Kaufhaus Berken: Start im Januar

Baugenehmigung steht noch aus

Der Dezember ist so gut wie vergangen, doch am südlichen Ende der Fußgängerzone hat sich noch nichts getan. Noch immer gähnt im Erdboden ein großes Loch. Keine Spur von Bauarbeitern, die sich um das Kaufhaus Berken kümmern könnten. Doch es gibt einen neuen Zeitraum: Im Januar soll es losgehen.

Ahaus

, 28.12.2016, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Bewegung hat es seit dem Abriss des ehemaligen Finanzamtes und späteren Rathaus II auf dem Grundstück am Ende der Fußgängerzone gegeben. Gestern hieß es, dass die Arbeiten im Januar beginnen sollen.

Keine Bewegung hat es seit dem Abriss des ehemaligen Finanzamtes und späteren Rathaus II auf dem Grundstück am Ende der Fußgängerzone gegeben. Gestern hieß es, dass die Arbeiten im Januar beginnen sollen.

Es war schon spät am Dienstagabend vor Weihnachten. Die Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung war bis zum Punkt Anfragen des Rates fortgeschritten. Andreas Beckers, UWG-Ratsherr, Architekt und Kritiker des Projekts Kaufhaus in der Innenstadt, hob die Hand, bekam das Rederecht und machte seinem Ärger Luft: "Für Dezember war der Beginn der Bauarbeiten angekündigt worden. Jetzt sieht es auf dem Grundstück schlimmer aus als vorher." Vor allem machte es ihn wütend, dass die Verwaltung nicht mit Nachdruck forderte, die Arbeiten zu beschleunigen. Schließlich gehe es um das Wohnzimmer der Stadt Ahaus. "Wie lange will sich die Verwaltung das noch gefallen lassen?", fragte er.

Unkraut wuchert

Der Blick auf die Baugrube am Ende der Marktstraße offenbart tatsächlich Trostloses: Reste der abgebrochenen Mauern vom alten Rathaus II liegen noch in der Grube. Das Pflaster an den Rändern franst aus. Unkraut wuchert.

"Von uns ist nie gesagt worden, dass im Dezember die Arbeiten beginnen", hielt Georg Beckmann, Beigeordneter und Baudezernent, in der Sitzung dagegen. Auf Nachfrage der Münsterland Zeitung erklärte er dann später, dass noch einige Unterlagen fehlen würden. Er gehe jedoch davon aus, dass die zeitnah nachgereicht würden. Eine Baugenehmigung sei dementsprechend noch nicht erteilt worden. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Unternehmen Berken", sagte er am Telefon. Er gehe davon aus, dass Anfang Januar die Unterlagen vollständig seien. Dann könnten die Arbeiten beginnen. Entsprechend sehe er keinen Grund, das Unternehmen unter Druck zu setzen.

Grundstück rundherum gesichert

Auch Bürgermeisterin Karola Voß erklärte, dass es keinerlei Handhabe in diese Richtung gebe. "Eine Verpflichtung für den Baubeginn wurde nicht vereinbart", sagte sie gestern am Rand eines Gesprächs. Außerdem sei das Grundstück rundherum gesichert. Eine Gefahr gehe für Passanten davon also nicht aus. Das wäre der einzige Grund akut einzuschreiten. Insgesamt mache sie sich jedoch keine Sorgen um den Beginn der Arbeiten.

Abbruch des Parkplatzes

Hans-Georg Berken-Schirmeisen, Geschäftsführer des Unternehmens Berken, erklärte gestern gegenüber der Münsterland Zeitung, dass es im Januar definitiv losgehen solle. Und zwar mit dem Abbruch des Parkplatzes und der Vorbereitung der Baugrube. "Wir haben den Parkplatz extra noch über die Weihnachtszeit offen gelassen, damit die Menschen nahe der Innenstadt parken konnten", erklärte er.

Kreis gibt grünes Licht

Derweil gibt es für den Bau auch vom Kreis Borken grünes Licht: Als untere Wasserbehörde war der in die Genehmigung eingebunden. Denn für den Bau der Tiefgarage muss Grundwasser abgepumpt werden. Wie Kreispressesprecher Karlheinz Gördes mitteilt, ist die wasserrechtliche Erlaubnis für den Bau erteilt. Der Bauherr darf für einen Zeitraum von sechs Monaten insgesamt 86400 Kubikmeter Wasser aus der Baugrube abpumpen und über den Regenwasserkanal der Stadt ableiten. "Die Frist beginnt ab Beginn der Förderung", so Gördes weiter. Die Erteilung der Erlaubnis habe sich zunächst noch einmal verzögert, weil Gefahren für Nachbarn der Baustelle erst ausgeschlossen werden sollten. Zusätzliche Spundwände an den Rändern der Baugrube sollen diese abwenden.

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