Neue Wirtschaftsförderin für Ahaus: Gekommen, um zu bleiben

mlzStelle neu besetzt

Die Stadt Ahaus bekommt eine neue Wirtschaftsförderin. Katrin Damme (50) übernimmt den vakanten Posten. Als „Schleudersitz“ betrachtet sie ihn trotz der zuletzt starken Fluktuation nicht.

Ahaus

, 11.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund vier Wochen ist der Posten der Wirtschaftsförderung bei der Stadt Ahaus unbesetzt. Ilka Pricker (29) hatte nach nur einem Jahr überraschend die Segel gestrichen, „weil sich ihr beruflich eine neue Chance ergeben hat“, erklärte Bürgermeisterin Karola Voß im Juni. Nun steht fest, wer ihre Nachfolge antritt: Katrin Damme. Die 50-Jährige wohnt seit 20 Jahren in Ahaus, kennt die Kommune also bestens. Bei der Ratssitzung am Mittwochabend war sie bereits anwesend – allerdings nur als Zuschauerin.

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Denn noch ist völlig offen, wann Katrin Damme ihre Stelle antritt. Seit 2014 ist sie Wirtschaftsförderin der Stadt Borken und dort noch gebunden. Gegenüber der Redaktion erklärt Damme: „Die Städte befinden sich im Austausch. In Borken muss meine Nachfolge noch geklärt werden.“ Gleichzeitig betont sie: „Ich möchte natürlich so schnell wie möglich anfangen.“

Andere Strukturen und weniger Fahrzeit

Doch warum hat sie sich überhaupt entschieden, den Posten zu wechseln? „Ich empfinde die Aufgabe in Ahaus als neue Herausforderung. Hier sind die Strukturen etwas anders. Mein Aufgabenfeld wird nicht eins zu eins dasselbe sein“, erklärt die 50-Jährige. Dazu kommen die pragmatischen Gründe: „Ich erspare mir jeden Tag anderthalb Stunden Fahrzeit. Es ist auch eine schöne Sache, wenn man zwischen Dienstende und Abendveranstaltung kurz zu Hause vorbeischauen kann.“

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Für ihren neuen Job sieht sie sich bestens gerüstet: „Seit 2008 arbeite ich in der Verwaltung, vorher war ich lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Ich kenne beide Seiten und habe genug Referenzen und Erfahrungen, um das Amt auch in Ahaus gut auszuführen.“ Als eine ihrer großen Stärken bezeichnet Katrin Damme ihr „gutes Gespür“ für die Wirtschaft. „Es liegt mir am Herzen, die Unternehmen vor Ort kennenzulernen. Wie kann man sie unterstützen? Ich möchte nichts organisieren, was an der lokalen Wirtschaft vorbeigeht.“ Eine erste Idee zum Netzwerken: ein digitaler Unternehmerabend.

Fachkräftesicherung im Fokus

Ein Thema, dem sich Katrin Damme verschrieben hat, ist die Fachkräftesicherung. „In Borken habe ich zum Beispiel das Azubi-Speed-Dating ins Leben gerufen. Mein Ziel ist es, dass es einen Jahresdurchlauf mit verschiedenen Veranstaltungen für den Nachwuchs gibt.“ Beim Azubi-Speed-Dating treffen Schüler und Arbeitgeber in einer Art Blind-Date aufeinander – wissen also vorher wenig bis gar nichts übereinander – und stellen sich gegenseitig in einem zehnminütigen Bewerbungsgespräch vor.

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„Davon profitieren beide Seiten. Die kurzentschlossenen Schüler können so noch einen Ausbildungsplatz finden und die Unternehmen ihre offenen Lehrstellen besetzen“, so Damme. Allerdings sagt sie auch: „Erst einmal müssen wichtige Fragen geklärt werden. Wo drückt der Schuh? Was sehen die Unternehmen in mir? Wie definieren sie Wirtschaftsförderung?“ Erst danach könne man Themen vertiefen und Schwerpunkte setzen.

Katrin Damme sieht sich als Lotsin und Vermittlerin

Sich selbst sieht die 50-Jährige als Lotsin und Vermittlerin: „Ich sage den Leuten immer: Sie können mich zu jedem Thema fragen. Wenn ich nicht selbst weiterhelfen kann, leite ich sie an die passende Stelle weiter. Egal ob es der Bauhof oder das Ordnungsamt ist.“

Dass ihre beiden Vorgänger nicht lange im Amt blieben, ist ihr bekannt. Als Schleudersitz betrachtet sie den Posten aber nicht. „Ich habe diese Sorge nicht. Ansonsten hätte ich mit 50 Jahren nicht den Mut gehabt, diese Stelle anzutreten.“ Katrin Damme ist also gekommen, um zu bleiben. Sie erklärt: „Ich sehe das als Chance für Ahaus und für mich; etwas aufzubauen, etwas umzustrukturieren.“

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