Klezmer-Klänge erinnern an verlorenes Kulturgut

Konzert mit „Bublischki“

Es war nicht nur das Konzert der Gronauer Gruppe „Bublischki“ um Achim Lux (Klarinette) in der evangelischen Christuskirche in Ahaus, das die zahlreichen Besucher am Gedenktag der Pogromnacht des 9. November 1938 an verlorenes Kulturgut erinnerte.

AHAUS

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 11.11.2012, 13:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
»Bublischki« in der Christuskirche.

»Bublischki« in der Christuskirche.

Es waren auch die klaren Worte der Historikerin Ingeborg Höting, die über das begangene Unrecht und die Bedeutung des Gedenkens heute aufklärte. „Wir widmen uns der traditionellen jüdischen Musik, die auch oft auf Hochzeiten gespielt wurde“, machte Lux die Zuhörer auf die Klezmer-Musik neugierig. Fröhliche Tänze wechselten mit stimmungsvollen alten Weisen, die zum Sabbath gespielt wurden. „Eine neue jüdische Gemeinde hat sich in Ahaus bisher nicht wieder entwickelt. Es sind die Folgen der Diktatur der Nationalsozialisten“, begann Höting ihre Rede zum Gedenktag, die an die Einweihung des Tores am jüdischen Friedhof anknüpfte. Als sie die Schicksale einiger Juden mit dem Ort des Geschehens in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ruhig schilderte, berührte das die Zuhörer sichtlich. „Die Gewalttaten des 9. November waren der Auftakt für die Vernichtung der Juden in Deutschland und in Europa“, so Höting. Eindringlich bat sie darum, nicht starr in Erinnerung zu verharren, sondern sich heute aktiv dafür einzusetzen, dass eine Straße nach der ermordeten Jüdin Henny de Jong benannt würde. Ebenso eindringlich formulierte sie das Anliegen, sich für die Entfernung von Namen der Personen, die mit den Nationalsozialisten gemeinsame Sache machten, aus dem öffentlichen Straßenbild einzusetzen. „Wachsamkeit gegen Geschichtsvergessenheit ist unbequem“, endete Höting, bevor die Musiker von Bublischki das Konzert fortsetzten.

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