Lebhafte Diskussion um Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Bahndamm“

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Das Wessumer Gewerbegebiet „Am Bahndamm“ wird erweitert. Das steht schon lange fest. Dass ein Teil des Bebauungsplans nun aber doch nicht ausgewiesen werden soll, sorgt für Diskussionen.

Ahaus, Wessum

, 06.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für die Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Bahndamm“ in Wessum nehmen weiter Formen an. Stadtplaner Walter Fleige berichtete dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr, dass allerdings „der Teufel im Detail“ stecke. Daher seien die Fortschritte nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung im Dezember des Vorjahres hat es insgesamt 17 Stellungnahmen gegeben. „Das kam für uns nicht überraschend“, so Fleige. Eine davon betraf die (fehlende) Löschwasserversorgung. „Da wird es nicht nur eng, sondern es reicht einfach nicht aus.“ Laut Berechnungen fehlen für das Gewerbegebiet am Bahndamm aktuell rund 300 Kubikmeter Wasser.

Zuständigkeit klar geklärt

Die Zuständigkeit ist schnell geklärt. Im Landesrecht NRW heißt es: „Die Bereitstellung von Löschwasser fällt in die Zuständigkeit der Gemeinden.“ Allerdings erklärte Walter Fleige: „Diese Zuständigkeit ist auf den Grundschutz beschränkt. Für den Objektschutz ist der jeweilige Eigentümer selbst zuständig.“ Sollte sich also „Am Bahndamm“ ein Unternehmen ansiedeln, das zum Beispiel mit hochbrennbaren Stoffen arbeitet, müsste es entsprechende Brandschutzmaßnahmen treffen und auch für zusätzliches Löschwasser sorgen.

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Für die fehlenden 300 Kubikmeter Wasser braucht es trotzdem eine Lösung. Die Idee: ein unterirdisches Stahlbetonbecken. Rund 200.000 Euro wird es laut erster Kalkulation grob kosten. „Die laufenden Kosten sind relativ gering, denn das Becken ist in sich geschlossen“, erklärte Walter Fleige. Der Standort ist noch nicht endgültig geklärt, es soll aber eher im Norden der Gewerbegebiets-Erweiterung angesiedelt werden. „Warum?“, wollte ein Ausschussmitglied wissen.

„Wir kennen die Interessenten, wir kennen den Flächenbedarf. Es ist denkbar, dass wir den südlichen Stich nicht brauchen“, erklärte der Stadtplaner. Damit entfachte er eine lebhafte Diskussion. Der Wessumer Franz Benölken (CDU) zeigte sich empört: „Es ist nicht das erste Mal, dass man versucht, etwas unter den Tisch fallen zu lassen. Jetzt im Süden wieder Fläche wegzunehmen, finde ich ehrlich gesagt unglücklich. Der Rat hat beschlossen, dass die Fläche Wessum zur Verfügung stehen soll.“ Gerade für kleinere Betriebe, die sich in dem Ahauser Ortsteil ansiedeln wollen, seien sie ideal geeignet.

Im Süden am Ende der Erweiterungsmöglichkeit

Walter Fleige erklärte die Überlegungen aus Sicht der Verwaltung: „Im Süden ist es ein schwieriger Zuschnitt. Wir sind da am Ende unserer Erweiterungsmöglichkeiten und stoßen an einen landwirtschaftlichen Betrieb. Wenn wir dort Flächen vorsorglich überplanen, könnte das zu Verspannungen mit den Landwirten führen. Und wir brauchen das ‚Good Will‘ der Landwirtschaft.“ Außerdem betonte er: „Der Bedarf ist da und anerkannt, egal wo wir ihn ausweisen.“

Franz Benölken bohrte weiter nach. Auch Thomas Vortkamp (CDU) erklärte: „Die Flächen sind für das Gewerbe vorgesehen, dann sollte man sie auch dafür nutzen.“ Walter Fleige wies erneut auf mögliche Probleme hin: „Unsere Überlegung ist es, in diese Angelegenheit Ruhe reinzubringen. Wir sollten versuchen, mit dem angrenzenden Landwirt klarzukommen.“ Ebenjener Landwirt hatte die Erweiterung des Gewerbegebiets durch einen Flächentausch überhaupt erst ermöglicht.

Am Ende einigte man sich darauf, die Diskussion in die Zukunft zu verlegen. „Wir müssen den Bedarf nicht jetzt und auch nicht unbedingt an dieser Stelle ausweisen“, so Fleige. Sichtbar widerwillig stimmte dann auch Franz Benölken – wie der Rest des Ausschusses – den Plänen zu.

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