Die Irena-Sendler-Gesamtschule soll dauerhaft sieben Eingangsklassen bekommen. Die Ahauser Politik will das Verfahren am Dienstag, 24. August, auf den Weg bringen. Aus den Nachbargemeinden gibt es jetzt schon Gegenwind. © Stephan Rape
Irena-Sendler-Gesamtschule

ISG: Sieben Züge wären erst der Anfang – falls die Bezirksregierung zustimmt

Die Irena-Sendler-Gesamtschule ist zu klein, das ist schon lange bekannt. Jetzt soll das Problem bei der Wurzel gepackt und die ISG auf sieben Züge erweitert werden. Das ist aber nur der Anfang.

Für die andauernde Posse um die Kapazitäten der Irena-Sendler-Gesamtschule scheint endlich eine Lösung in Sicht. Am Dienstagabend votierte der Schulausschuss der Stadt Ahaus einstimmig dafür, die ISG auf sieben Züge zu erweitern und eine entsprechende Genehmigung bei der Bezirksregierung in Münster zu beantragen.

Die wird am Ende entscheiden, wie es weitergeht. Erst im Juni hatte die Behörde erklärt, eine Mehrklasse zum letzten Mal zu genehmigen. Stattdessen solle eine dauerhafte Lösung her, so die Beamten aus Münster.

Bedeutet: Die ISG soll dauerhaft von bislang sechs auf dann sieben Züge erweitert werden. „Allein die Schülerzahlen aus Ahaus rechtfertigen eine Erhöhung der Zügigkeit“, sagte die Ausschussvorsitzende Beatrix Wantia (CDU).

Deutlich mehr Schüler in Ahaus

Was darunter zu verstehen ist, zeigte der Beigeordnete Werner Leuker auf, der in seinem Vortrag umfangreiches Zahlenwerk präsentierte. Tenor: „Bereits in den nächsten Jahren werden wir deutlich mehr Schüler in Ahaus haben als 2019 prognostiziert.“

Ursprünglich ging man davon aus, dass sich die Zahl der Schüler in Ahaus von 4.184 im Schuljahr 2013/2014 auf 3.433 im Schuljahr 2024/2025 reduzieren würde. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Das spiegelt sich auch in der aktualisierten Prognose wider: In Ahaus rechnen die Statistiker nun mit 3.629 Schülern im Jahr 2024. Und 2028 sollen es gar 3.849 sein.

„Künftig müssen die Schulen in Ahaus 40 Schüler zusätzlich aufnehmen“, so Werner Leuker. Und das pro Jahr, wohlgemerkt. „Wir haben heute andere Bedingungen, als sie bei der Gründung der Gesamtschule vorlagen.“

An dieser Stelle seien einerseits die demografischen Auswirkungen, vor allem aber die Rückabwicklung von dem acht auf neun Schuljahre umfassenden Gymnasium anzuführen. Zugleich habe sich das Schulwahlverhalten der Eltern geändert – die Schulform Gesamtschule wird schlichtweg immer populärer.

„Wir sehen die absolute Notwendigkeit, die Zügigkeit an der ISG zu erhöhen“, so der Beigeordnete weiter. Die Verwaltung habe den Raumbedarf ermittelt und ist zu einem positiven Ergebnis gekommen. Dies sei zunächst für den Bereich Unterricht geklärt, noch offen sind Lehreraufenthalt und Verwaltung.

Angesichts der Prognosen machte Werner Leuker aber auch klar: „Mit der Siebenzügigkeit werden wir allenfalls für Entspannung sorgen, aber nicht alle Probleme lösen.“

Zunächst aber muss das siebenzügige Konzept noch einige Hürden nehmen. Die Nachbargemeinden wurden inzwischen konsultiert. Wenn diese keine Zustimmung geben, führte Werner Leuker aus, sei das ein Argument, das die Bezirksregierung beachten müsse.

Der Schulzweckverband Legden Rosendahl hat seine Ablehnung in einem Schreiben aus der letzten Woche deutlich zum Ausdruck gebracht. „Wir verstehen diese Haltung, aber die Bezirksregierung wird eine Abwägung vornehmen müssen“, sagte Werner Leuker weiter.

Eile ist angezeigt

Nun aber drängt die Zeit, denn die Erweiterung auf sieben Züge soll schon zum Schuljahr 2022/23 erfolgen. Während die umliegenden Gemeinden bereits ihre Stellungnahmen abgegeben haben, kamen von der Schulkonferenz der ISG laut Werner Leuker bislang noch keine Signale. Die muss aus Rechtsgründen gehört werden, tagt aber erst am 14. September.

Das ist zu spät für die kommende Ratssitzung am 2. September. Also wird das Kommunalparlament aller Voraussicht nach zu einer Sondersitzung einberufen werden, um den Antrag bei der Bezirksregierung zu beschließen. Die hat dann das letzte Wort.

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