Hoher Krankenstand im Rathaus

Budgetbericht

Erfreuliche und nicht ganz so erfreuliche Zahlen listet der 44 Seiten starke Budgetbericht der Stadt für das erste Halbjahr 2017 auf. Ein Detail: Der Krankenstand bei den Rathaus-Mitarbeitern ist angestiegen.

AHAUS

09.09.2017, 05:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das mit Zielen, Kennzahlen, Tabellen und Grafiken gespickte Werk stellte Erster Beigeordneter Hans-Georg Althoff am Mittwochabend in der Ratssitzung vor. Erfreulich sei das „sehr gute Ergebnis“ bei der Ausgleichsrücklage für das Jahr 2016. Durch eine Zuführung von fast sieben Millionen Euro – denen Entnahmen von rund 2,33 Millionen Euro gegenüberstehen – werde die Rücklage Ende dieses Jahres voraussichtlich auf 42,69 Millionen Euro ansteigen. Der Bestand Anfang 2016 lag bei 38,02 Millionen Euro.

Erkrankte Mitarbeiter

Weniger erfreulich ist der gestiegene Krankenstand bei Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Die Krankentage stiegen im Vergleich der Daten aus dem Jahr 2015 (5371 Tage) zum Jahr 2016 (7235 Tage) um fast ein Drittel. Hans-Georg Althoff erklärte das mit einer Zunahme der langzeitkranken Mitarbeiter. Ihre Zahl sei von 28 auf 32 gestiegen. Hinzu komme, dass sich bei den Langzeitkranken die Dauer der Krankschreibung bis zu mehreren Monaten verlängert habe. „Wir haben diese Zahl mit Sorge gesehen“, erklärte Bürgermeisterin Karola Voß. „Durch langfristige Erkrankungen sind Stellen unbesetzt, die wir über Vertretungen sicherstellen müssen.“ Es gelte, die Entwicklung sorgfältig im Blick zu behalten. Karola Voß: „Gibt es zum Beispiel betriebliche Gründe, die zu Krankheitstagen führen können?“ Personell war die Stadtverwaltung im Jahr 2016 bei den Beamten so aufgestellt: zwei Frauen und 31 Männer arbeiteten im mittleren Dienst, 21 Frauen und 27 Männer im gehobenen Dienst, eine Frau und zehn Männer im höheren Dienst. Bei den tariflich Beschäftigten arbeiteten 23 Frauen und elf Männer im einfachen Dienst, 114 Frauen und 79 Männer im mittleren Dienst und 45 Frauen und 42 Männer im gehobenen Dienst. Vertrösten musste Beigeordneter Georg Beckmann die Ratsmitglieder zu Zahlen über die endgültigen Kosten der Anfang des Jahres in Betrieb genommenen Stadthalle: „Da liegt uns noch nicht in allen Bereichen die Schlussrechnung vor.“

Ergebnis vorstellen

Die Verwaltung sei aber so weit, „mit großer Wahrscheinlichkeit das Ergebnis voraussichtlich in einer der nächsten Sitzungen des Planungsausschusses vorstellen zu können. „Ähnliches gilt für die Einrichtungskosten“, ergänzte Beigeordneter Werner Leuker. Verschlechtert haben sich die im Brandschutzbedarfsplan festgelegten Schutzziele. Beim Schutzziel 1 muss jede Einsatzstelle innerhalb der bebauten Bereiche von Ahaus in 90 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung mit einer Einheit von neun Feuerwehrleuten erreicht werden. Beim Schutzziel 2 sollten innerhalb von 13 Minuten nach Alarmierung mindestens sieben weitere Einsatzkräfte den Einsatzort erreichen. Beim Ziel 1 sank der Erreichungsgrad von 72 Prozent im Jahr 2015 auf 55 Prozent im Jahr 2016; beim Schutzziel 2 von 90 Prozent auf 86 Prozent.

Herausforderung

„Ein Problem ist die deutlich steigende Inanspruchnahme des Rettungsdienstes“, erläuterte Hans-Georg Althoff. „Das bindet Ressourcen und schwächt den Brandschutz.“ Zugenommen haben laut Althoff Verlegungsfahrten von Patienten. „Teilweise werden diese Fahrten mit dem Rettungswagen durchgeführt, das ginge auch mit dem Krankentransportwagen.“ Eine besondere Herausforderung sind laut Budgetbericht auch die größeren Entfernungen bei der Anfahrt zur Wache und anschließend zur Einsatzstelle. Zum geplanten Neubau eines Gerätehauses am „Standort Nord“ an der Fuistingstraße (Münsterland Zeitung berichtete) erklärte Beigeordneter Georg Beckmann: „Wir sind dabei, die Beschlüsse umzusetzen.“ Es gebe mehrere Vorschläge von Planern. „Wir haben uns die Pläne angeschaut und werden sie in den politischen Gremien vorstellen.“  

Lesen Sie jetzt