Noch ist nicht klar, wann genau die Impfungen für die breite Masse im Impfzentrum des Kreises Borken starten. Personal aus dem Klinikum Westmünsterland soll dort jedenfalls erst einmal nicht tätig werden. © dpa
Coronavirus

Impfzentrum im Kreis Borken startet ohne hiesiges Krankenhauspersonal

Krankenhauspersonal aus Ahaus, Stadtlohn oder Vreden soll erst einmal nicht im Impfzentrum des Kreises arbeiten. Eine entsprechende Anfrage hat das Klinikum Westmünsterland abgelehnt. Aus gutem Grund.

Wenn das Impfzentrum für den Kreis Borken demnächst in Betrieb geht, werden dort erst einmal keine Freiwilligen aus dem Klinikum Westmünsterland arbeiten. Der Klinikverbund hatte eine entsprechende Anfrage der Kassenärztlichen Vereinigung abgelehnt.

„Angesichts des sehr dynamischen Infektionsgeschehens müssen wir im Einzelfall abwägen, ob eine Nebentätigkeit unseres medizinischen Personals im Impfzentrum zurzeit möglich ist“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland, zu dem unter anderem die Krankenhäuser in Ahaus, Stadtlohn und Vreden sowie gehören.

Krankenhauspersonal wird vor Ort gebraucht

Als Krankenhaus sei es vordringlichste Aufgabe, die Versorgung der stationären Patienten sowie eine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung unter den größtmöglichen Infektionsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen sicherzustellen. Ein unentdeckter Eintrag von Infektionen in die sensible Infrastruktur der Krankenhäuser müsse in jedem Fall zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter verhindert werden.

Doch auch darüber hinaus sehe der Klinikverbund noch ein weiteres Problem: „Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen im Kreis Borken können wir es uns nicht leisten, dass Fachpersonal ausfällt und die stationäre Versorgung dadurch möglicherweise eingeschränkt werden muss“, erklärt Tobias Rodig weiter. Das Personal werde dringend benötigt und sei bereits jetzt stark belastet. Und weiter werde das das Personal auch für die anstehende Durchführung von Impfungen in den Einrichtungen der Seniorenhilfe im Klinikverbund benötigt. Dazu zählen die Senioren- und Pflegezentren in Ahaus, Vreden, Rhede und Borken.

Unterstützung soll im Einzelfall geprüft werden

Ob in Einzelfällen eine Unterstützung im Impfzentrum möglich ist, müsse bei Bedarf vor Ort an den jeweiligen Krankenhausstandorten geprüft werden. Ausdrücklich lobt er die Zusammenarbeit zwischen Kreis Borken und Kassenärztlicher Vereinigung. Sie hätten beim Aufbau des Impfzentrums großartige Arbeit geleistet.

Die Kassenärztliche Vereinigung übernimmt die Organisation der ärztlichen Tätigkeiten im Impfzentrum und hatte Freiwillige dazu aufgerufen. In ganz Westfalen-Lippe hätten sich rund 15.000 Personen gemeldet, erklärte eine Sprecherin. Damit sei man für den Start gut aufgestellt. Wie hoch der Personalbedarf in Zukunft werde, hänge aber auch davon ab, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Impfung im Kreis Borken beginnt in Seniorenheimen

Unter den freiwilligen Ärzten seien viele niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis, aber auch Ärzte im Ruhestand oder in Elternzeit. Zusätzlich seien auch alle Krankenhäuser angesprochen worden. Allerdings sei auch klar, dass etwa spezialisierte Krankenhäuser ohne Notfall-Ambulanz eher die Möglichkeit hätten, in der jetzigen Situation Personal zu entbehren.

Die Impfungen im Kreis Borken beginnen nach Weihnachten nicht im Impfzentrum, sondern zunächst in Seniorenheimen.

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Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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