Revierförster Lukas Effkemann an einem der markierten Bäume, die demnächst gefällt werden müssen. Im Hintergrund ist der Prozessionsweg zu sehen, der mitten durch Pastors Busch führt. © Nils Dietrich
Baumfällungen in Wüllen

Jetzt kreist die Kettensäge in Pastors Busch – Bäume drohen umzustürzen

In der kommenden Woche stehen umfangreiche Forstarbeiten im Waldgebiet Pastors Busch in Wüllen an. Viele Bäume werden gefällt, weil sie eine mögliche Gefahr für Spaziergänger darstellen.

Sie fallen dem Waldbesucher direkt ins Auge. Wer den Pastors Busch in Wüllen betritt, der kann die Bäume mit den blauen Markierungen eigentlich nicht übersehen. Sie werden allesamt in den kommenden zwei bis drei Wochen gefällt werden.

„Das ist eine unbedingte Notwendigkeit“, sagt Matthias Resing, bei der Zentralrendantur Ahaus-Vreden zuständig für Liegenschaften, fast entschuldigend. Pastors Busch gehört der katholischen Kirche – und die ist als Eigentümerin auch für die Verkehrssicherung des vier Hektar großen Waldstücks verantwortlich.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist unstrittig. Vor zwei Jahren fiel ein Baum am Rand des Waldgebiets auf ein Auto. Glücklicherweise blieb es bei dem materiellen Schaden. Aber in der Folgezeit wuchsen Befürchtungen bei den Anliegern, dass sich ein solche Unglück wiederholen und möglicherweise nicht mehr so glimpflich ausgehen könnte. Das Waldgebiet mit seinem Prozessionsweg ist bei den Anwohnern und Spaziergängern bekanntermaßen äußerst beliebt.

Bäume gefährden Spaziergänger

„Die Nachbarn habe sich an die Zentralrendantur gewandt und gebeten, es möge doch etwas passieren“, erklärt Michael Scheffner vom Vorstand der Kirchengemeinde St. Andreas und Martinus. Dann sei eine Prüfung veranlasst worden.

Dafür zogen die Verantwortlichen Experten hinzu. Denn das Gelände gehört zwar der Kirche, doch deren Kernkompetenz ist eher in anderen Bereichen zu verorten. Wald und Holz NRW übernimmt nun die Verkehrssicherung. Gegen Honorar, versteht sich.

Der Blick in die kahle Krone zeigt, dass der Baum nicht mehr zu retten ist.
Der Blick in die kahle Krone zeigt, dass der Baum nicht mehr zu retten ist. © Nils Dietrich © Nils Dietrich

„Die erste Begutachtung hat im vergangenen Frühjahr stattgefunden, das muss alle 18 Monate passieren“, erklärt Lukas Effkemann, der als Revierförster bei Wald und Holz NRW für Stadtlohn, Vreden und Ahaus zuständig ist. Bei der Bestandsaufahme erfassten die Experten 159 Bäume.

„Wir haben beurteilt, inwieweit diese noch standhaft sind. Es musste sichergestellt werden, dass von den Bäumen keine unmittelbare Gefahr ausgeht“, so der Experte weiter. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für die Wohnbebauung in den umliegenden Siedlungen.

Bei vielen Bäumen in Pastors Busch müssen im Kronenbereich lediglich Totäste entfernt werden. „Einige sind nicht mehr zu retten und müssen gefällt werden“, berichtet Lukas Effkemann. Um wie viele es sich exakt handelt, konnte er auf Nachfrage nicht sagen.

Die Situation in Pastors Busch ist dabei auch auf ein viel größeres Problem zurückzuführen, so der Revierförster: „Hier machen sich auch die Auswirkungen des Klimawandels bemerkbar.“ Die letzten Trockenperioden seien nicht spurlos an dem Wald vorübergegangen, sondern setzten die Pflanzen unter Stress.

Das zeigt sich nicht unbedingt in Bodennähe. Wer sich die Kronen der blau markierten Bäume anschaut, sieht, dass sie keine Blätter mehr ausgetrieben haben. Bei anderen sind einzelne Äste abgestorben und müssen nun entfernt werden, damit sie keine Gefahr für die vielen Spaziergänger im Pastors Busch darstellen.

Arbeiten starten am Dienstag

Die Arbeiten werden am kommenden Dienstag beginnen. Das hierfür beauftragte Unternehmen wird dann auch die Zugänge zum Wald absperren. Die Verantwortlichen bitten eindringlich darum, Pastors Busch dann nicht zu betreten. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern. Im Anschluss sollen dann neue Bäume gepflanzt werden, sodass keine Lücken in Pastors Busch entstehen.

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