Einblicke in den Corona-Alltag: Palmkränze und wichtige Anerkennung

Coronavirus

Trotz Videokonferenzen ist es einsam im Homeoffice. Da freuen einen die kleinen Gesten besonders. Wer Corona-Patienten betreut, der braucht mehr, der braucht Anerkennung und Aufmunterung.

Ahaus

, 02.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Wir halten zusammen" –  das gilt gerade jetzt auch für die Nachbarschaft.

„Wir halten zusammen" - das gilt gerade jetzt auch für die Nachbarschaft. © privat

In der Krise rücken die Menschen sprichwörtlich enger zusammen. Die Corona-Pandemie zwingt zwar dazu, Abstand zu halten, doch irgendwie schweißt die Krise gerade dadurch zusammen.

In meinem Homeoffice habe ich mich sehr über die selbst gebackenen Palmkränzchen meiner Nachbarin gefreut. Lecker! Verbunden mit ein paar herzlichen Worten und einem Dank an das Team der Münsterland Zeitung für „die informative Berichterstattung“ haben die Palmkränze natürlich besonders gut geschmeckt.

Muskelkraft und ausgehebelte Abstandsregeln

Ein anderer Nachbar hat mein Homeoffice gestern als willkommene Chance gesehen, für ein paar Minuten meine Muskelkraft einzufordern. Gemeinsam haben wir einen Heizkörper in die Garage getragen. Der war „nur“ 1,50 Meter lang. Also haben wir gegen die derzeit geltenden Abstandempfehlungen „verstoßen“. Aber meinem Nachbarn war geholfen.

Wie das versicherungstechnisch ausgesehen hätte, wäre mir den Heizkörper auf den Zeh gefallen, darüber mache ich mir lieber keine Gedanken. Es war in der Arbeitszeit, aber keine Arbeit...

Jedes Zeichen der Solidarität und Anerkennung ist wichtig

Sehr gefreut hat sich meine Tochter, die als Krankenschwester auf einer Intensivstation arbeitet, über ein Zeichen der Solidarität und Anerkennung für ihre Arbeit und die ihrer Kolleginnen und Kollegen. Zwar wird gerade jetzt viel darüber gesprochen und geschrieben, wie wichtig die Arbeit in Krankenhäusern oder Pflegeheimen ist. Niemand, der davon spricht, hat aber wahrscheinlich auch nur eine geringe Ahnung davon, wie es auf einer Intensivstation mit Corona-Patienten zugeht, wie belastend die Arbeit für Ärzte und Pfleger ist.

Da hatte ein örtliches Restaurant, das wegen der Krise geschlossen werden musste, eine Idee, die gut ankam: Station für Station hat es die Mitarbeiter des Krankenhauses zum Mittagessen eingeladen. Ein – wenn auch nur kleiner –Lichtblick in einer dort gerade sehr harten Zeit.

Schnelles Netz ist wichtig

Der Corona-Alltag zu Hause hat mir mittlerweile ein Netzwerkkabel quer durch mein Arbeitszimmer und die Treppe runter beschert. Homeoffice heißt es für ein weiteres Familienmitglied. IP-Telefonie plus VPN-Tunnel, da ging das W-Lan in die Knie.

Mir geht es gut unter dem heimischen Dach. Doch es fehlt das ungezwungene Gespräch mit den Arbeitskollegen. Dreimal täglich eine Videokonferenz, das sorgt zwar für einen guten Informationsfluss, es ändert aber nichts an der „Einsamkeit“ und ungewohnten Ruhe im Homeoffice.

Und zum Schluss für alle Naturfreunde noch das Update über den Blick aus dem Fenster meines Arbeitszimmers: Die Elstern haben ihr Nest fertig und sind jetzt dabei, es zu verteidigen. Bei kleineren Vögeln ist das nicht schwierig. Als aber ein Sperber im Baum saß, ging es zur Sache. Das Elsternpaar gab erst Ruhe, als der Greifvogel das Weite suchte. Und: Am Fuß des Baumes haben Wildkaninchen einen Bau in die Erde gegraben. Brut- und Nestpflege versprechen also noch weitere, interessante Ausblicke.

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