Mauer gegen Atommüll

Sonntagsspaziergang am Zwischenlager

23 Castor-X an der Landstraße 570 waren am Sonntag nicht nur das Spalier für die Atomkraftgegner auf dem Weg zum Sonntagsspaziergang am Atommüll-Zwischenlager. Die Kreuze haben eine besondere Symbolik.

Ahaus

, 19.12.2016, 07:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die „Atomianer“ beteiligten sich gestern mit einer Performance am Sonntagsspaziergang am Atommüll-Zwischenlager.

Die „Atomianer“ beteiligten sich gestern mit einer Performance am Sonntagsspaziergang am Atommüll-Zwischenlager.

"Die 23 X stehen für 23 Milliarden Euro. Das ist die Summe, mit der sich die Kraftwerksbetreiber freigekauft haben von der Entsorgung des Atommülls", erklärte Heiner Möllers von der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" den etwa 60 Demonstranten beim letzten Sonntagsspaziergang 2016.

Gregorianische Gesänge

Und dafür hatten sich die Atomgegner einiges einfallen lassen. Von mystischen, gregorianischen Gesängen - die von der Mauer des Atommülllagers auf der anderen Straßenseite zurückhallten - begleitet, zogen die "Atomianer"zu 195 gelben und schwarzen "Atommüllfässern" und bauten damit eine Mauer an der Wetterstation neben dem Zwischenlager. Die Fässer gehören zu einem Projekt der Asbecker Künstler Hans und Petra Nijman.

"Mit der Mauer wollen wir der Landesregierung klar machen, dass wir hier den Müll aus Jülich und Garching nicht wollen", betonte Heiner Möllers. Für den Fall, dass es im Jahr 2018 tatsächlich Atommüll-Transporte nach Ahaus geben wird, kündigte Möllers Widerstand an. Möllers: "Das wird kein Spaß werden".

Grußwort von Karola Voß

Als die Mauer aus Protestfässern stand, sperrte die Polizei die Landstraße und die Demonstranten rollten für die weitere Kundgebung ein paar Fässer auf die Straße. Ein Grußwort richtete dabei die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß an die Teilnehmer. "Das mache ich gerne, weil es auch meiner Auffassung entspricht", machte die erste Bürgerin Ahaus kein Geheimnis aus ihrer Einstellung zur Atommülleinlagerung in Ahaus. "Es wird ein langer Weg werden", berichtete Karola Voß davon, dass die Stadt gerade prüfen lässt, welche rechtlichen Möglichkeiten die Kommune hat, um die für 2018 geplante Einlagerung von Atommüll zu verhindern.

Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland überreichte der Bürgermeisterin eine von 87 Initiativen unterzeichnete "Westcastor-Resolution", die zum Ziel hat, die Atommüll-Transporte aus Jülich zu verhindern. Nach dem Spaziergang um das Zwischenlager war dann die Volx-Küche ein willkommenes Ziel für die dann doch fröstelnden Demonstranten.

Die "Atomianer" symbolisieren mit ihren Auftritten die Notwendigkeit, durch einen Kult die Information über die tödliche Strahlung des Atommülls 30000 Jahre in die Zukunft zu übermitteln. Zielsetzung ist es, die Folgen der Energiepolitik, insbesondere der Nutzung der Atomenergie und der Problematik der Endlagerung von radioaktiven Abfällen, in der Öffentlichkeit zu thematisieren.

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