Bei Michael Tenk, Chef der Bäckerei Tenk-Bomkamp in Südlohn, bleiben die Preise vorerst konstant. © Victoria Garwer
Brötchenpreis

Kostet ein Brötchen bald einen Euro?

Die Allgemeine Bäckerzeitung warnt vor steigenden Kosten für Brot und Brötchen durch die Inflation – müssen wir wirklich bald einen Euro für ein Brötchen bezahlen?

Die aktuelle Inflation betrifft immer mehr Lebensbereiche. Nach Tankstelle und Heizung könnte jetzt auch der tägliche Gang zum Bäcker teurer werden. Wie gehen die lokalen Bäcker mit steigenden Rohstoff- und Energiekosten um?

Gestiegene Rohstoff- und Transportpreise

Zunächst sind die Rohstoffe deutlich teurer für die Bäcker geworden. Mit einer Preissteigerung von mehr als einem Drittel (34,4 Prozent) laut Statistischem Bundesamt schlägt das Getreide zu Buche – bei Zucker beträgt sie sogar über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Focus Online am 15. Oktober berichtet und in dem Zusammenhang auch auf ein Interview mit Johannes Kamm, dem Chef der Berliner Bäckerinnung, mit der Berliner Zeitung (B.Z.) verweist.

Kamm beklagt auch steigende Kosten für Zutaten aus Übersee wie Rosinen, Mandeln oder Kürbiskerne. „Die Transportkosten haben sich teilweise verzehnfacht“, so der Bäckermeister.

Brötchen bald einen Euro teuer?

Wie reagieren die Bäcker hierzulande auf die aktuellen Entwicklungen? Kann es wirklich sein, dass ein Brötchen bald einen Euro kosten müsste, um alle Preissteigerungen abfangen zu können, wie die Allgemeine Bäckerzeitung warnt?

Allzu drastisch drückt sich Paul Effing von der gleichnamigen Bäckerei mit zwei Filialen in Ahaus nicht aus. Aber auch er sieht sich gezwungen, seine Preise anzuheben – quer durchs Sortiment.

„Wir müssen die Energiekosten an unsere Kunden weitergeben“, so der Bäckermeister, „sonst bleiben wir selbst auf der Strecke“. Teilweise habe man schon Preiserhöhungen vorgenommen. Durchschnittlich fünf Prozent mehr müssen Kunden für Brot, Brötchen und Kuchen zahlen.

Auch Silvia Rawers denkt für ihre Produkte über eine Preiserhöhung nach. „Das könnte gut auf uns zukommen“, meint die Chefin über zwei Filialen in Ahaus und je einer in Ottenstein und Vreden.

Franz Schlüter, von der Bäckerei Schlüter mit Stammsitz in Stadtlohn und Filialen in Ottenstein, Südlohn und Vreden weiß, dass intern Überlegungen laufen, wie man sich den aktuellen finanziellen Entwicklungen anpassen könnte. „Die Mehrkosten werden wohl an die Kunden weitergegeben werden müssen.“

Allen Bäckern stecke auch Corona noch in den Knochen, zusätzlich seien Lohnkosten gestiegen. „Eine Preiserhöhung ist da unumgänglich“, meint er ohne schon konkrete Zahlen nennen zu können.

Erst mal abwarten

Für Michael Tenk, Chef der Bäckerei Tenk-Bomkamp in Südlohn, ist es noch zu früh, über Preiserhöhungen nachzudenken. „Unsere Preise bleiben erst mal konstant“, sagt der Handwerksbäcker.

Er könne nicht ständig seine Preise ändern. „Wir sind keine Tankstelle“, so der Südlohner. Er sei aber auch nicht so stark von steigenden Transportkosten betroffen wie Kollegen mit vielen Filialen.

„Ich muss meine Brötchen nicht von A nach B transportieren“, sagt er im Hinblick auf seinen einen festen Standort. Eine kleinere Anpassung habe er auch erst vor Kurzem vorgenommen – zum vollsten Verständnis seiner Kunden, die gerne bereit wären, einen angemessenen Preis für handgemachte Brötchen zu bezahlen.

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