In ganz Deutschland wird gerade über den Impfstoff von AstraZeneca diskutiert. Im Kreis Borken ist die Akzeptanz aber hoch. © picture alliance/dpa/APA
Coronavirus

Impfbereitschaft auch bei AstraZeneca im Kreis Borken sehr hoch

Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca kämpft bundesweit um Akzeptanz. Ein Großteil der ausgelieferten Dosen bleibt ungenutzt. Im Kreis Borken sieht die Situation völlig anders aus.

Der Impfstoff-Hersteller AstraZeneca geriet in den vergangenen Wochen aus verschiedenen Gründen in die Kritik. Zunächst blieben Lieferungen aus, dann wurden stärkere Nebenwirkungen bekannt. Die Akzeptanz – so geht es aus übereinstimmenden Medienberichten hervor – sank bundesweit. Aktuell bleibe ein Großteil der Dosen des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca ungenutzt.

Im Kreis Borken sieht die Lage allerdings komplett anders aus. Pressesprecher Karlheinz Gördes zeigt sich von den Diskussionen generell überrascht: „Bei uns ist das überhaupt kein Thema. Soweit ich weiß, gibt es nur in wenigen Einzelfällen Vorbehalte gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff.“ Von vollen Kühlschränken mit überschüssigen Dosen, die es mancherorts geben soll, könne daher keine Rede sein. „Die Leute sind froh, dass sie überhaupt eine Impfung erhalten“, sagt Gördes.

Kreis Borken intensiviert die Aufklärungsarbeit

Trotzdem blieb der Kreisverwaltung die Diskussion nicht verborgen. Auch die – im Vergleich zum Vakzin des Herstellers Biontech/Pfizer – relativ starken Nebenwirkungen des Impfstoffes sind bekannt. „Daher haben wir die Aufklärungsarbeit noch einmal vorangetrieben“, berichtet der Kreispressesprecher.

Im Gespräch mit der Redaktion gibt er Entwarnung: „Die Nebenwirkungen klingen in aller Regel nach 36 Stunden wieder ab. Unsere Mediziner und führende Virologen haben erklärt, dass grippeähnliche Symptome ein Zeichen dafür sind, dass das Immunsystem auf die Impfung anspringt.“ Derzeit wird im Kreis Borken, mit Ausnahme der Ü80-Generation, ausschließlich AstraZeneca verspritzt.

Klinikum impft Mitarbeiter mit AstraZeneca

So auch beim Klinikum Westmünsterland mit seinen Krankenhäusern in Ahaus, Vreden und Stadtlohn. Ab Freitag, 26. Februar, werden 500 Mitarbeiter aus der Kategorie „hohe Priorität“ mit dem Impfstoff des britischen Herstellers geimpft.

Darunter fallen Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem, unmittelbaren Patientenkontakt. Auch Tobias Rodig sieht keine großen Vorbehalte gegenüber AstraZeneca. „Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung ist immer freiwillig, aber wir sind sehr froh darüber, dass die Impfbereitschaft unserer Mitarbeitenden in den Kliniken sehr hoch ist.“

Schwere Verläufe können zu 100 Prozent vermieden werden

Aber auch der Klinik-Leitung blieb die Diskussion um Nebenwirkungen und Wirksamkeit von AstraZeneca nicht verborgen. „Wir haben daher unsere Mitarbeiter über die zur Verfügung stehenden Impfstoffe aufgeklärt, um Verunsicherungen unbedingt zu vermeiden.“ Das Vakzin von AstraZeneca habe in klinischen Tests nach der ersten Dosis eine Wirksamkeit von 76 Prozent gezeigt. „Wenn die zweite Dosis zwölf Wochen nach der ersten Impfung verabreicht wird, steigt die Wirksamkeit auf 82 Prozent“, erklärt Rodig.

Schwere Covid-19-Erkrankungen konnten der Studie zufolge sogar zu 100 Prozent vermieden werden. Der Klinikum-Pressesprecher sagt: „Generell gilt, dass sich alle drei der zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und auch der von AstraZeneca in mehreren Studien als hochwirksam gegen das Coronavirus herausgestellt haben.“

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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