Konferieren für Kopfnoten

Ahaus Eine Konferenz folgt der anderen, die Zeugnisse machen den Lehrern in diesen Tagen mehr Arbeit als sonst. Am Freitag haben die Kopfnoten Premiere: Neben Deutsch- und Mathenoten findet jeder Schüler sechs Zensuren für Arbeits- und Sozialverhalten auf seinem Zeugnis - das sind allein am Alexander-Hegius-Gymnasium (AHG) über 6000 Zeugnisnoten zusätzlich.

15.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Konferieren für Kopfnoten

Trotz des erheblichen Mehraufwandes begrüßt AHG-Schulleiter Joachim EngelhardtWilli MöllersRudolf HomannBernhard Probst (Foto) die Gesetzesänderung im Prinzip als gute Möglichkeit, die Schüler umfassender zu bewerten. "Ob es aber gleich sechs Noten (für Konfliktverhalten, Kooperationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit) sein müssen, bezweifle ich aber. Weniger Noten wären besser." Diese Ansicht teilt auch , Leiter der Realschule im Vestert. "Wir haben lange beraten und keine Einheitsnoten verteilt. Mit dem Ergebnis bin ich insgesamt sehr zufrieden. Es gibt nur wenige Male die Note "unbefriedigend" - und in diesen Fällen hoffe ich auf Besserung, wenn die Schüler die Note mal schwarz auf weiß auf dem Zeugnis sehen." , Leiter der Anne-Frank-Realschule, freut sich darüber, dass auch mancher leistungsschwächere Schüler gute oder sehr gute Kopfnoten auf seinem Zeugnis findet: "Sie zeigen, dass der Schüler bereit ist, sich anzustrengen." Eine positives Fazit zieht auch , Leiter der Franziskushauptschule. Dort haben die Lehrer mit Dokumentationsblättern für Transparenz bei Kindern und Eltern gesorgt. Probst: "Kopfnoten halte ich für eine sehr gute Sache. Sie zeigen zum Beispiel gegen manches Vorurteil, dass sich 95 Prozent der Hauptschüler tadellos benehmen."

Sozialarbeit bewährt

An der Franziskusschule gab es übrigens ausgerechnet bei den Jüngsten die meisten schlechten Kopfnoten. Bei den Fünftklässlern finden 16,4 Prozent der Kinder zwei Mal oder sogar öfter die Note "unbefriedigend" auf ihrem Zeugnis, die schlechteste von vier möglichen Noten. In den höheren Klassen haben lediglich zwei bis sechs Prozent unbefriedigende Noten. Aus Sicht von Schulleiter Probst ist das kein Zufall: "Unsere Schulsozialarbeit zeigt in den höheren Klassen Früchte." Die jetzige Diskussion um die Kopfnoten habe der Schulsozialarbeiterin zudem wichtige Anhaltspunkte für weiteren Handlungsbedarf gezeigt.

"Gespräche besser"

Die Kopfnoten finden aber nicht nur Zustimmung unter den Schulleitern. "Wir hatten ein besseres System, das wir nun aufgrund der höheren Belastung durch die Kopfnotenvergabe nicht mehr durchhalten können", so Ulrich Walters , Bischöfliche Canisiusschule. "Bislang haben wir in den Klassen 7 bis 10 ausführliche Beratungsgespräche mit den Schülern geführt. Noten können nicht ausdrücken, was wir ihnen dort nahe bringen konnten." gro

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<p>Gestern war Konferenztag im AHG: Neben den normalen Noten galt es in den Klassenkonferenzen, zusätzlich über 6000 Kopfnoten zu verteilen.  Grothues</p>

<p>Gestern war Konferenztag im AHG: Neben den normalen Noten galt es in den Klassenkonferenzen, zusätzlich über 6000 Kopfnoten zu verteilen. Grothues</p>

<p>Am Freitag gibt es Zeugnisse: Erstmals nach Jahrzehnten müssen die Lehrer wieder Kopfnoten vergeben.  Oberheim</p>

<p>Am Freitag gibt es Zeugnisse: Erstmals nach Jahrzehnten müssen die Lehrer wieder Kopfnoten vergeben. Oberheim</p>

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