Josefsviertel: Planungen sollen neu besprochen werden

In der Ratssitzung

Was passiert mit dem Josefsviertel und den Plänen für das Regionale-Projekt? Während die Verwaltung an Details für die Umsetzung feilt, dreht die Politik das Rad ein Stück zurück.

AHAUS

, 23.09.2014, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Josefsviertel wurden fingierte Umfragebögen der Stadt verteilt. Die sorgten für Verwirrung.

Im Josefsviertel wurden fingierte Umfragebögen der Stadt verteilt. Die sorgten für Verwirrung.

Die Ratssitzung beginnt Donnerstag, 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses.

Doch die Anwohner im Josefsviertel wollen diesen Kümmerer nicht. Protest regte sich, über 300 Unterschriften gegen den Kümmerer wurden gesammelt. Fast 400 Anwohner sprachen sich mit ihrer Unterschrift gegen die Pläne aus, die im Rahmen des Ideenwettbewerbs Europan ermittelt wurden. „Wir wollen nicht von außen überplant werden“, sagt Dietrich Bornemann, einer der Sprecher der IG Josefsviertel. Zusammen mit Helmut Lefering spricht er für die Anwohner im Josefsviertel. Regelmäßig treffen sich die Eigentümer. „Rund 40 Personen kommen da immer zusammen“, sagt Lefering. Die weiteren Anwohner fühlen sie durch die Unterschriftenaktion hinter sich. „Wir haben nichts gegen Veränderung, aber wir wollen auch nicht enden, wie im Jutequartier oder auf dem alten Stadtwerke-Areal“, sagt Lefering. Dort seien die Häuser so eng gebaut, dass sich die Nachbarn gegenseitig in den Topf gucken können. „Das wollen wir nicht“, bekräftigt Lefering. Und die Anwohner wollen auch in Zukunft selbst entscheiden, was mit ihren Grundstücken geschieht, statt sich einer Planung „von oben“ zu beugen.

Den Gegenwind von den Anwohnern des Josefsviertels hat offenbar auch die CDU-Fraktion im Ahauser Rat vernommen: Sie hat jetzt beantragt, die Teilnahme am Regionale-Projekt erneut zu prüfen. Zwar halte man das Projekt immer noch für interessant und sehe auch die Innenstadtentwicklung als wichtiges Thema für die Zukunft. „Zugleich nehmen wir aber auch zur Kenntnis, dass es Widerstände gegen das Projekt gibt“, heißt es in dem Antrag. Vor diesem Hintergrund könne das Projekt im Josefsviertel nicht störungsfrei und nicht erfolgreich verlaufen. Die Ratssitzung wollen die Vertreter der IG Josefsviertel jetzt erst abwarten. Doch auch für die Zeit danach geben sie sich kämpferisch: „Wir werden uns mit allen Mitteln gegen die Pläne wehren“, sagt Bornemann. Walter Fleige vom Fachbereich Stadtplanung der Stadt Ahaus und Ansprechpartner für das Regionaleprojekt im Rathaus, sieht in den Protesten gegen das Projekt in erster Linie Missverständnisse. Für Politik und Verwaltung sei es nur schwierig einzuschätzen, wie die Stimmung vor Ort sei, da niemand aus Politik oder Verwaltung einen direkten Kontakt zu der Interessengemeinschaft habe. Er glaubt allerdings nicht, dass die weitere Entwicklung in dem Wohngebiet sich selbst überlassen bleiben darf.

„Wir haben dort keinen Bebauungsplan. Das lässt zu viele Bauvorhaben zu, die dort mit Sicherheit auch nicht gewünscht sind“, sagt er. Daher müsse der Bebauungsplan ohnehin aufgestellt werden. Dann könne man ihn im Rahmen der Regionale und des Projektes aufstellen. „Die Fördergelder werden uns ja praktisch hinterhergetragen“, sagt er. Geld, das die Stadt Ahaus sonst selbst bezahlen müsste. „So ein Bebauungsplan ist ein enormer Zeit- und Kostenaufwand“, sagt Fleige. Unabhängig vom CDU-Antrag hat die Verwaltung für die Ratssitzung einen Sachstandsbericht zum Projekt Josefsviertel angekündigt. Laut Fleige soll es im Herbst weitere Angebote für die Öffentlichkeit geben. Hans-Georg Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, will sich zur Zukunft des Regionale-Projektes Josefsviertel vor der Ratssitzung noch nicht festlegen. „Der Rat wird darüber befinden“, sagt er. 

Die Ratssitzung beginnt Donnerstag, 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses.

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