Sommer 2021 war angepeilt und es hat geklappt: Am Wochenende soll der Löschzug Wüllen der Freiwilligen Feuerwehr in das neue Gerätehaus an der Barler Straße umziehen – wegen der Coronabedingungen allerdings nur im ganz kleinen Rahmen. © Stephan Rape
Freiwillige Feuerwehr

Löschzug Wüllen steht kurz vor dem Umzug ins neue Feuerwehrgerätehaus

Der Löschzug Wüllen der Freiwilligen Feuerwehr Ahaus hat es fast geschafft: Am Wochenende beziehen die Feuerwehrleute ihr neues Gerätehaus. Und das wird dringend Zeit.

Noch riecht es im neuen Gerätehaus des Wüllener Löschzugs nach frischer Farbe. Noch fehlen auch noch einige Kleinigkeiten. In der Küche etwa wird noch gearbeitet. Auch ein Elektriker ist am Dienstag noch mit einigen Restarbeiten beschäftigt. Doch am Samstag (15. Mai) sollen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus Wüllen ihr neues Gerätehaus an der Barler Straße beziehen.

Natürlich nur in Kleingruppen und natürlich auch ohne eine große Einweihungsparty: Wegen der Coronapandemie ist das im Moment natürlich längst noch nicht denkbar. „Wir müssen die Einsatzbereitschaft sicherstellen“, sagt Berthold Büter, Leiter der Feuerwehr Ahaus, als er am Dienstag einen ganz schnellen Rundgang durch die Räume macht.

Genug Platz für alle Feuerwehrfahrzeuge aus Wüllen: In der neuen Fahrzeughalle steht deutlich mehr Raum zur Verfügung.
Genug Platz für alle Feuerwehrfahrzeuge aus Wüllen: In der neuen Fahrzeughalle steht deutlich mehr Raum zur Verfügung. © Stephan Rape © Stephan Rape

Er spricht von einem Quantensprung, den die Feuerwehr in Wüllen von ihrem alten Gerätehaus an der Friedmate machen wird. Und damit leistet er sich wohl die Untertreibung des Jahres: Sowohl was den Platz als auch was die Ausstattung im neuen Gerätehaus angeht, ist ein Vergleich zwischen den Gebäuden kaum möglich.

Altes Gerätehaus erfüllt viele Anforderungen nicht mehr

Nochmal ein Blick auf das 1956 gebaute alte Feuerwehrgerätehaus: Das entspricht schon lange nicht mehr den gängigen Standards für die Feuerwehr aber auch für den Arbeitsschutz: Zu geringe Durchfahrtshöhen, zu wenige und zu enge Stellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge, zu kleiner Schulungsraum, keine geschlechtergetrennten Sanitäreinrichtungen, Kreuzungsverkehr zwischen ankommenden Feuerwehrleuten und ausrückenden Fahrzeugen – die Mängelliste ist lang.

Wie geht es mit dem alten Feuerwehrgerätehaus in Wüllen und vor allem mit den Räumen des Musikvereins Wüllen weiter? Die Planung zieht sich noch hin.
Wie geht es mit dem alten Feuerwehrgerätehaus in Wüllen und vor allem mit den Räumen des Musikvereins Wüllen weiter? Die Planung zieht sich noch hin. © Stephan Rape © Stephan Rape

Und sie gehört bald der Vergangenheit an: Vom großzügigen Parkplatz am Gerätehaus gelangen die Feuerwehrleute in die separaten Umkleiden und von dort direkt in die Fahrzeughalle. Die Feuerwehrautos verlassen das Gelände dann auf der anderen Seite in Richtung Stadtlohner/Borkener Straße.

Auch der zusätzliche Mannschaftstransportwagen des Löschzugs Wüllen kann jetzt in Wüllen in der Fahrzeughalle stehen und muss nicht mehr in der Feuer- und Rettungswache in Ahaus geparkt werden. Er ist schon umgezogen und wartet auf die anderen Fahrzeuge.

Geschlechtergetrennte Umkleiden für die Feuerwehrleute. Die sind im neuen Gerätehaus auch ausreichend groß und von den Fahrzeugen getrennt, so dass die Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten werden können.
Geschlechtergetrennte Umkleiden für die Feuerwehrleute. Die sind im neuen Gerätehaus auch ausreichend groß und von den Fahrzeugen getrennt, so dass die Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten werden können. © Stephan Rape © Stephan Rape

Nach dem Einsatz können sich die Feuerwehrleute auf großzügige Duschen und eine klare Trennung zwischen schmutzigen Bereich und sauberer Umkleide freuen.

Auch der große Schulungsraum wartet nur darauf, genutzt zu werden. „Das ist im Moment natürlich auch noch nicht möglich“, sagt Berthold Büter. Die Pandemie.

Berthold Büter betont, dass die Anforderungen an das neue Gebäude klar umrissen waren: Durch Vorgaben aus den Arbeitsschutzregelungen und die Brandschutzbedarfsplanung.

Neubau liegt perfekt im Zeitplan

Zeitlich ist der Neubau eine Punktlandung: Die Fertigstellung hatte die Stadt Ahaus beim ersten Spatenstich Anfang Januar 2020 mit Sommer 2021 angegeben. „Wir liegen super in der Zeit“, so Berthold Büter.

Natürlich gebe es wie bei jedem Neubau noch eine Menge kleiner Baustellen, die sich im Zweifel auch erst im Betrieb lösen lassen. Dennoch sei er froh und dankbar: Auch für das besondere ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute aus Wüllen, die beispielsweise auch in die Planung des neuen Gebäudes eingebunden waren.

17 Monate Bauzeit und rund 2,6 Millionen Euro Baukosten: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Wüllen ist pünktlich fertig geworden.
17 Monate Bauzeit und rund 2,6 Millionen Euro Baukosten: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Wüllen ist pünktlich fertig geworden. © Stephan Rape © Stephan Rape

Der Umzug soll dabei im ganz kleinen Rahmen vonstatten gehen. „Wir nehmen das neue Gerätehaus in Betrieb. Die Feuerwehrleute aus Wüllen werden ab Samstag von hier aus ausrücken. Mehr nicht“, erklärt Berthold Büter. Büroausstattung, Einsatzkleidung und -ausrüstung sollen in kleinen Gruppen an den neuen Standort transportiert werden.

Einweihung folgt sobald sie wieder möglich ist

Eine große Einweihung ist für später geplant. Wenn es die Coronabedingungen zulassen. Dann will er auch den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr seine ganz persönliche Anerkennung aussprechen: „Mit welchem Pflichtbewusstsein die sowohl den Bau begleitet als auch auf große Feierlichkeiten etwa zum Richtfest verzichtet haben, ist schon beeindruckend“, erklärt er. Und dann soll das neue Gebäude auch im Detail vorgestellt werden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.