Maria Woltering (67), stellvertretende Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin von Ahaus, an ihrem Lieblingsplatz: Der Eckbank in der Küche. Die dreifach Mutter und Großmutter ist stolz auf ihr politisches Amt – und ihre Wurzeln in der CDU. © Stephan Rape
Ehrenamtliche Bürgermeisterin

Maria Woltering fühlt sich geehrt, die Stadt Ahaus vertreten zu dürfen

Stellvertretende Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin von Ahaus – Maria Woltering (67, CDU) hat sich viel vorgenommen. Doch ihr Amt sieht sie weniger als Belastung, sondern als ehrenvolle Aufgabe.

Maria Woltering ist stolz: Zum zweiten Mal wurde die 67-jährige CDU-Politikerin als stellvertretende Bürgermeisterin und damit auch als Ortsvorsteherin für Ahaus gewählt.

„Das ist mit Sicherheit eine Halbtagsstelle“, sagt sie. Eine Aufgabe allerdings, der sie sich mit großer Freude und Begeisterung widme: „Mit den Menschen in Kontakt zu kommen oder sie zu einem besonderen Festtag zu besuchen ist eine wahnsinnig schöne Aufgabe“, erzählt die passionierte Jägerin. Jubilare oder Ehepaare an einem runden Hochzeitstag würden es immer als Ehre empfinden, Besuch im Auftrag der Stadt zu bekommen.

Für diesen Monat habe die Ahauser Verwaltung alle Besuche abgesagt. Das Coronavirus. „Es fällt mir sehr schwer, die Menschen nicht besuchen zu können“, sagt die 67-Jährige. Gerade die Senioren würden unter den Kontaktbeschränkungen sehr leiden. „Aber es geht im Moment eben einfach nicht anders.“

Doch die Besuche sind ja nur ein Teil der Aufgabe. „Natürlich ist Bürgermeisterin Karola Voß die erste Ansprechpartnerin für die Menschen in der Stadt“, sagt sie. Doch als deren Stellvertreterin und Ortsvorsteherin in Ahaus werde sie eben auch oft angesprochen. Diese Aufgabe empfinde sie als besondere Ehre.

Politik als Aufgabe mit viel Herzblut

Da unterscheide sie auch nicht zwischen Ehrenamt und Freizeit: „Wenn die Leute mit mir sprechen möchten, freue ich mich darüber. Ich mache Politik mit Herzblut“, sagt sie. Auch zu später Stunde auf einer Feier oder einfach nur spontan am Gartentor. „Ich rede gerne mit den Leuten und höre ihnen auch gerne zu“, ergänzt sie. Natürlich gebe es auch viel zu erklären: Warum diese oder jene Entscheidung im Rat getroffen wurde oder eben nicht. Warum sich ein Projekt länger als gedacht hinzieht.

Oder auch warum die CDU in den Ratssitzungen oft geschlossen abstimmt, ohne zu diskutieren. „Diese Diskussionen geschehen ja vorher in den Fraktionssitzungen“, erklärt Maria Woltering. Dort werden die Meinungen ausgetauscht. Und dort werde auch nach einer gemeinsamen Linie gesucht, um die dann öffentlich im Rat zu vertreten.

Eine Trennung von Partei und Ehrenamt gibt es bei ihr nicht

Ihre Fraktion vertritt Maria Woltering auch als Ortsvorsteherin und stellvertretende Bürgermeisterin. „Ich bin CDU-Bürgermeisterin und will das nicht ablegen“, sagt sie. Sie stehe für ihre Partei und ihre Fraktion. „Etwas anderes kam für mich nie in Frage“, sagt sie. Und fügt lächelnd hinzu: „Schließlich komme ich aus einem CDU-Haus. Da wäre eine Mitgliedschaft in einer anderen Partei gar nicht in Frage gekommen.“

Deswegen empfindet sie das Wahlergebnis für den CDU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Michael Räckers auch als Riesenenttäuschung. „Aber der Bürger hat entschieden, damit müssen wir jetzt arbeiten“, erklärt sie.

„Ahauser sind im großen Ganzen zufrieden“

Doch wo drückt die Ahauser konkret der Schuh? Was bekommt sie von den Sorgen und Gedanken der Menschen in der Stadt mit? Vieles drehe sich um die Verkehrsführung: Die Zukunft der Wallstraße, die geplante Innenstadttangente am Stadtwall, die Südtangente. Aber auch die Sanierung der Aabachschule, der Hochwasserschutz und die Herausforderungen in der Landwirtschaft seien nicht nur aktuelle Aufgaben in Ahaus sondern auch zentrale Punkte ihrer persönlichen Agenda. „Die Menschen wollen mitreden“, sagt Maria Woltering. Und deren Meinungen in die Politik zu transportieren hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. „Da müssen wir Politiker auch Druck ausüben, um die Entwicklungen in die richtige Richtung voran zu treiben.“

Im großen Ganzen seien die Ahauser aber sehr zufrieden: „Wir brauchen hier auch eigentlich nicht zu stöhnen.“ In Ahaus gebe es alles was man brauche direkt vor Ort.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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