Mit 16 Jahren weiß David Ahrend-Noack schon, dass er das Familienfahrgeschäft ein mal übernehmen will. © Jenny Kahlert
Kirmes

„Kirmes light“ in Ahaus – Schausteller bauen erste Karussells auf

Nach langer Pause wird es endlich wieder voll auf dem Ahauser Kirmesplatz. „Kirmes light“ heißt dieses Jahr dort das Programm. Auf das bunte Wochenende freuen sich die Schausteller jetzt schon.

„Guck mal da, Kirmes!“, ruft ein Mädchen begeistert aus einer Fahrradgruppe, als diese an dem umzäunten Kirmesplatz vorbei fährt. Was vor wenigen Tagen noch aussah wie ein normaler Autoparkplatz, ist am Montagnachmittag nicht mehr wiederzuerkennen. Der Platz ist eingezäunt und voll mit hochbeladenen Lkw, dazwischen stehen die ersten Gerüste von bekannten Fahrgeschäften. Der sonst so graue Parkplatz wird langsam bunt.

Öffnungszeiten

  • Die Öffnungszeiten der Kirmes vom 9. bis 12. September sind wie folgt:
  • Donnerstag 14 – 22 Uhr, Freitag und Samstag 14 – 23 Uhr und Sonntag 11 – 21 Uhr.
  • Die Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Es gibt einen Haupteingang.
  • Der Eintritt kostet einen Euro.

„Kirmes Light“ heißt das Kirmesprogramm dieses Jahr – und trotz des neuen Hygienekonzeptes sieht es irgendwie genauso aus wie jedes Jahr. Unterschiede sind nur, dass das ganze Gelände eingezäunt ist und nur durch einen Ein- und Ausgang zu erreichen ist.

Hier müssen die Besucher das Bestehen eines der drei Gs nachweisen. Um die entstandenen Mehrkosten in diesem Jahr zu decken, wird dazu eine Eintrittsgebühr von einem Euro pro Person erhoben.

Das Aufbauen dauert mehrere Stunden

Noch sind allerdings noch keine Besucher auf dem Gelände zu sehen, die die Kirmesvorbereitungen live miterleben wollen.

„Hin und wieder kommen mal Besucher vorbei, die allermeisten Reaktionen kommen aber von den Menschen, die einfach am Zaun vorbei laufen und dann sehen, was hier schon alles aufgebaut ist“, berichtet Scarlett Weber. Zusammen mit dem 70-jährigen Siegfried Weber baut sie gerade die Familienachterban „Webers Kuhnos Farm“ auf.

Generation vier und Generation fünf.  Bei Familie Weber packt jeder mit an.
Generation vier und Generation fünf: Bei Familie Weber packt jeder mit an. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

„Seit Sonntagmorgen sind wir dabei, aufzubauen. Im Schnitt brauchen wir so um die zehn Stunden, bis alles fertig ist“, so Scarlett Weber. Dieses Jahr hilft auch sie intensiv beim Aufbau mit – je mehr mithelfen, desto schneller geht es.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erschweren vielen Schaustellern das Aufbauen ihrer Geschäfte, da bei vielen ein Personalmangel herrscht. „Viele haben sich nach der langen Pause eine andere Arbeitsstelle gesucht und sind nicht mehr zurückgekommen“, beschreibt sich Dennis Scholle. Deswegen nehmen die Aufbauarbeiten in diesem Jahr mehr Zeit ein.

Bekannte Fahrgeschäfte sind wieder dabei

In Zusammenarbeit mit dem Ahauser Stadtmarketing kümmert er sich um den Ablauf auf dem Platz. Sein Fahrgeschäft „Ufo Jet 2000“ ist bereits aufgebaut. „Fünf bis sechs Stunden haben wir fürs Aufbauen gebraucht, vielleicht baue ich gleich noch den Kran an oder mache noch sauber“, so Dennis Scholle.

Schon mehrere Jahre sind er und seine Familie mit dabei, genauso wie die aus Ahaus stammende Familie von Willi Scheffer. Sie kommen mit ihrem Karussell bereits seit circa 50 Jahren nach Ahaus.

Die Familie Scheffer aus Ahaus baut ihr Karussell seit 40 Jahren auf und ab.
Die Familie Scheffer aus Ahaus baut ihr Karussell seit 40 Jahren auf und ab. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

Mit dem allerseits bekannten Fahrgeschäft „Musikexpress“ ist noch ein weiteres Kultfahrgeschäft auf dem Ahauser Kirmesplatz angekommen. Der 16-jährige David Ahrend-Noack ist hier am Montagmittag noch mit dem Aufbauen beschäftigt. Eines Tages wird er die Leitung des Fahrgeschäfts übernehmen. „Das steht schon so fest und das wollte ich auch schon immer“, erzählt der 16-Jährige im Gespräch mit der Redaktion.

Doch neben vertrauten Fahrgeschäften sind dieses Jahr auch neue Attraktionen zu finden. Darunter auch „Rock & Roll“ von der Familie Deinert: Das Fahrgeschäft feiert in Ahaus dieses Jahr seinen ersten Deutschlandaufenthalt.

Schausteller freuen sich auf die Besucher

Doch trotz der vielen Arbeit überwiegt auch bei den Schaustellern die Vorfreude auf ein tolles Kirmeswochenende.

„Natürlich ist die Vorfreude ist riesig nach dieser langen Pause. Wir kommen auch immer wieder gerne nach Ahaus“, so Dennis Scholle. Mit Blick auf den Ufo Jet 2000 sagt er: „Das ist nicht einfach nur ein Beruf, den man hat, man lebt dafür und wird immer dafür leben“.

Koordinator oder Platzmeister: Dennis Scholle regelt den Ablauf auf dem Kirmesplatz.
Koordinator oder Platzmeister: Dennis Scholle regelt den Ablauf auf dem Kirmesplatz. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

Auch Scarlett und Siegfried Weber freuen sich auf das Wochenende. Für sie hat das Aufbauen und Treffen mit den anderen Schaustellern schon etwas Familiäres.

„Man könnte das alles hier auch ‚Familientreffen‘ nennen. Entweder man kennt sich inzwischen schon so gut oder man ist wirklich über Ecken miteinander verwandt“, sagt der 70-jährige Siegfried Weber und lacht.

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