Auf dem Podium : Alexandra Schoo (Grüne),(v.l.) Sarah Lahrkamp (SPD), Moderator Aidan Ellerkamp, Karlheinz Busen (FDP) und Jens Spahn (CDU). © Christian Bödding
Podiumsdiskussion der Kandidaten

Junge Ahauser fühlen Spahn & Co. auf den Zahn

Legalisierung von Cannabis, Frauenquote und Klimawandel – mit diesen Themen beschäftigen sich Schüler aus Ahaus. Jetzt hatten sie die Chance, Fragen an die Bundestagskandidaten zu stellen.

„Es ist wichtig, andere Meinungen auszuhalten“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum Schluss der Podiumsdiskussion am 9. September in der Stadthalle in Ahaus. „Das haben wir heute ganz gut hingekriegt.“

Zuvor hatte sich der CDU-Bundestagskandidat mit zwei seiner Mitbewerber Alexandra Schoo (Grüne), Sarah Lahrkamp (SPD) sowie Karlheinz Busen (FDP), der in Vertretung von Alexander Brockmeier teilnahm, den Fragen von jungen Ahausern gestellt.

250 Schüler des Alexander-Hegius-Gymnasiums waren bei der Veranstaltung auf Einladung von Gemeindecaritas und Kirchengemeinde St. Marien Ahaus vor Ort dabei. AHG-Schüler Aidan Ellerkamp aus Stadtlohn moderierte die Runde.

Wahlwerbung bei den Schülern

In einer Pressemitteilung schildert die Caritas den Verlauf. Zum Auftakt der Diskussion sollten die Politiker erklären, warum die Jugend die jeweilige Partei am 26. September wählen sollte.

Alexandra Schoo: „Wir haben zukunftsweisende Konzepte, um Deutschland auf den 1,5-Grad-Pfad zu bringen.“ Sarah Lahrkamp: „Wir haben ein Gesamtkonzept aus Klimaschutz, wirtschaftlicher Stabilität und sozialer Gerechtigkeit.“ Karlheinz Busen: „Wir setzen auf Forschung, Technologie und Ingenieurskunst. Da sind junge Leute gefragt.“ Jens Spahn sprach bei seinem „Heimspiel“ davon, dass die CDU dafür antrete, dass Deutschland auch in 20 Jahren ein wirtschaftlich starkes Land sei und in Frieden mit seinen Nachbarn lebe.

Über 200 Schüler verfolgten die Talkrunde in der Stadthalle in Ahaus.
Über 200 Schüler verfolgten die Talkrunde in der Stadthalle in Ahaus. © Christian Bödding © Christian Bödding

Mehr in die Tiefe ging es mit der Frage: „Wie stehen Sie zum Antibiotikaverbot für Haustiere?“ Das sei aber eine sehr spezielle Frage, sagte Jens Spahn. Die Replik von Aidan Ellerkamp: „Wir haben sehr spezielle Menschen.“ Eine Antwort auf die Antibiotika-Frage blieb keiner der Kandidaten schuldig.

Weiter zum nächsten Thema. „Nicht jeder Inder kann sich ein E-Auto leisten.“ Das war eine der Antworten von Karlheinz Busen auf die Fragen zur Klimakrise. „Wir alle wissen, dass wir in Deutschland das Klima alleine nicht retten können. Das geht nur weltweit.“ Jens Spahn hielt Alexandra Schoo vor, dass für die Grünen nichts anderes als das Klima und Erneuerbare Energien zählten. Spahn: „Sie reden viel davon, wir haben in den letzten Jahren ziemlich viel gemacht.“

In diesem Zusammenhang wurde auch über erneuerbare Energien für die Zukunft diskutiert. Mit Verweis auf die Produktion von Batterien für E-Autos sagte Alexandra Schoo, dass es gelte, in Europa die Wertschöpfung zu verbessern. Jens Spahn nahm die deutsche Automobilindustrie in Schutz. „Sie stellt auf E-Mobilität um und trotzdem gibt es jeden Tag Protest.“

Frauenquote und Cannabis – komplexe Schüler-Themen

Ob es richtig sei, die Benachteiligung der Frau mit der Benachteiligung des Mannes zu bekämpfen, wollte ein Fragesteller zum Thema Gleichstellung und Frauenquote wissen. „Frauen sind immer noch der größte diskriminierte Teil der Gesellschaft“, griff Alexandra Schoo die Frage auf. „Frauenquoten sind wichtig“, antwortete Sarah Lahrkamp. „Die Frage ist, ob die Quote immer fair ist“, erklärte Jens Spahn.

Applaus brandete ausnahmsweise nicht bei einer Antwort, sondern bei einer Frage auf. Die drehte sich um die Legalisierung von Cannabis . „Es ist wichtig, Cannabis zu legalisieren“, antwortete die Grünen-Kandidatin Alexandra Schoo.

Gesundheitsminister Spahn erklärte, er sei noch in der Abwägung. Sein Statement: „Jesus hat Wasser zu Wein gemacht und nicht Gras zu Schwarzem Afghanen.“ Freidemokrat Karlheinz Busen: „Ich habe noch keinen gesehen, der aufgrund von Cannabis-Konsum abgedriftet ist.“ Vorstellbar sei eine Freigrenze von zehn Gramm für den persönlichen Gebrauch. Sozialdemokratin Sarah Lahrkamp sprach sich dafür aus, den Besitz von Cannabis zu entkriminalisieren, verbunden mit einer stärkeren Suchtprävention.

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