Langjährige Schwimmausbilderin warnt vor Gefahren im nächsten Jahr

mlzCorona bremst Schwimmkurse

Durch die Corona-Lage kann die DLRG-Ortsgruppe Ahaus in allen Bereichen nicht wie gewohnt ausbilden. Das könnte gerade im nächsten Sommer zu Gefahren an Seen oder in Freibädern führen.

Ahaus

, 16.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Corona-Jahr 2020 hat in vielen Bereichen einen großen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das ist alles echt bedenklich“, findet Silvia Harpering-Kemper, Fachwartin Schwimmausbildung bei der DLRG-Ortsgruppe Ahaus. Denn sie befürchtet, dass durch die ausgefallenen Kurszeiten während des ersten Lockdowns im Frühjahr und jetzt irgendwann eine Lücke entsteht.

„Es greift alles ineinander. Wir können derzeit die Kinder, die Rettungsschwimmer und auch die Trainer nicht ausbilden“, berichtet Silvia Harpering-Kemper. Die 60 Kinder, deren Schwimmkurse im März abgebrochen wurden, haben diese im September weitergeführt.

Start der neuen Kurse ist noch offen

„Jetzt hatten wir gerade die Kenntnisse wieder aufgefrischt, einige hatten das Seepferdchen gemacht und sollten weiter Routine kriegen. Dann wurden wir wieder unterbrochen“, berichtet die Schwimmausbilderin.

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Eigentlich sollen die nächsten Kurse mit einer halbjährigen Verspätung im Januar beginnen. Was aus dieser Planung wird, ist noch nicht abzusehen. „Wir sind ganz aus dem Rhythmus gekommen. Man muss schauen, wie es am besten auskommt“, meint Silvia Harpering-Kemper.

Ohne Körperkontakt ist Ausbildung schwierig

Auch die Schwimmer, die im letzten Jahr die Anfängerkurse absolviert haben, wurden durch die Hygienevorgaben in ihrer Entwicklung gebremst. „Die Kinder sollen die nächsten Schwimmarten lernen. Das geht eigentlich nur mit Körperkontakt, der aber untersagt ist“, nennt die Ahauserin ein weiteres Problem.

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Die 60 Kinder in den Anfängerkursen mussten diesmal auf vier statt auf zwei Gruppen aufgeteilt werden, was für andere DLRG-Gruppen weniger Schwimmzeit bedeutete. Die alten Rettungsschwimmkurse wurden mit einigen kreativen Lösungen zu Ende geführt, die neuen konnten nicht beginnen, denn auch in dieser Ausbildung ist der Körperkontakt zentral.

Gefahr für Schwimmen im nächsten Sommer

Die langjährige Schwimmausbilderin warnt vor den Folgen: „Für den nächsten Sommer finde ich die Entwicklung ganz bedenklich. Man muss mehr auf die Kinder aufpassen.“ Gefahr drohe von zwei Seiten: Einerseits sind die schwimmenden Kinder nicht so gut ausgebildet, andererseits fehlt es auch an den Rettungsschwimmern, die auf sie achten sollen.

Darüber hinaus ist die DLRG auf den Trainernachwuchs angewiesen, da jedes Jahr ausgebildete Trainer ihre Heimat zum Studium oder zur Ausbildung verlassen. Auch hier hält die Pandemie den üblichen Lauf der Dinge auf.

Eltern und Kinder zeigen Verständnis in schwieriger Lage

„Das ist rundherum ein großes Problem“, stellt Silvia Harpering-Kemper fest. Schwimmen als ganzheitliche Sportart sei auch für Kinder geeignet, die in anderen Sportarten Schwierigkeiten hätten.

„Wer nicht so gut laufen kann und keine gute Koordination hat, kann trotzdem im Wasser gut aufgehoben sein“, hat sie beobachtet. Deswegen sei es fast tragisch, dass auch in den Schulen kein Schwimmunterricht stattfindet.

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Erfreut zeigt sich Silvia Harpering-Kemper über das Verständnis der Eltern. „Noch hat trotz der Lage keiner gemeckert oder sich abgemeldet. Die Leute wissen, dass wir alles ehrenamtlich machen“, berichtet sie.

Auch die Kinder kennen sich schon gut mit den Corona-Bestimmungen aus. Als Silvia Harpering-Kemper mit den jüngsten Schwimmern zur Auflockerung singen wollte, warnte ein aufmerksames Kind: „Das dürfen wir nicht, denk doch an die Aerosole!“

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