthalle.

3800 Mitglieder zähle der Kreisverband, die in 47 Musikvereinen im Kreis Borken aktiv sind. In Ahaus gebe es allein sieben Blasorchester und zwei Spielmannszüge. „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, leitete Enning-Harmann mit dem Zitat von Friedrich Nietzsche zum Programm des Konzerts über, das von dem Musiker Rüdiger Post aus Münster kenntnisreich moderiert wurde. „Der Königsmarsch“ von Richard Strauss gehört beinahe schon zum Pflichtprogramm eines symphonischen Blasorchesters. Die Freude an dieser Musik ließ das Stück jedoch überhaupt nicht altbacken, sondern frisch und innovativ klingen.

Besondere Hörgenüsse waren die beiden Stücke „Armenian Dances“ und „El Camino Real“ von Alfred Reed. Das verlangte schon etwas mehr an Virtuosität und Konzentration von den Hobbymusikern. Klangfülle wechselte mit balladenartigen Soloeinlagen, schnelle, orientalisch angehauchte Passagen mit eher langsamen, nicht minder melodischen Elementen. Von Gustav Holst stammte die First Suite in Es, die im dritten Satz mit einem Marsch endete, dem Markenzeichen von Suiten für Blasorchester, wie Post in der Anmoderation betonte.

„Light Cavalry“ von Franz Suppé entpuppte sich als ein Feuersturm, der von der Bühne ins Publikum nahtlos übergriff. Anton Bruckners „Locus Iste“ und das bekannte „Tico Tico“ von Zequinha Abreu umrahmten das Angebot klassischer Melodien aus dem Film „Jurassic Park“ und aus Gershwins „Porgy and Bess“. Zum Schluss gab es nicht nur Blumen für Baumeister und die Organisatorin des Orchesters Vera Lammers, sondern auch rauschenden Applaus des stehenden Publikums, der mit einigen Zugaben belohnt wurde.

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