Apothekerin Marie-Luise Nienhaus stellt sich auf einen Ansturm ein. © privat
Kostenlose FFP2-Masken

Kostenlose Masken: Ahauser Apotheken bereiten sich auf Ansturm vor

Für die Apotheken in Ahaus ist es eine echte Herausforderung, das Versprechen des Gesundheitsministers umzusetzen: kostenlose FFP2-Masken für Menschen ab 60 und andere Risikogruppen.

Apotheker Jürgen Robert – neben der Stern-Apotheke in Ahaus Inhaber von drei weiteren in Borken und Bocholt – kümmert sich, wie er sagt, seit drei Tagen ausschließlich um Corona-Schutzmasken. Um Bestellung und Organisation. Am Montag werde er dann rund 12.000 FFP2-Masken auf Lager haben, Ende der Woche dann nochmal 24.000 weitere. Und die Nachfrage ist schon jetzt riesig: „Ständig kommen Leute rein oder rufen an und fragen nach den Masken“, sagt Jürgen Robert.

Masken-Ausgabe startet am 15. Dezember

Erst ab dem 15. Dezember aber beginnt die Ausgabe. Jeder, der nachweisen kann, dass er zur Risikogruppe gehört, kann drei Masken mit nach Hause nehmen. Das heißt aber auch, dass diese zusätzliche Aufgabe für die Apotheken organisatorisch gelöst werden muss. Apotheker Robert regelt das so: „Eine Kasse bleibt ausschließlich für die Masken, die anderen für das Tagesgeschäft.“ Er hoffe aber, dass nicht alle gleich am ersten Tag sich ihr Masken-Kontingent abholen.

„Mit heißer Nadel gestrickt“, äußert sich der Apotheker kritisch zur Dezember-Aktion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Erst ab Januar sollen die Apotheker zumindest von der Überprüfung der Berechtigung befreit sein. Ab dann soll es fälschungssichere Corona-Coupons geben.

Marie Luise Nienhaus (Aesculap- und Marien-Apotheke) sieht das Ganze ähnlich: „Erst seit Donnerstagabend 18 Uhr haben wir genauere Infos.“ Auch bei ihr gibt es verstärkt Nachfragen zu den Vergabe-Modalitäten. „Wir haben uns mit zertifizierten Masken bevorratet und überlegen jetzt, wie wir das Ganze organisieren, wie wir Alter und Namen der Kunden festhalten“, sagt die Apothekerin. Auch in ihren Apotheken soll eine Person für die Masken-Aufgabe freigestellt werden. „Wir hoffen, dass es funktioniert.“

Genauere Infos erst am Donnerstagabend

Keine Klarheit habe es bis Donnerstagabend gegeben, ärgert sich auch Ursula Wagner (St. Georg Apotheke): „Bis dahin wussten wir nicht einmal, ob wir selbst die Masken besorgen sollen, oder ob es eine einheitliche Bestellung geben wird und wie das Ganze abgerechnet wird.“ Auf die Mail kurz vor 18.30 Uhr hat sie schnell reagiert und bei ihren Stammfirmen die Bestellung aufgegeben. Dass die Preise aber seit der Spahn-Ankündigung für die FFP2-Masken gestiegen seien, kann sie nicht bestätigen: „Im Gegenteil, sie sind inzwischen sogar gesunken.“ Noch am Freitagmorgen habe sie ein Angebot bekommen.

„Die Nachfrage ist einfach irre, viele mussten wir auf die folgende Woche vertrösten“, betont sie, dass erst am 15. Dezember die Masken abgeholt werden können. Organisatorisch sieht sie sich mit ihrer Apotheke in Ottenstein sogar im Vorteil: „Wir kennen fast alle unsere Patienten.“ Dennoch stehe man vor einer logistischen Herausforderung. Dass trotz aller Sorgfalt bei Erfassen und Abgleich der Kunden-Daten es auch solche gebe, die das Angebot ausnutzen und sich in mehreren Apotheken ein Masken-Trio besorgen, hält sie aber für nicht vermeidbar.

Was aber hält sie von der Kritik an der „Masken-Spenden-Aktion“, dass damit Menschen aufgefordert würden, ihr Haus zu verlassen, obwohl sie doch besser in den eigenen vier Wänden bleiben sollten? Ursula Wagner: „Auf Wunsch bringen wir die Masken auch nach Hause.“

Ziel: Große Schlangen vor der Apotheke vermeiden

Dr. Hendrik Niemann (Apotheke am Wall und Stephanus Apotheke) spricht ebenfalls von einer „logistischen Herausforderung“. Ab Dienstag nämlich rechnet er damit, dass „der Ansturm groß sein wird“. Viele hätten sogar gedacht, dass die Masken bereits jetzt verfügbar seien. Keine Probleme habe man damit, hier Aufklärungsarbeit zu übernehmen, man müsse aber gewährleisten, dass ab Dienstag sich nicht große Schlangen vor den Apotheken bildeten, da der Zugang ja begrenzt sei. Die Erfassung der Daten, wer die Masken bereits erhalten habe, will Dr. Niemann elektronisch erledigen.

Gespannt sei er, ob die Krankenkassen es tatsächlich bis Januar schafften, die fälschungssicheren Coupons herauszugeben. In Sachen Abrechnung der Dezember-Aktion sei die Information durchgesickert, dass die nicht nach Anzahl der ausgegeben Masken sondern pauschal nach den Packungszahlen rezeptpflichtiger Medikamente erfolge.

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