Junge Familien fordern Baugrundstücke

Bürgerversammlung in Wüllen

Die Stadt Ahaus soll jungen Familien in Wüllen möglichst bald bezahlbare Baugrundstücke zur Verfügung stellen. Diese Forderung wurde am Dienstagabend auf der Bürgerversammlung mit Nachdruck vorgetragen.

WÜLLEN

von von Stefan Grothues

, 08.05.2013, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zahlreiche Bürger verfolgten die Diskussion.

Zahlreiche Bürger verfolgten die Diskussion.

Eine schnelle Lösung allerdings konnte Bürgermeister Felix Büter nicht versprechen: „Stellen Sie sich darauf ein, dass es noch bis zu drei Jahre dauern wird, bevor die ersten Grundstücke des Rahmenplans Nord bebaut werden können.“ Die Ausweisung neuer Wohnbauflächen in Richtung Vredener Dyk stockt noch, weil die Grundstücksverhandlungen nicht entscheidend vorankommen. Der Eigentümer des Areals ist zwar bereit, im Tauschverfahren Flächen abzugeben. Doch es fehlen andernorts geeignete Flächen, die die Stadt im Tausch anbieten könnte, erklärte Beigeordneter Georg Beckmann. Kleiner Lichtblick: In der Bürgerversammlung erklärte sich ein Wüllener spontan bereit, Flächen für den Tausch anzubieten. Möglicherweise könnte dies ein Schlüssel für eine Teilerschließung im westlichen Bereich des Plangebiets sein, wo die Stadt selbst Eigentümer einer 13 000 Quadratmeter großen Fläche ist. Mehrere Bürger betonten, dass Wüllen sich nicht nur nach außen weiterentwickeln dürfe. Auch im Dorf gebe es schließlich noch freie Grundstücke und Altbauten in privater Hand. Doch die würden nicht oder nur zu teuer angeboten.

„Innenentwicklung vor Außenentwicklung – das ist genau unser Ansatz“, erklärte auch Bürgermeister Büter unter Hinweis auf die demographische Entwicklung, nach der auch die Zahl der Wüllener langfristig sinken wird bei einem gleichzeitigen Anstieg des Durchschnittsalters. Hitzig diskutiert wurde in der Versammlung auch die jüngst vom Rat beschlossene Abbindung des Ammelner Wegs vom Hohen Weg. Die Wogen glätteten sich aber etwas, als Bürgermeister Büter anregte, die Abbindung baulich so zu gestalten, dass sie nach einem Jahr rückgängig gemacht werden könnte. So könne das Konzept Fahrradstraße erprobt werden. Sollte sich in den benachbarten Wohnstraßen durch eine Umlenkung der Verkehrsströme der PKW-Verkehr unzumutbar erhöhen, müsse die Regelung politisch noch einmal überdacht werden. Verwaltungsvorstand Hermann Kühlkamp erläuterte die aktuellen Entwicklungen im Kindergarten- und Schulbereich. In Wüllen werde die Andreasschule aufgrund der demographischen Entwicklung in einigen Jahren nur noch zweizügig geführt. Für die neue Gesamtschule in Ahaus erwarte er, dass noch in diesem Monat ein Schulleiter ernannt werde. Aus der Bürgerversammlung wurde mit Nachdruck Wert darauf gelegt, dass auch die Franziskusschule und die Realschule im Vestert bis zu ihrem Auslaufen 2018 nicht vernachlässigt werden dürfen.

Kämmerer Hans-Georg Althoff gab Einblicke in den Haushalt und die Investitionen speziell in Wüllen. Die größte ist der Endausbau des Brüningskamps mit rund 645 000 Euro. Nach dreieinhalb Stunden dankten Wilma Honvehlmann als Vorsitzende des Vereins zu Förderung der Dorfgemeinschaft und Ortsvorsteher Aloys Schmeing den Wüllenern für ihre Diskussionsfreude und der Rathausspitze für die vielen Informationen.

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