Leidengeschichte voller Leidenschaft

Matthäus-Passion

Eine Passion ist eine Leidenschaft. Die „Matthäus-Passion“ von Georg Philip Telemann aus dem Jahr 1730, die in einer Neu-Edition von Hajo Wienroth am Freitagabend in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt aufgeführt wurde, wurde zum Inbegriff des Wortes Leidenschaft.

AHAUS

von von Denise Perevort-Elkemann

, 01.04.2012, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leidengeschichte voller Leidenschaft

Die Mitwirkenden begeistern das Publikum.

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Die von Telemann vor mehr als 250 Jahren vertonte Matthäus-Passion hat nichtsan seiner Intesität verloren, wie das Publikum in der Ahauser Kirche St. Mariä Himmelfahrt festgestellt hat.
01.04.2012
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Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
Zahlreiche Mitwirkende haben das Konzert zum Erfolg werden lassen. © Foto: Janny Heisterborg
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Denn nicht nur die Passionsgeschichte Christi, die neben dessen Leiden auch dessen unerschütterliche Liebe zu den Menschen beinhaltet, sondern auch die musikalische Leidenschaft der berührenden Aufführung überzeugte die große Zuschauerschar. Unter der kompetenten Gesamtleitung der Kirchenmusikerin Anne-Katrin Vogel wurde die Zusammenarbeit der Chorgemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt, dem Projektchor (Wolfgang Klose, Clemens Breitschaft, Evelyn Ziegler, Patrick Ruyters) und dem Europäischen Barockorchester Le Chardon zu einem mitreißenden großen Ganzen. Denn ebenso groß wie das Thema, das mittels erzählter oder gesungener Bibelzitate und Bibelstellen wieder neu begreifbar wurde, war die künstlerische Darbietung, an deren Gelingen der stimmgewaltige Chor und das kenntnisreich und einfühlsam spielende Orchester gleichermaßen beteiligt waren. Zum Zauber des Abends trugen zudem besonders die Solisten bei, die die Passionsgeschichte nahezu sinnlich erlebbar machten. Dem Tenor Wolfgang Klose kam als Evangelist eine Erzählerfunktion zu, und so hatte er am meisten zu sagen, und er führte leidenschaftlich durch die dramatischen Geschehnisse. Auf höchstem Niveau erlebte das gefesselte Publikum eine packende Geschichte von Freundschaft, Gemeinschaft, Verrat, Hass und Tod. Während Clemens Breitschaft in der Rolle Jesus brillierte, schlüpften die Sopranistin Evelyn Ziegler und der Bariton Patrick Ruyters mit Intensität in die Rollen von Petrus, Judas oder Pilatus. Der Chor, eingebettet in das außerordentlich gefühlvolle Spiel des von Hajo Wienroth geleiteten Barockorchesters, wurde zum Sprachrohr des Volkes und es gab starke, dramatische Momente, wenn es nahezu jubilierend forderte „Lass ihn kreuzigen!“. Unter die Haut ging Jesus verzweifelter Ausruf „Eli, eli lama asabthani?- Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, und nur die Gewissheit, dass Jesus letztlich siegt, wenn er besiegt wird, ließ das Unbehagen bei den Zuschauern weichen. Die mitreißende zweieinhalbstündige Inszenierung zeigte, was es bedeutet, eine Passion zu haben und das gleichermaßen berührte wie begeisterte Publikum bedankte sich mit langen stehenden Ovationen.

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