Könige der A-cappella-Kunst

Ahaus Die schon legendären King's Singers machten ihrem Namen im Schlosskonzert alle Ehre und präsentierten sich am Sonntagabend als wahre Könige der A-cappella-Kunst.

28.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Gesangskunst auf höchstem Niveau: Die King's Singers haben am Sonntag ein atemberaubendes Konzert im Fürstensaal gegeben. Grothues</p>

<p>Gesangskunst auf höchstem Niveau: Die King's Singers haben am Sonntag ein atemberaubendes Konzert im Fürstensaal gegeben. Grothues</p>

Es kommt nicht oft vor, dass sich ein derart hochkarätiges Ensemble, das in allen Konzertsälen der Welt zuhause ist, in Ahaus einfindet. Das besondere Markenzeichen der King's Singers, die im letzten Jahr ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert haben, ist die programmatische und künstlerische Vielfalt, die sie an einem Konzertabend zu entfalten vermögen. Ihre wohldosierte Mischung von Liedern aus allen Epochen und Genres garantiert Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Der Einstieg mit deutschen Liedern aus der Renaissance gelang wahrhaft meisterlich. Ihre hohe Gesangskunst, die sich vor allem durch subtil abgestufte Pianowelten, schlanke und mühelose Tongebung, sensible Melodieführung, lupenreine Intonation und einem hohen Verschmelzungsgrad der einzelnen Stimmen im sechsstimmigen polyphonen Stimmengeflecht auszeichnete, fügte sich wunderbar in das Wohlklangsideal renaissancescher Vokalmusik ein. In pulsierender Lebendigkeit und mit frischem Chorklang intonierten die Sänger Hans Leo Hasslers Tanzlieder, um sich dann ganz den intensiven Pianowelten der Liebeslieder von Isaak, Senfl und Orlando di Lasso zu widmen. Dass selbst die Anhäufung von dissonanzreichen Klängen schmerzhaft schön sein kann, erlebten die Zuhörer hautnah in der anschließenden Vertonung des Gedichtes "The House of the Winter" des zeitgenössischen englischen Komponisten Peter Maxwell Davies, das eigens für die King's Singers komponiert wurde.

In den Liedern der spanischen Renaissance schmiegten sich die Sänger mit wandlungsfähigem, reinen ästhetischen Klangsinn an die hochexpressiven manieristisch anmutenden Texte. Dabei gelang es ihnen köstlich, durch Stimmverfremdungseffekte den Klang von Dudelsack und Gänsen zu imitieren.

Der zweite Teil des Abends stand ganz im Zeichen der "Close Harmony" mit Arrangements aus Pop, Jazz und Volksliedhaftem. Hier packten die Sänger - allen voran der Bassist Steven Connolly - ihre humoristische Seite aus und vergnügten sich und das Publikum mit viel überzeichnendem Spielwitz. Gekonnt imitierten sie mit ihren Stimmen eine Bigband, eine Jazzcombo oder sogar ein ganzes Sinfonieorchester.

Zur Belohnung gab es noch zwei wunderbare Zugaben mit der italienischen Version des "Old Mc Donald"-Liedes und dem klangschönen Spiritual "Swing low".

Ursula van der Linde-Bancken

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