Umweltschutz: In Ahaus und Umgebung will man nicht auf das Silvester-Feuerwerk verzichten

mlzUmwelt- und Tierschutz

Vielerorts im Land haben Geschäfte den Verkauf von Feuerwerk gestoppt, Kommunen Verbote ausgesprochen. Und wie sieht es in Ahaus und Umgebung aus? Wir haben nachgefragt.

Ahaus

, 27.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Märkte der Supermarkt-Ketten „Rewe“ und „Edeka“, aber auch erste Baumärkte, wollen in diesem Jahr den Verzicht üben und keine Feuerwerkskörper verkaufen. Mit Rücksicht auf Klimaschutz und Tierwohl, heißt es. Städte wie Warendorf und viele andere haben für „sensible Bereiche“ sogar ein Verbot ausgesprochen: Hier muss das Silvester-Spektakel ausfallen. In der Region aber sieht die Situation anders aus.

Heftige Kritik und Festhalten an der Tradition

Seit Jahren schon steht Feuerwerk, insbesondere das zum Jahreswechsel, in der Kritik von Klima- und Tierschützern. Unstrittig ist, dass durch Böller, Raketen und Co. in kürzester Zeit enorme Mengen Feinstaub freigesetzt werden. Rund 5000 Tonnen. Und auch, dass Tiere unter der Silvester-Knallerei zu leiden haben, ist hinreichend bekannt. Über Verletzte und sogar Tote wird ja auch immer wieder berichtet.

Andererseits aber ist der Verkauf der entsprechenden „Zutaten“ ein enormer Umsatzbringer und eine lieb gewonnene Tradition eben auch.

Feuerwerk-Verkauf wie bisher

Das Feuerwerks-Angebot im Hellweg-Baumarkt in Ahaus wird, wie in allen Märkten der Kette, im Netz sogar offensiv beworben. „Jetzt Feuerwerk und mehr entdecken“, heißt es dort. Angereichert um Tipps zum richtigen Fotografieren des Feuerwerks. Hellweg-Pressesprecherin Catherina Tamler bestätigt auf Anfrage: „In diesem Jahr können die Kunden in den Hellweg Bau- und Gartenmärkten Feuerwerkskörper kaufen. Für das nächste Jahr ist noch keine Entscheidung getroffen worden.“

Und in den Supermärkten der Umgebung (Rewe, Edeka) ist man sich einig: In diesem Jahr seien die Bestellungen raus, was im nächsten Jahr sein wird, sei noch nicht klar. Auch Maria Lindemann (Edeka Ottenstein) bestätigt, dass der Verkauf auch in diesem Jahr läuft. „Allerdings bieten wir nur ein ganz kleines Sortiment an“, sagt sie und hat persönlich durchaus Verständnis für die Kritik: „Ich habe selbst Tiere und kann das gut nachvollziehen.“

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Klimaschutz hält sie aber für „ein sehr schweres Thema“, sieht da aber andere Länder vorrangig in der Verantwortung. Außerdem hat sie einen recht unkonventionellen Vorschlag: „Eine Stunde lang, sonntags von 23 bis 24 Uhr könnte man den Strom drosseln, das würde schon was bringen.“

Keine Diskussion um neue Regeln

Und wie sieht es in den Städten und Gemeinden aus? Haben die mit dem Feuerwerk ein Problem, oder ist es überhaupt ein Thema? In Ahaus jedenfalls nicht. Pressesprecherin Anna Reehuis sagt, dass es „hier keine besonderen Regelungen“ gibt, es so gehandhabt werde wie in den Vorjahren, in denen es ja auch recht gut gelaufen sei. Man belasse es hier bei den gesetzlichen Vorschriften. Die besagen zum Beispiel, dass in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Altenheimen und ähnlichen Gebäuden nicht geknallt werden darf. Und: „Auch aus der Politik ist nichts an uns herangetragen worden.“

„Keine besonderen ortsrechtlichen Vorschriften“ gibt es laut Ordnungsamtsleiter Thomas Gausling auch in Stadtlohn: „Es gibt keine speziellen Stadtlohner Regeln.“ Auch er bestätigt, dass es zu der Thematik „keinen politischen Beschluss“ gibt, auf den die Verwaltung hätte reagieren müssen.

In Heek werden neue Verbote ausgeschlossen

Sein Heeker Kollegin, Doris Reufer, schließt „neue Verbote“ ebenfalls aus: „Die Heeker halten sich eigentlich an die gesetzlichen Vorgaben.“ Wenn man es denn wolle, müsse man die Diskussion intensiv weiterführen und dann auch auf Osterfeuer zum Beispiel ausdehnen.

Keine Ausnahme macht auch Vredens Ordnungsamtsleiter Stefan Busch: „Es wird sein wie bisher.“ Verwaltung und auch Politik hätten über Änderungen gar nicht nachgedacht. Als Ordnungsamt sei man an Silvester aber im Bereitschaftsdienst präsent und werde „ein Auge drauf haben“.

Überraschende Neuigkeiten sind auch aus Südlohn und Legden nicht zu vermelden. Auch hier wird an der Tradition festgehalten und das auch von der Politik nicht infrage gestellt.

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