Für die Impfungen in Impfzentren werden Ärzte und medizinisches Fachpersonal gesucht. Die Bezahlung ist dabei unterschiedlich. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Impfzentrum in Velen ist fertig gestellt und kann Betrieb aufnehmen

Das Corona-Impfzentrum für den Kreis Borken ist betriebsbereit. Das hat der Kreis am Mittwoch (16. Dezember) mitgeteilt. Viele Fragen sind aber noch offen. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden.

Auf den Impfstoff wartet die ganze Welt seit Beginn der Pandemie. Im Kreis Borken sollen noch vor Weihnachten Tausende Menschen gegen Corona geimpft werden können. Dafür muss ein eigenes Impfzentrum aufgebaut werden.

Unsere Redaktion stellt an dieser Stelle die wichtigsten Fragen aus Sicht derjenigen, die geimpft werden wollen. Grundlage ist eine Pressekonferenz des Kreises vom 27. November. Zu der Zeit und auch aktuell konnte und kann noch nicht jede Frage beantwortet werden. Deshalb wird unsere Redaktion diesen Text bei Bedarf aktualisieren.


Wo entsteht das Impfzentrum für die Kommunen im Kreis Borken?

Das Impfzentrum für den gesamten Kreis Borken und damit für rund 370.000 Einwohner des Kreises ist am Interkommunalen Bauhof und Krisenzentrum des Kreises Borken in Velen (Schlatt 23) errichtet worden. Das Gelände sei schon beim Bau 2008/2009 für größere Krisen angelegt worden. Damals sei man allerdings noch von Tierseuchen ausgegangen. Die Halle des Interkommunalen Bauhofes, berichtete Kreis-Pressesprecher Karl-Heinz Gördes am 8. Dezember auf Anfrage, wurde durch entsprechenden Innenausbau zu einer Impfstelle mit fünf Impfstraßen umfunktioniert. Am Mittwoch (16. Dezember) verkündete der Kreis Borken, dass der Ausbau abgeschlossen und das Impfzentrum somit betriebsbereit ist.

Am Kreis-Bauhof in Velen wird das Impfzentrum eingerichtet.
Am Kreis-Bauhof in Velen wird das Impfzentrum eingerichtet. © Josef Barnekamp © Josef Barnekamp

Reicht die Größe des geplanten Impfzentrums in Velen aus?

Die Vorgaben des Landes sind 7.000 Impfungen pro Monat je 70.000 Einwohner. Diese Kapazität kann im Impfzentrum in Velen geimpft werden. Am 11. Dezember sagte Landrat Dr. Kai Zwicker: „Wir gehen, Stand diese Woche, davon aus, dass wir hier im Laufe der Zeit am Tag etwa 1500 oder 1600 Menschen impfen können.“ Das präzisierte er am 16. Dezember: Vorbereitet seien fünf Impfstraßen sowie eine weitere Reservestrecke. Vorausgesetzt, es ist genug Impfstoff vorhanden und bei einem Betrieb von 8 bis 20 Uhr, können dort täglich rund 1500 Personen geimpft werden.

Wie weit sind die baulichen Vorbereitungen – Stand 16. Dezember – vorangegangen?

Die Arbeiten sind abgeschlossen und das Impfzentrum ist einsatzbereit. Am Wochenende ist noch ein groß angelegter Testlauf geplant. Mit 100 Freiwilligen soll ausprobiert werden, ob die geplanten Abläufe auch in der Praxis und mit vielen Menschen – natürlich unter den vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen – funktionieren.


Wie werden die Menschen durch das Impfzentrum geführt?

Die Menschen, die in Zukunft einen Impftermin haben, werden zur ehemaligen kleinen Fahrzeughalle geleitet, von dort über ein Einbahnsystem durch das Labyrinth an Kabinen. Der kleinen Anmeldehalle soll ein Wartebereich folgen, in dem die Besucher ihre Unterlagen ausfüllen können. Fünf Beratungskabinen werden aufgestellt, in denen Ärzte mit den Bürgern über die Impfung sprechen.

Wie soll gewährleistet werden, dass alles einen geregelten Ablauf hat?

Über eine Ampelsteuerung erfahren die Besucher, wann sie wo eintreten können. Am Ende findet das Monitoring statt: Dort wird notiert, welcher Bürger welchen Impfstoff erhalten hat. „Hier wird auch die Meldung erstellt, die an das Robert-Koch-Institut geht“, sagt Landrat Dr. Zwicker. An allen neuralgischen Punkten soll es auch Lotsen geben, die den Menschen helfen können. Nach aktuellen Planungen soll ein Besucher für die Impfung eine Stunde Zeit, vielleicht weniger, einplanen.

Was spricht für diesen Standort?

Die geografische Lage mitten im Kreis Borken mit einer guten Verkehrsanbindung einerseits sowie die Infrastruktur auf dem Gelände des Interkommunalen Bauhofs.

Bisher ist der interkommunale Bauhof nur mit dem PKW erreichbar. Was machen Menschen ohne eigenes Auto?

Tatsächlich gibt es im Moment noch keine Anbindung durch den Öffentlichen Nahverkehr. Dr. Elisabeth Schwenzow, Dezernentin beim Kreis Borken, erklärte in der Pressekonferenz am Donnerstag (27. November): „Wir wissen noch nicht, wann es losgeht oder wie viele Menschen wir dorthin transportieren müssen“, machte sie deutlich.


Auf Anfrage teilte der Kreis Borken am Dienstag (8. Dezember) mit, dass nach aktuellen Planungen durch zwei Taxibus-Verbindungen die Anbindung an die bestehenden ÖPNV-Linien in den Nord- wie in den Südkreis gewährleistet werden solle.

Gibt es Filialen in anderen Kommunen?

Weitere Filialen sind vorerst nicht geplant. Wie Dr. Michael Adam, Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, erklärte, sei noch nicht klar, wer überhaupt einmal im Impfzentrum geimpft werden soll. Möglich sei, dass der Impfstoff auch in die Hausarztpraxen geliefert wird und eine Impfung von dort dezentral vorgenommen wird.

In welcher Reihenfolge sollen die Menschen geimpft werden?

Zunächst soll der Impfstoff in die Krankenhäuser geliefert werden, um dort die Patienten und das Personal zu versorgen. Danach folgen sogenannte vulnerable Einrichtungen, etwa Alten- und Pflegeheime, wo Bewohner und Personal geimpft werden sollen. Darauf folgen Personen, die ambulant gepflegt werden. Wann tatsächlich die breite Bevölkerung geimpft wird, ist zurzeit noch völlig offen. Das hänge vor allem auch davon ab, wann und in welchen Mengen Impfstoff verfügbar ist. Klar ist aber, dass auch mobile Impfteams mit eingebunden werden sollen, die beispielsweise Bewohner von Pflegeeinrichtungen impfen sollen.

Welche Rettungsdienste werden in mobile Impfeinheiten eingebunden, um zum Beispiel bettlägerige Patienten zu erreichen?

In die Arbeit sollen sämtliche Hilfsorganisationen eingebunden werden, die verfügbar sind. ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD und THW sowie die Feuerwehren und auch die Bundeswehr haben ihre Mitarbeit fest zugesagt.

Wie sind hier die Vorbereitungen?

Auch hier gibt es noch viel offene Fragen. Einen genauen Stand gibt es gerade noch nicht. In den nächsten Tagen sollen die Einsatzfelder abgestimmt werden.

Wie viele Menschen kann das Impfzentrum am Tag impfen?

Rein rechnerisch sollen bis zu 1500 Personen pro Tag am Impfzentrum in Velen versorgt werden können. Auch das hängt aber wieder von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab.

Woher kommt das Personal für die Impfzentren?

Die Kassenärztliche Vereinigung soll das Personal für den inneren Bereich des Impfzentrums organisieren. Das laufe momentan über verschiedene Wege. Beispielsweise würden auch Listen geführt, auf denen Ärzte oder medizinisches Personal im Ruhestand geführt werden. Die kommen für die Arbeit im Impfzentrum ebenfalls in Frage. Eine weitere Möglichkeit wären Freiwillige, die sich für den Dienst melden. Aktuell gebe es da aber noch keine Planungen, weil noch nicht klar ist, wann und in welchen Mengen Impfstoff geliefert wird.

Wann werde ich geimpft?

Diese Frage kann ich Ihnen noch nicht beantworten“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker bei der ersten Pressekonferenz Ende November. Auch Mitte Dezember gibt es dazu noch keinen neuen Stand. Der Betrieb im Impfzentrum sei an die Impfstrategie des Bundes und die Vorgaben des Landes NRW gebunden. Zunächst sollen Krankenhäuser, Ärzte und Pflegepersonal, die Bewohner in vulnerablen Einrichtungen und das dortige Personal mit Impfstoff versorgt werden. Erst danach soll der Impfstoff für die breite Masse der Bevölkerung verfügbar sein. Wie es dann weiter geht, wie die Terminvereinbarung abläuft oder wer wann geimpft wird, müsse jetzt erarbeitet werden. Auch dabei sei der Kreis auf weitere Informationen von Bund und Land angewiesen.

Gibt es eine Plattform, auf der ich mich eintragen kann?

Diese Frage ist im Moment noch genauso offen wie der eigentliche Impftermin. Die technische Abwicklung wird gerade noch erarbeitet. Möglich sei eine eigene App, der hausärztliche Notruf (Tel. 116117) oder weitere Verfahren.

Wo kann ich mich melden, wenn ich als Helfer im Impfzentrum mitarbeiten will? Und welche Qualifikationen brauche ich dafür?

Möglich, dass weitere Freiwillige für den Dienst im Impfzentrum gesucht werden. Auch dabei sei es aber für konkrete Details noch zu früh.

Welche Aufgaben übernimmt der Kreis Borken, wenn das Impfzentrum in Betrieb gegangen ist?

Der Kreis Borken ist für das nichtmedizinische Personal zuständig. „Hier akquirieren wir bereits Kräfte aus der eigenen Mitarbeiterschaft und aus den uns vorliegenden bisherigen vielen Bewerbungen für Unterstützungskräfte des Kreisgesundheitsamtes („Containment Scouts“)“,. so Kreis-Sprecher Karl-Heinz Gördes. Diese Unterstützungskräfte werden bei der Kreisverwaltung angestellt.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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