Investitionssumme: 70 Millionen Euro

Windenergieanlagen in und um Ahaus

Von der Schöppinger Straße aus gesehen ist das Brennelemente-Zwischenlager bislang der markanteste Punkt in der Bauerschaft Ammeln. Doch damit ist bald Schluss.

AHAUS

, 22.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Investitionssumme: 70 Millionen Euro

Auf die Perspektive kommt es an – und auf ein Objektiv mit großer Brennweite. Kommt beides zusammen, sieht das imposante Brennelemente-Zwischenlager im Vergleich zum Turm der neuen Windenergieanlage ganz klein aus.

Es gibt nicht viele Beispiele, die besser geeignet sind, um die Energiewende anschaulich zu machen: Ganz in der Nähe des Brennelemente-Zwischenlagers – praktisch einen Steinwurf entfernt – wächst aktuell eine Windkraftanlage in die Höhe. Baubeginn für den Turm, damals noch verdeckt von Bäumen, war Mitte August. Die Baumwipfel hat die Anlage auf Ahauser Gebiet, jetzt deutlich sichtbar, hinter sich gelassen. Zwei weitere Windenergieanlagen auf Heeker Gebiet werden folgen. Gebaut werden die drei Anlagen von der Bürgerwindpark Heek-Ahle-Dannenkamp GmbH.

70 Millionen Euro

Welche Bedeutung das Thema Windenergie in Ahaus hat, macht ein jüngst veröffentlichter Bericht der Energieagentur.NRW deutlich. Beschrieben wird der Bau von zehn Windenergieanlagen des Typs E-141 EP 4 in und um Ahaus. Die Anlagen – eine davon in Ammeln – mit einer Gesamthöhe von 230 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern sind die ersten ihrer Art, die in Nordrhein-Westfalen errichtet werden. Sie leisten jeweils 4,2 Megawatt. Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro und wird zukünftig Strom für 40 000 Haushalte produzieren.

Fast 1000 Mitglieder

Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Abkehr von der Kernenergie hin zur Windkraft hat die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden. Gregor Ahler ist einer von drei Vorständen. „Wir sind eine der größten Energiegenossenschaften in Deutschland“, berichtet der Prokurist der Volksbank Gronau-Ahaus am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Immerhin 852 solcher Vereinigungen gibt es hierzulande. „Wir haben fast 1000 Mitglieder“, kommt Ahler auf den Genossenschaftsgedanken zu sprechen. Kern der Energiegenossenschaft sind Investitionen in eigene Windenergieanlagen sowie Beteiligungen an Windenergie-Betreibergesellschaften – wie der Heek-Ahle-Dannenkamp GmbH.

Geschäftsanteile

Gregor Ahler: „Unsere Genossenschaft ist an der Gesellschaft mit 35 Prozent beteiligt.“ Bei der im Juni abgehaltenen, ersten Generalversammlung zählte die Genossenschaft 794 Mitglieder, die zusammen ein Mitgliedskapital von über fünf Millionen Euro aufgebracht hatten. Der personelle Zuwachs wird auch auf der Homepage der Energiegenossenschaft deutlich. Dort nähert sich der grüne Balken, der den Zeichnungsstatus an Geschäftsanteilen zeigt, kontinuierlich der 100 Prozent-Marke. Mit Stand zum 22. September waren 12 368 der  15 300 Anteile vergeben. „Anteile zeichnen können Bürger aus Ahaus, Heek und Legden“, erklärt Gregor Ahler. Ein Geschäftsanteil beträgt 500 Euro und ist die Mindestbeteiligung. Über eine geplante Laufzeit von 20 Jahren will die Genossenschaft eine durchschnittliche Rendite von vier Prozent jährlich erzielen

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