Was tun, wenn die Luft wegbleibt? Ein Lungenarzt gibt Tipps

mlzAbendsprechstunde zum Thema Luftnot

„Frag doch mal den Arzt!“ ist das Motto der Abendsprechstunden. Diesmal referierte Dr. Markus Wittenberg zu seinem Fachgebiet Lungenheilkunde und stellte sich den Fragen aus dem Publikum.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 21.11.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gründliche Definitionen von Krankheitsbildern, etwas eklige Bilder aus dem Inneren der Lunge und so manches Fremdwort – das war der geringere aber notwendige Teil der Abendsprechstunde zum Thema Luftnot.

Viel wichtiger aber: Dr. Markus Wittenberg gab einen guten Überblick zur Lungenheilkunde und zum Thema Luftnot. Beherzt beantwortete er viele Fragen aus dem Publikum.

Chefarzt in Stadtlohn

Wittenberg ist seit Oktober Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Innere Medizin im Stadtlohner Krankenhaus und hat vermutlich ab dem neuen Jahr auch für Akutpatienten Termine frei, so gab er vorsichtig zu verstehen.

Am Mittwochabend in der Stadthalle führte er Betroffene, Angehörige und Interessierte an die wichtigsten Stationen der Atemwege und beschrieb die Untersuchungsmethoden für die Lunge.

So stellte er Ultraschall als wichtige Methode heraus, um Wasseransammlungen rund um die Lunge darzustellen.

Hühnerknochen im Bronchiengang

Bei der Vorstellung einiger Kamerabilder aus der Lunge merkte man ihm eine gewisse spielerische Freude an, die aber in einer dringenden Warnung mündete. So berichtete er von einer Patientin, die ein Jahr lang unter Husten litt.

Dafür verantwortlich: ein Stück Hühnerfleisch mit Knochen – es wurde ihr aus einem Bronchiengang entfernt. Wittenberg plädierte für eine eiligere Vorstellung beim Arzt, wenn etwas in die falsche Röhre gelangt.

Was tun, wenn die Luft wegbleibt? Ein Lungenarzt gibt Tipps

Rund 150 Zuhörer informierten sich in der Stadthalle bei der Abendsprechstunde über Lungenkrankheiten. © Andreas Bäumer

Die Faszination des Arztes für die Lungenspiegelung rührt wohl auch daher, dass hiermit massive Blockaden in der Lunge nicht nur gefunden, sondern auch entfernt werden können.

Chronische Krankheiten

Leider – das stellte sich verstärkt bei den Publikumsfragen heraus, sind viele der Kranheitsbilder, die Luftnot verursachen, eben nicht gänzlich behandelbar, sondern schwere chronische Krankheiten.

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Für Luftnot sorgen beispielsweise die chronisch obstruktive (verstopfenden) Lungenkrankheit (COPD), Asthma durch Anstrengung oder Allergie, Lungenfibrose, bei der Gewebeneubildung den Weg des Sauerstoffs ins Blut stark erschwert und die Zersetzung der Atemmuskeln durch das eigene Immunsystem bei Sarkoidose oder Myasthenie.

Behandlungsmethoden

Wittenberg sprach deshalb auch differenziert über medikamentöse Behandlungen auch mit Cortison, über Klopfmassagen, Atemübungen und die Sauersstoffversorgung über den Nasenschlauch.

Er machte darauf aufmerksam, dass Patienten gerade letzteres nicht zu weit in die Zukunft schieben sollten.

Dem Motto der Abendsprechstunden „Frag doch mal den Arzt!“ folgten viele Patienten mit Lungenbeschwerden und deren Angehörige. Nach der Veranstaltung war Dr. Wittenberg offen für privatere Fragen und es bildete sich eine Traube von Interessierten um ihn.

Wichtiges aus dem Vortrag zur Luftnot
  • Luftnot (Dyspnoe) ist ein subjektives Gefühl mit unterschiedlichen Empfindungen unterschiedlicher Stärke. Sie ist eine Kombination aus körperlichen, psychischen, sozialen und Umweltfaktoren und unterscheidet sich deshalb vom objektiv messbaren Sauerstoffmangel (Hypoxämie).
  • Durch die Nase zu atmen ist gesünder, denn in der Nasenhöhle wird die Luft angefeuchtet und angewärmt.
  • Husten und Schleimbildung ist wichtig. Beides sind natürliche Abwehrreaktionen der Lunge gegen Fremdkörper, Viren und Bakterien. Flimmerhärchen tragen Schleim langsam aus der Lunge. Das Abhusten beschleunigt den Transport.
  • Ob mit COPD, Asthma oder Lungenfibrose – chronische Lungenpatienten gehören zur Risikogruppe, für die eine Grippe-Impfung empfohlen wird.
  • Rauchen und Lunge verträgt sich gar nicht.
  • Körperliche Aktivität und leichter Sport unterstützt den Atemprozess und die Selbstreinigung der Lunge. Sie hält die Atempumpe in Übung.
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