Hermann Niemeier, einer der Organisatoren des Karpaten-Festivals, freut sich auf die drei Karpaten-Abende. Um für möglichst hohe Sicherheit zu sorgen, gelten strenge Regeln. Besucher müssen entweder geimpft oder genesen sein – und zusätzlich einen aktuellen, negativen Test vorlegen. © Stephan Rape
Zeltfestival

Karpaten Open-Air setzt auf strengeren Coronaschutz als vorgeschrieben

Dreimal können ab Samstag (11.9.) 2.000 Leute beim Karpaten Open-Air feiern. Dabei setzt das Team auf deutlich strengere Vorgaben als vorgeschrieben. Für Hermann Niemeier ein persönliches Anliegen.

Dreimal hat das Karpaten-Team seit Frühjahr 2019 ein Festival geplant, dreimal mussten sie es wieder absagen. Jetzt, im vierten Anlauf, soll wieder gefeiert werden: Am 11. September steigt der erste der drei Karpaten-Open-Air-Abende.

Am Freitag stehen alle Zeichen im Zelt noch voll auf Aufbau. „Wir sind in den letzten Zügen“, sagt Hermann Niemeier, einer der Organisatoren hinter dem Festival.

Er fiebert dem Festival regelrecht entgegen. „Dreimal haben wir angefangen, dreimal war das Festival nicht möglich“, sagt er.

Neben der Enttäuschung hatte das natürlich auch eine finanzielle Seite. „Das hat unsere Kriegskasse ganz schön geplündert“, sagt er. Von Zahlen mag er nicht sprechen, und ja natürlich sie das Karpaten-Festival weiter liquide. „Wir haben ja über Jahre gut gewirtschaftet“, sagt er. Dennoch habe die Pandemie natürlich ein großes Loch gerissen.

Großes Zelt statt ganzer Zeltstadt

Nun also die erste Ausgabe des Festivals unter Corona-Bedingungen: Statt einer ganz Zeltstatt, steht nur ein sehr großes Zelt. Etliche Seitenplanen fehlen – durch die Öffnungen soll für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Zusätzlich sind an neuralgischen Punkten Desinfektionsspender verteilt. 2000 Leute sollen so feiern können.

Klare Ansage: Einlass bekommt nur, wer genesen oder geimpft ist und zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen kann.
Klare Ansage: Einlass bekommt nur, wer genesen oder geimpft ist und zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen kann. © Stephan Rape © Stephan Rape

Für die sind die Regeln klar: Wer das Karpaten-Zelt betreten möchte, muss geimpft oder genesen sein. Also die 2G erfüllen.

Zusätzlich müssen die Gäste einen tagesaktuellen, negativen Test vorlegen. „Es hätte genügt, die 3G zu erfüllen“, sagt Hermann Niemeier. Ihm persönlich sei es jedoch ein Anliegen gewesen, einen noch höheren Sicherheitsstandard zu bieten.

Drei Abende sind restlos ausverkauft

Trotzdem waren die Karten rasend schnell ausverkauft. Hermann Niemeier formuliert es anders: „Gerade deshalb“, sagt er. Denn bei den Vorverkäufen hätten die Organisatoren einen sprunghaften Anstieg verzeichnet als die Zutrittsbedingungen klar gewesen seien.

Klar, es habe auch einige Interessenten gegeben, die ihre Vorbestellung wieder storniert hätten. „Aber wir haben keine negative Resonanz bekommen. Nur positive“, betont er.

Digitale Technik für Tickets, Bargeld und Coins für Getränke

Für die Abwicklung setzen die Organisatoren auf digitale Technik: Sowohl die Tickets als auch der Impf- und Teststatus werden über die Chayns-App der Tobit.Labs nachgehalten.

„Das funktioniert sehr gut“, ist sich Hermann Niemeier sicher. Für den Getränkeverkauf an der Theke mag er das System jedoch noch nicht einsetzen: Dort gibt es weiter die schon traditionellen Coins der Karpaten-Festivals.

Karten gibt es für die drei Abende im Karpaten-Zelt längst nicht mehr. Seit Wochen sind die Veranstaltungen ausverkauft. Am 11., 18. und 25. September werden jeweils 2000 Menschen in der Wacholderheide feiern.

Bedenken trotz hoher Sicherheitsstandards

Und dabei schwingen für Hermann Niemeier dennoch Bedenken mit. „Natürlich habe ich Sorgen, dass trotz aller Vorsicht etwas passiert“, sagt Hermann Niemeier. Schließlich hatten sich beispielsweise bei einer Party in Münster – ebenfalls unter 2G-Voraussetzungen – gerade erst 26 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Dennoch hält er an der Durchführung fest. „Wir sind im ganz engen Austausch mit den Behörden“, sagt er. Sowohl was Hygiene- als auch Corona- und Bauvorschriften angeht.

Und auch wenn gerade erst der Aufbau für das Karpaten Open-Air läuft, ist Hermann Niemeier gedanklich schon einen Schritt weiter. Schließlich feiert das Karpaten-Festival 2022 sein 60-jähriges Bestehen. Dafür hoffen er und sein Team wieder auf ein halbwegs „normales“ Karpaten-Festival.

Wobei auch das sich verändern soll. „Wir wollen unser Konzept etwas verändern und auf weniger, dafür aber größere Zelte setzen“, sagt Hermann Niemeier. So soll das Festival mehr Struktur bekommen. Sowohl was das Publikum, die Musik als auch die Sicherheit für die Partygäste angeht. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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