Italienisches Restaurant in Ahaus: Mona-Lisa-Pächter hört nach mehr als 20 Jahren auf

mlzItaliener in Ahaus

Das italienische Restaurant „Mona Lisa“ im Ahauser Gewerbegebiet sucht einen neuen Pächter. Josef Lang, der es bisher mit seiner Familie betreibt, hört aus Altersgründen auf.

Ahaus

, 13.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Telefon klingelt, Josef Lang meldet sich, in der Hand hält er das dicke blaue Reservierungsbuch. Drei Personen für den Abend? „Ja, das dürfte noch passen“, sagt Lang. Bevor er Zeit für das vereinbarte Gespräch mit der Redaktion hat, muss er mit einem jungen Herren auch noch kurz die Details für ein größeres Geschäftsessen samt Bier-Verkostung absprechen. Schon diese wenigen Minuten am Donnerstagvormittag zeigen: An Arbeit fehlt es dem Mona-Lisa-Betreiber nicht.

Und doch soll für Josef Lang nach 20 Jahren Schluss sein. „Mit 64 Jahren fühle ich mich langsam bereit für die Rente. Den Pachtvertrag habe ich zum 31. Dezember 2020 gekündigt“, sagt der Gastronom.

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Den Wunsch, sich langsam zur Ruhe zu setzen, hegt er bereits seit einiger Zeit. Ursprünglich wollte er sich sogar schon im Laufe des aktuellen Jahres zurückziehen.

Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwieriger als gedacht. „Es ist klar, dass man niemanden auf der Straße findet. Außerdem haben wir auch gewisse Ansprüche“, sagt Josef Lang.

Wunsch: Weiterhin mediterrane, feine Küche

Mit „wir“ meint er sich und Dr. Michael Pietsch, den Inhaber der Immobilie. Beide wünschen sich, dass an der Von-Braun-Straße auch weiterhin mediterrane, feine Küche angeboten wird.

Um einem potenziellen Nachfolger den Start zu vereinfachen, bietet Josef Lang auch eine Übergangslösung an: „Falls gewünscht, könnte ich den neuen Betreiber einarbeiten. Dann gäbe es auch für die Gäste keinen Bruch.“ Aufdrängen möchte sich der 64-Jährige allerdings auf keinen Fall.

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Bis es etwas Spruchreifes gibt, geht der Betrieb des italienischen Restaurants weiter wie bisher. „Wir haben ein volles Reservierungsbuch und viele Veranstaltungen. Da muss sich niemand Sorgen machen“, sagt Lang. Er selbst wird auch weiterhin zwischen Service und Küche pendeln. So wie er es seit 1999 macht.

Koch-Handwerk im Harz gelernt

Damals kam der gebürtige Österreicher mit seiner italienischen Frau nach Ahaus. Zuvor hatte er gut 20 Jahre im Harz gelebt und dort als Koch Fuß gefasst.

Im Hotel „Seerose“ in Hahnenklee arbeitet er als Küchenchef, später betreibt er hier auch ein Eiscafé. Dann zieht es ihn ins Westmünsterland. „Ich kannte Franco Lombardi ganz gut, der das Restaurant damals betrieben hat. Da hatte ich direkt einen Draht zu Ahaus“, erklärt der 64-Jährige.

Hier fühlt er sich zwar schnell heimisch, dennoch braucht es Zeit, bis er sich etabliert. „Die ersten vier Jahre waren hart. Doch die gute Qualität der Speisen hat sich irgendwann rumgesprochen. Irgendwann kam die Akzeptanz“, sagt Josef Lang.

Von Anfang an wollte sich der Gastronom von der Masse abheben. Deshalb setzt er auch heute fast ausschließlich auf frische Zutaten. Aus der Dose kommen nur die eingelegten italienischen Tomaten, Oliven und Artischocken.

Mitten im Ahauser Gewerbegebiet liegt das Restaurant Mona Lisa.

Mitten im Ahauser Gewerbegebiet liegt das Restaurant Mona Lisa. © Markus Gehring

Was die Gäste von Mona Lisa ebenfalls schätzen: Josef Lang lässt je nach Jahreszeit auch eine österreichische Note in seine Gerichte mit einfließen. „Kaiserschmarrn und Salzburger Nockerl gehören zu den beliebtesten Desserts. Und aus dem Heimaturlaub bringe ich im Juli Marillen mit, die dann zu Knödeln verarbeitet werden“, sagt der 64-Jährige.

Obwohl er immer noch mit großer Leidenschaft dabei ist, freut er sich auch auf seinen Ruhestand. Wohin es Josef Lang dann zieht, ist allerdings noch nicht klar.

Seine Tochter ist mit ihren Kindern in Ahaus fest verwurzelt, aber auch das Ausland sei eine Option. Dann klingelt auch schon wieder das Telefon. „Ein Tisch am Wochenende? Wird knapp, aber kriegen wir hin.“

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