Kompromiss gefunden: Obstbäume als Ersatz für abgeholzten Krankenhaus-Wald

mlzBäume am Krankenhaus

Die Diskussionen über die abgeholzte Waldfläche am Ahauser Krankenhaus haben die Politik seit Monaten beschäftigt. Nun wurde eine Lösung gefunden, mit der alle Seiten leben können.

Ahaus

, 28.03.2019, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Klinikum Westmünsterland erweitert das St.-Marien-Krankenhaus in Ahaus. Dafür werden bis zu 18.000 Quadratmeter Wald gefällt. Eine Ersatzaufforstung will das Klinikum gut 40 Kilometer entfernt in Rhede-Vardingholt auf klinikeigenem Grund vornehmen. Eine Entscheidung, die gesetzeskonform ist, aber dennoch für große Diskussionen sorgte.

Unter anderem sprach Klaus Löhring (Die Grünen) damals von einer „moralischen Verpflichtung des Krankenhauses, die in Ahaus gefällten Bäume zumindest teilweise wieder in Ahaus anzupflanzen“. Ein entsprechender Antrag wurde Anfang März im Rat hitzig diskutiert. „Ich bin fassungslos, wie unser Vorschlag hier zerredet wird“, klagte Klaus Löhring damals. Es wurde beschlossen, das Thema Aufforstung zu vertragen.

Kompromiss stößt bei allen Fraktionen auf Zustimmung

Eine kluge Entscheidung, wie sich bei der Ratssitzung am Mittwochabend zeigte. Denn in der Zwischenzeit wurden die Wogen geglättet. „Es zeichnet sich eine Alternativlösung ab, der wir sehr aufgeschlossen gegenüberstehen“, sagte Klaus Löhring. Diese Alternativlösung ergibt sich durch den Umzug der Ahauser Bogenschützen. Am Nordring, schräg gegenüber des Klärwerkes, soll die neue Anlage entstehen.

„Der Sicherheitsbereich der Schützen soll aufgewertet werden. Diesen Zweck könnten Obstbäume erfüllen und zeitgleich als Ersatz für die gefällten Bäume dienen“, erklärte Georg Beckmann, Beigeordneter der Stadt. Um dieses Projekt zu realisieren, seien alle Beteiligten bereit „ein paar Euro in die Hände zu nehmen“. Alle Beteiligten sind in diesem Fall die Stadt, der VfL Ahaus und das Klinikum Westmünsterland.

Ausgleichsmaßnahme auf freiwilliger Basis

„Wir haben Kontakt mit der Krankenhaus-Verwaltung aufgenommen. Es kam ein positives Signal, sich an einer Ausgleichsmaßnahme auf freiwilliger Basis beteiligen zu wollen“, so Beckmann. Weil damit in großen Teilen auch dem Antrag der Grünen entsprochen werde, sei es eine Win-win-Situation. „Uns war wichtig, dass das Krankenhaus nicht aus der Verantwortung entlassen, sondern ins Boot geholt wird“, so Löhring.

Bürgermeisterin Karola Voß erklärte, dass die Stadt Ahaus als Eigentümer des Grundstücks dem Klinikum Westmünsterland die Fläche zu Verfügung stelle. Anders als in der Vergangenheit gab es dieses Mal keine lange Diskussion. Der Rat beschloss diese „Alternativlösung“ einstimmig.

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