In Ahaus bleiben nach Spahn Empfehlung zu Großveranstaltungen viele Fragezeichen

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Gesundheitsminister Jens Spahn hat empfohlen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Inwiefern das auch Events in Ahaus betreffen wird, ist noch völlig unklar.

Ahaus

, 10.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Täglich gibt es neue Updates für den Umgang mit dem Coronavirus. Am Wochenende sagte nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen.“ Erste Konsequenz: Die Fußball-Bundesliga-Spiele am Wochenende finden – zumindest in NRW – wohl ohne Stadion-Publikum statt.

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Auf eine klare Ansage, wie es sie in Italien oder Frankreich gibt, verzichtete die Bundesregierung aber und verwies auf die Zuständigkeit der Veranstalter und lokaler Behörden. Stefan Hilbring von der Pressestelle der Stadt Ahaus erklärte: „Die Stadt wird keine privaten Veranstaltungen per Ordnungsverfügung absagen, egal wie groß sie sind.“ Der Kreis Borken schließt sich lediglich der Empfehlung von Jens Spahn an. „Wir raten dazu, dass jeder Teilnehmer auch selbst abwägt, ob er eine Veranstaltung – unabhängig von der Größe – besucht oder nicht“, erklärte Ellen Bulten vom Presseteam des Kreises.

Und so gibt es weiterhin viele Fragezeichen in Bezug auf die Großveranstaltungen in Ahaus und Umgebung. Tobias Groten, CEO des Ahauser Unternehmens „Tobit Software“, bekräftige am Montag zwar erneut: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Pushcon so wie geplant stattfinden.“ Das sei zumindest seine persönliche Einschätzung.

Tobit wartet auf eine landesweite Anordnung

Ob das Tobit-Event vom 24. bis 26. März aber tatsächlich an der Parallelstraße über die Bühne geht, ist noch unklar. Auf Nachfrage erklärte Tobias Groten: „Es muss eine generelle Entscheidung geben und die wird auch wohl kommen. (...) Wir werden uns die Verordnung anschauen und ihr natürlich entsprechen. “

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Er selbst könne den Sinn oder Unsinn dieser Maßnahmen nicht beurteilen: „Ich bin ein Software-Mann, kein Virologe. Ich vertraue darauf, dass die Fachleute die richtige Einschätzung abgeben und der Gesetzgeber die richtigen Entscheidungen fällt.“ Als „ein bisschen unglücklich“ bezeichnet Tobias Grotten allerdings, dass nun pauschal von 1000 Menschen gesprochen wird.

„Da darfst du nicht nur alle Schulen schließen, sondern auch alle Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe. Es geht da wohl eher um die ‚Dichte‘ und die Frage, wo die Menschen alle herkommen.“ Wenn die Pushcon als riskant eingestuft werde, dann solle man besser wirklich keinen Fuß mehr vor die Tür setzen.

Ahauser Feuerwehr sagt Jahreshauptversammlungen ab

Bei der Ahauser Feuerwehr ist man da schon einen Schritt weiter. Hier wurden in Ahaus und den Ortsteilen vorsorglich mehrere Veranstaltungen abgesagt. Das wurde gemeinsam mit dem Krisenstab des Kreises Borken und dem Kreisbrandmeister entschieden. „Wir haben geschaut, welche Veranstaltungen zeitnah anfallen und sich ohne Auswirkungen verschieben lassen. In erster Linie betrifft das die Jahreshauptversammlungen und Ausbildungen“, erklärte Berthold Büter, Leiter der Feuerwehr Ahaus, auf Anfrage.

Grund dafür sei die massive Ansammlung von Gefahrenabwehrkräften an einem Standort. „Wenn wir hier jemanden haben, der mit dem Coronavirus infiziert ist, hätte das große Auswirkungen. Das wäre unverantwortlich“, so Büter. Es gehe um die Risiko-Minimierung. „Das Wichtigste ist, dass die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr erhalten bleibt.“

Die Veranstalter des Zeltfestes „Karpaten“ erklärten am Montag, sich im Laufe der Woche zur Thematik äußern zu wollen.

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