Kirchenkonzert ein Geschenk zur Fastenzeit

WÜLLEN Gute und hausgemachte Musik zieht immer. Wenn sie dann noch so virtuos und wohl temperiert herüberkommt, ist sie wie ein Geschenk zur Fastenzeit. So empfanden die rund 50 Besucher am späten Sonntagnachmittag das Konzert von fünf Frauen in der Kirche St. Andreas.

10.03.2009, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kirchenkonzert ein Geschenk zur Fastenzeit

<p>Bewegend: Evelyn Ziegler (Sopran), Bettina Finke (Querflöte), Ursula van der Linde-Bancken (Violine), Anne Magda Degeus (Violoncello), Heike Haefner-Volmer (Orgel). Meisel-Kemper</p>

Die gute Akustik des Kirchenschiffes adelte nicht nur die klassische Musik des Konzerts zur Fastenzeit, sondern auch die Professionalität der Aufführenden. Evelyn Ziegler berauschte mit ihrem raumfüllenden Sopran. Neun deutsche Arien aus dem großen Werk des barocken Komponisten Georg Friedrich Händel gleich zu Beginn des Konzerts kürzten mit ihrer Stimme die Phase des Einfühlens in die stimmungsvolle Musik für die Besucher ab.

Bewegtes Publikum

Bettina Finke (Querflöte), Ursula van der Linde-Bancken (Violine/Viola), Anne Magda Degeus (Violoncello) und Heike Haefner-Volmer (Orgel) waren jede für sich mehr als Begleiterin. Rein instrumental brachten die vier Musikerinnen Johann Sebastian Bachs "Musikalisches Opfer" aus der "Sonata" (BWV 1079) zum Klingen. Max Reger als junger Klassiker um 1900 durfte nicht fehlen. Aus den geistlichen Liedern sang Ziegler nur mit Orgelbegleitung die 2. und 11. Klage vor "Gottes Leiden". Ergeben erklang ihre Stimme, passend zum Text "Dein Wille, Herr, geschehe", und berührt und genauso ergeben lauschte das Publikum der bewegenden Interpretation. Felix Mendelssohn-Bartholdy komponierte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sechs Sonaten nur für Orgel. Die Sonate A-Dur über den Choral "Aus tiefer Not" führte zu einem musikalischen Erdbeben. Haefner-Volmer zog buchstäblich für das dramatische Werk sämtliche Register der Orgel und demonstrierte mit dem auch körperlich fordernden Stück ihre große virtuose Stärke. Mit der Trauerkantate "Brecht, ihr müden Augenlieder" von Georg Philipp Telemann und "Pie Jesu" aus der Messe de Requiem op. 48 von Gabriel Fauré endete das einstündige Konzert. Alle fünf Musikerinnen waren in den stimmungsvollen Abschluss involviert. Begeisterter Applaus brandete direkt nach dem letzten Ton auf. emk

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