Karpaten-Festival 2020 abgesagt, aber große Pläne für das nächste Jahr

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2020 wird es kein Karpaten-Zeltfestival geben. Der Ersatztermin im Spätherbst fällt genauso ins Wasser wie eine spontan geplante Open-Air-Partyreihe. Doch 2021 soll alles anders werden.

Ahaus

, 07.08.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es fehlte nur noch die offizielle Bestätigung. Die ist nun erfolgt: Das Karpaten-Zeltfestival in Ottenstein-Hörsteloe findet wie erwartet nicht im Spätherbst statt. Das erklärte Organisator Hermann Niemeier im Gespräch mit der Redaktion. Damit fällt auch der Ersatztermin des eigentlich traditionell im Frühjahr stattfindenden Events ins Wasser.

Grund dafür ist nicht nur die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, die alle Großveranstaltungen bis wenigstens zum 31. Oktober untersagt. „Wir hätten es auch nicht gemacht, wenn ein Festival in dieser Größe erlaubt worden wäre. Wir wollen kein zweites Ischgl“, sagt Niemeier, der vor 42 Jahren das Karpaten-Ruder übernommen hat.

Pläne für Open-Air-Festival gestrichen

Daher wurden auch die Pläne für ein Open-Air-Festival, das ursprünglich an diesem Samstag (8. August) auf dem Karpaten-Gelände hätte eröffnet werden sollen, zu den Akten gelegt. „Das komplexe Konzept stand fest und lag auch schon bei der Stadt Ahaus auf dem Schreibtisch. Aber wir haben von uns aus davon Abstand genommen, nachdem es wieder vermehrt zu Ausbrüchen gekommen war.“

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Geplant waren, so Hermann Niemeier, vier Events im Freien mit je circa 850 Zuschauern. „Rund um eine große Bühne hätten wir Parzellen mit separatem Eingang für jeweils acht Personen eingerichtet. Damit hätte man alle Corona-Regeln einhalten können.“ Dass auch diese Veranstaltungsreihe abgesagt werden musste, schmerze zwar, „aber den Kopf in den Sand stecken werden wir nicht“.

Alle Termine werden nachgeholt

Stattdessen kündigt der Karpaten-Organisator an: „Wir werden alle Veranstaltungen nachholen und planen mit unserem Team intensiv für die Karpaten-Saison 2021.“ Mehr Details möchte er nicht verraten. Zu viel könne bis dahin noch passieren.

Hermann Niemeier musste das Festival bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate absagen.

Hermann Niemeier musste das Festival bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate absagen. © Archiv

Niemeier sagt nur: „Wir haben mehrere Konzepte in der Schublade. Ob im Frühjahr, Sommer oder Herbst wieder Großveranstaltungen stattfinden dürfen, kann heute ja noch keiner seriös prognostizieren.“ Er sei aber vorsichtig optimistisch, dass in den nächsten Monaten ein Corona-Impfstoff auf den Markt kommen wird.

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Daher behalten die mehreren tausend Tickets, die für Karpaten 2020 insgesamt verkauft wurden, ihre Gültigkeit – wenn erwünscht. „Als wir angekündigt haben, dass Karpaten vom Frühjahr in den Herbst verschoben wird, haben fast 90 Prozent von dieser Option Gebrauch gemacht. Innerhalb von vier Wochen waren wir komplett ausverkauft“, berichtet Hermann Niemeier. Das sei ein Beweis für die große Treue zur mittlerweile seit 57 Jahren stattfindenden Party-Reihe.

Mit Künstlern einvernehmliche Lösung gefunden

Mit den zahlreichen Künstlern, die zunächst für das Frühjahr und dann für den Herbst gebucht worden waren, sind sich die Karpaten-Organisatoren ebenfalls einig geworden. „Wir arbeiten teilweise seit Jahren erfolgreich zusammen. Daher haben wir für alle zufriedenstellende Lösungen gefunden“, sagt Hermann Niemeier.

Auf DJ "Vize", der durch seine Kooperationen mit Felix Jaehn, Capital Bra auf Platz eins der Charts gestürmt ist, dürfen sich die Partyfreunde 2021 freuen.

Auf DJ "Vize", der durch seine Kooperationen mit Felix Jaehn, Capital Bra auf Platz eins der Charts gestürmt ist, dürfen sich die Partyfreunde 2021 freuen. © Karpaten

Das bedeutet: Viele der bekannten Gesichter wird man statt 2020 im nächsten Jahr auf der Bühne stehen sehen. So zum Beispiel die beiden DJs „Vize“ und „Topic“, die in diesem Jahr jeweils mehrere weltweit erfolgreiche Sommerhits produzierten. „Mit ihnen planen wir ein eigenständiges Summer-Festival“, kündigt Niemeier an.

Den Enthusiasmus hat der 62-Jährige trotz der coronabedingten Rückschläge jedenfalls nicht verloren: „Den Spaß daran, mit meinem Team ein Festival für die Region auf die Beine zu stellen, kann mir so schnell keiner nehmen.“

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