Lisa, Eva und Sophia unter Bauern

In Film mitgewirkt

AHAUS „Erst haben sie uns in der Maske ganz schmutzig und die Haare filzig gemacht, dann mussten wir in einer langen Reihe in den ‚Duschraum‘, bei wenig Licht und in trüber Stimmung, immer traurig nach unten sehen. Das war echt schlimm.“ – Lisa Scheiwe (14) schildert eine besonders beeindruckende Filmszene der Judenverfolgung. Zusammen mit ihren Schwestern Eva (13) und Sophia (9) hat sie als Komparsin in dem Kinofilm „Unter Bauern“ mitgewirkt.

von Von Manfred Elfering

, 02.10.2009, 16:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bis es dazu kam, hatten sie nach der Bewerbung – Eva: „Wir wollten einfach mal erleben, wie so ein Tag am Set wohl ist“ – allerdings einiges zu bewältigen gehabt: Das Casting mit Vorsprechen, eine Fotosession, ärztliche Bescheinigungen und eine Genehmigung der Schule… „Alles überraschenderweise gar kein Problem“, weiß Mutter Susanne Scheiwe, die ihre Töchter zum Dreh begleitet hat. Noch heute staunen sie, wie oft die Szenen wiederholt werden mussten: „Das war für höchstens eine Minute über 30 mal gedreht!“

Lisa und Eva staunten auch über Schauspieler Armin Rohde, den sie in der Mittagspause anzusprechen wagten, und der ihnen dann ganz locker Tipps und Autogramme gab. Veronica Ferres dagegen, mit der zusammen Sophia in der Maske die Haare gerichtet bekam, habe pausenlos ihr Handy bedient. „Bestimmt Beziehungsstress zu der Zeit“, mutmaßt Mutter Susanne. Was sie sonst der „Filmkarriere“ ihrer Töchter entnahm, ist die Tatsache, „dass zuhause viel mehr über Geschichte und das Thema NS-Zeit gesprochen wird“. Auch die Großeltern als Zeitzeugen hätten da eine Menge beitragen können.  Zur Premiere des Kinofilms am 7. Oktober sind die Scheiwes nach Münster eingeladen und zur „Teampremiere“ am 10. Oktober nach Köln.

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