Massentest an Canisiusschule: Zehn Lehrer müssen in 14-tägige Quarantäne

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An der Canisiusschule in Ahaus hat sich ein Lehrer mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstagnachmittag nahm das DRK über 120 Abstriche von Schülern und Lehrern. Einige müssen in Quarantäne.

Ahaus

, 08.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schüler zählen schon die Stunden bis zu den Herbstferien. Doch kurz vor der zweiwöchigen Lernpause hat Corona die Bischöfliche Canisiusschule noch erwischt. Am Mittwochnachmittag erhielt eine Lehrkraft ihr positives Testergebnis. Es ist der erste Fall an dem Ahauser Gymnasium. Die gute Nachricht und ein Fortschritt zum Beginn der Coronakrise: die ganze Schule muss nicht geschlossen werden. Nur ein Bruchteil der Schüler erhält zwei Tage digitalen Unterricht.

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In einem Schreiben an die Eltern teilte Schulleiter Niels Hakenes am Mittwochabend mit, welche Lerngruppen konkret betroffen sind: die Klassen 5b, 6a und 8a sowie der Deutsch-Grundkurs 3 in der Q2. Insgesamt sind es 116 Schüler, die sich bis zu einem negativen Befund in sogenannte häusliche Absonderung begeben müssen. Für sie stand am Mittwochnachmittag der obligatorische Coronatest an. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises Borken rückte das Deutsche Rote Kreuz aus, um auf dem Schulgelände die Abstriche zu nehmen. Das Ergebnis wird frühestens am Freitagabend, eher aber am Samstag erwartet, erklärte Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises.

Einige Lehrer ebenfalls getestet

Auch einige Lehrer mussten sich einem Test unterziehen. Niels Hakenes erklärt: „Es handelt sich um die Lehrkräfte, die mit der positiv getesteten Person an einem Tisch saßen oder anderweitig mit ihr in Kontakt gekommen sind, zum Beispiel in der Fahrgemeinschaft.“ Anders als den Schülern hat das Gesundheitsamt diesen neun Lehrern, da sie als enge Kontaktpersonen eingestuft wurden, eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne verordnet.

Bei der infizierten Lehrkraft sind am vergangenen Freitag (2. Oktober) Symptome aufgetreten. Anschließend ließ sie sich testen und wartete zu Hause auf ihr Ergebnis. Am Mittwoch stand dann die Diagnose fest. Anschließend griffen die Automatismen.

Testung „reine Vorsichtsmaßnahme“

Niels Hakenes erklärte am Donnerstag gegenüber der Redaktion: „Bei der Testung der Schüler handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gesundheitsamt schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung als sehr gering ein.“ Das liege auch daran, dass die Corona-Regeln an der Schule streng eingehalten worden seien. „Wo Abstände nicht möglich sind, wird Maske getragen“, so Hakenes.

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Auch Ellen Bulten attestiert der Schule: „Die Hygienemaßnahmen wurden gut eingehalten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es dann in Schulen so gut wie nie zu einer Weiterverbreitung des Virus kommt.“ Eine für alle etwas kuriose Situation ist es, weil am Freitagmittag in NRW die Herbstferien beginnen. Das hat Vor- und Nachteile.

Ferien sind Vor- und Nachteil

„Egal wie die Tests ausgehen, es gibt erst einmal keinen Präsenzunterricht. Das macht es zunächst etwas leichter“, erklärte Niels Hakenes. Allerdings sagte er auch: „Kompliziert wird es, falls es weitere positive Testergebnisse gibt und dadurch neue Ketten nachvollzogen werden müssen.“ Kein unwahrscheinliches Szenario wäre in einem solchen Fall, dass sich einige Schüler dann schon im Urlaub befinden.

Ganz allgemein schätzt der Schulleiter der Canisiusschule die Situation realistisch ein: „Es würde an ein Wunder grenzen, wenn Corona uns nicht auch treffen würde. Für unsere Schule ist es zwar das erste Mal, aber wir sehen, dass die Kommunikation gut lief und alle Maßnahmen rechtzeitig ergriffen wurden. Trotz der schlechten Nachricht, stimmt mich das positiv.“ Ein weiteres Indiz dafür: „In der Schülerschaft ist es relativ ruhig und auch vonseiten der Elternschaft gab es heute relativ wenig Rückfragen zu dem Thema“, so Hakenes am Donnerstag.

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