Cäcilia Albers hat sich in ihrem Bastelhof schon längst auf Weihnachten eingestellt. © Christiane Hildebrand-Stubbe
Weihnachtsdeko

Klassisch oder modern: Hauptsache stilvoll soll die Weihnachtsdeko sein

Die Adventszeit ist diesmal länger. Schon längst sind viele Wohnungen vorweihnachtlich geschmückt. Den Trend hat man nicht nur im Bastelhof Legden bemerkt. Und: Stilvoll soll die Deko sein.

„Die Leute kommen immer früher“, sagt Cäcilia Albers vom Bastelhof Legden. „Und in diesem Corona-Jahr erst recht.“ Schon im September seien die ersten Anfragen gekommen. Und ja, natürlich glaube sie, dass Corona auch da Wirkung gezeigt habe und die Menschen in diesen Zeiten besonders ihr Umfeld verschönern wollten. Vielleich stimme aber auch einfach der Spruch, den sie neulich gehört habe und abgewandelt so zitiert: „Wer früher schmückt, ist länger glücklich.“ Auffällig sei aber in jedem Fall, dass sehr viel mehr mit Kindern gebastelt werde.

Aus Zapfen werden Zwerge

Und da hat sie in ihrem Laden ganz viele Angebote, wie auch die Kleinen mit einfachen Handgriffen weihnachtliche Deko zaubern können. Als Beispiel holt sie kleine, glitzernde Tannenzapfen aus dem Regal: „Die Originale kann man mit Serviettenkleber bestreichen und dann Eiskristall drüberstreuen, fertig!“ Mit ein paar Zutaten können die Zapfen auch problemlos zu Zwergen oder anderen Figuren werden. Eine Kundin sei von der Vielfalt der Möglichkeiten sogar so inspiriert worden, dass auf ihre Initiative hin jetzt Ahauser Grundschüler Überraschungen für ihre Eltern basteln wollen.

Reifen, mit verschiedensten Materialien ummantelt und dekoriert, sind in diesem Jahr besonders gefragt.
Reifen, mit verschiedensten Materialien ummantelt und dekoriert, sind in diesem Jahr besonders gefragt. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Was aber kann sie als Expertin über den Dekotrend zu Advent und Weihnachten 2020 sagen? Den einen Trend gibt es nach ihrer Meinung gar nicht, vieles sei möglich: „Natürliche Materialien sind immer noch gefragt.“

Schnell gemacht ist solcher vorweihnachtlicher Schmuck wie aus Tannenzapfen zum Beispiel.
Schnell gemacht ist solcher vorweihnachtlicher Schmuck wie aus Tannenzapfen zum Beispiel. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Alles das, was Wald und Flur zu bieten haben: Gräser, Disteln, Zweige und vieles mehr. In diesem Jahr ist Fell, natürlich künstliches, ein Thema. Mit Fellgarn lässt sich wunderbar häkeln oder stricken, oder, was in diesem Jahr besonders läuft: Damit ummantelte Reifen aus Holz oder Metall werden so schnell zum weihnachtlichen Dekoobjekt, zumal dann, wenn sie um weitere Accessoires ergänzt werden.

Wenn Federn zu Flügeln werden

Federn werden gerne eingesetzt, nicht nur als Flügel für Engel. Zurzeit seien es vor allem Truthahnfedern. Oft bringen die Kunden auch selbst gesammelte Materialien mit und hoffen auf Anregungen durch das Bastelhof-Team. „Viele haben auf einer Internet-Plattform Anregungen gefunden und wollen die dann umsetzen“, erzählt Cäcilia Albers.

Zum klassischem Adventskranz gesellt sich die Adventstorte.
Zum klassischem Adventskranz gesellt sich die Adventstorte. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Eine, die ganz schnell und einfach funktioniert, zeigt sie auch: Ein Stück „Sterntraumfolie“ in ein Weckglas gelegt, dahinter eine kleine Lichterkette und es erscheint ein leuchtender Sternenwald in 3-D-Optik. Wer möchte, kann die „Weihnachtslampe“ auch von außen noch aufhübschen.

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Rot bleibt auch bei “Thiemann’s” ein großes Weihnachtsthema. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

In puncto Farben bleibt es beim bunten Blumenstrauß: Weiß ist vorherrschend, aber auch Rot und Gold, Grün, sogar Grautöne. Von knalligen Farben sei man allerdings zurzeit abgerückt. Cäcilia Albers: „Man will es eleganter, stilvoller.“

Edles Gold trifft auf Schwarz

Astrid Lensker in Stadtlohn hat sich diesmal vom Namen ihres Geschäftes „Grün und Gold“ für die Weihnachtsdeko inspirieren lassen, zumindest was den einen Teil des Namens anbetrifft: „Mein Thema ist Schwarz und Gold.“ Sagt‘s und zeigt den „Beweis“: einen nobel gedeckten Tisch, auf dem sich in den schwarzen Hirschköpfen und dem goldenen Geschirr ihr Thema widerspiegelt.

Astrid Lensker von
Astrid Lensker von “Grün und Gold” setzt diesmal auf Gold und Schwarz. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Auch sie ist sich sicher, dass die Menschen im Corona-Jahr sehr viel Wert darauf legen, es sich zuhause schön zu machen.. Statt in Urlaub werde jetzt offenbar mehr in die eigenen vier Wände investiert. Dafür gibt es auch bei „Grün und Gold“ Anregungen im Überfluss. Gleichwohl: „Ich versuche auch, die Kundinnen dazu anzustiften, selber tätig zu werden.“ Auf ihre Workshops musste sie allerdings corona-bedingt canceln.

Modern interpretierte Klassiker

„Klassisch bleibt“, sagt sie, aber auch ganz moderne Varianten der „Klassiker“ kommen hinzu. Den klassischen Adventskranz gibt es nach wie vor, aber zurzeit werde eher seine Interpretation als „Adventstorte“ favorisiert. Weiß steht nach wie vor auch bei „Grün und Gold“ auf der weihnachtlichen Farbskala, aber auch erdige Töne in Kombination mit Tiefblau zum Beispiel, oder auch Rottöne in verschiedenen Tonstärken.

Peter Thiemann hat festgestellt, dass Nähen wieder ein großes Thema ist.
Peter Thiemann hat festgestellt, dass Nähen wieder ein großes Thema ist. © Christiane Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Bei „Thiemanns Basteln und Spielen“ in Ahaus hat man die weihnachtlichen Trends schon im Januar und Februar auf den großen Bastelmessen ausgemacht. „Damals hat man an Corona allerdings noch nicht gedacht“, sagt Inhaber Peter Thiemann. Auch wenn er einen adventlichen Frühstart nicht so bestätigen mag, hat doch auch er eine Folge von Corona festgestellt: „ Jeder bastelt für sich.“ Dass dabei auch ganz kreative neue Ideen herauskommen, hat er erfahren.

Der etwas andere Adventskalender

Auffallend sei nämlich die neue Form von Adventskalendern: „24 Frauen sorgen jeweils für einen Tag und das 24 Mal.“ So kann zum Schluss jede Teilnehmerin alle 24 Türchen öffnen und sich über den selbst gebastelten Inhalt freuen. Wert werde nämlich zurzeit generell darauf gelegt, dass alles Handarbeit sei. Um die Kalender-Türchen zu bestücken, gibt es im Thiemann-Geschäft jeden Menge Anregungen, Materialien und auch Ideen. Gerne würden Engelchen aus Beton gegossen und dann dekoriert. Mit Federn oder anderem „Zubehör“. „Manche Kunden nutzen für den Korpus Joghurt-Becher“, erzählt Thiemann. Engel seien in jedem Fall weiter Trend. Auch wenn es nie mehr zu einem solchen Hype wie seinerzeit mit dem Landlust-Engel gekommen sei.

Zurück zur Natur sei von vielen gewünscht, der Einsatz von natürlichen Fundstücken wie Gräser und Zapfen auch. Papier, Faltsterne, um mit Kindern oder Senioren zu basteln, seien weiterhin gefragt. Rot gehe immer, Naturfarben und auch Grautöne seien zurzeit beliebt, sagt der Ahauser Bastel-Fachmann, der übrigens alle Techniken vorher selbst ausprobiert hat.

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Ahaus, Heek und Legden am Abend

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