Mehr Einsatzkräfte im Karneval

Deutlich erhöhte Sicherheit

Die Polizei will bei den Karnevalsumzügen Anfang Februar mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften für Sicherheit sorgen.

Ahaus

, 20.01.2016, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften will die Polizei bei den Karnevalsumzügen Anfang Februar mit tausenden von Zuschauern für Sicherheit sorgen – im Bild der Umzug in Wüllen vom vergangenen Jahr.

Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften will die Polizei bei den Karnevalsumzügen Anfang Februar mit tausenden von Zuschauern für Sicherheit sorgen – im Bild der Umzug in Wüllen vom vergangenen Jahr.

"Nach Köln und den großen Umzügen hier haben wir uns darüber viele Gedanken gemacht", betonte gestern Landrat Dr. Kai Zwicker im Rahmen eines Pressegespräches, als er zusammen mit der Spitze der Kreispolizeibehörde das Sicherheitskonzept für die insgesamt 14 Karnevalsumzüge im Kreis vorstellte. Ziel sei es, dass es gar nicht erst zu Vorfällen wie in der Silvesternacht in Köln komme, wo im Bereich der Domplatte hunderte von Frauen sexuell belästigt und Passanten bestohlen wurden.

Personen aus dem Kreis Borken überprüft

Martin Mester, Leiter der Gefahrenabwehr bei der Kreispolizei war in der Silvesternacht selber auf der Domplatte. "Das ist hier durchaus vorstellbar", spricht er von der möglichen Übertragbarkeit der Ereignisse. Verdächtige kommen aus unserer Region: "Auch aus dem Kreis Borken wurden Personen nach den Ereignissen in Köln überprüft".

Damit es bei den Umzügen der Karnevalisten in Wüllen, Ottenstein, Stadtlohn oder Südlohn nicht zu Geschehnissen wie in der Domstadt kommt, wird die Polizei bei den Karnevalsumzügen massiv im Einsatz sein.

Dafür erhalten die Beamten aus dem Kreis Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei, Polizei-Studenten und von der Bundespolizei. Sogar Polizeibeamte aus den Niederlanden werden bei den Umzügen dabei sein und für Sicherheit sorgen. Und auch der Innendienst der Polizei wird am Rosenmontag irgendwo in einem Umzug unterwegs sein und ein wachsames Auge auf das Geschehen werfen.

"Wir werden nicht nur Präsenz zeigen in der Form, dass sie uns sehen", betont Mester. Die Polizei wird auch in zivil unterwegs sein, um zum Beispiel mögliche Tätergruppen zu beobachten oder zu Kontrollieren. Für den Fall, dass es zu Straftaten kommt, kündigt Mester ein konsequentes Vorgehen der Polizei an.

Direkt Anzeige aufgeben

Mit Hinweis darauf, dass in der Silvesternacht in Köln nicht alle Anzeigen geschrieben werden konnten, weil die kleine Wache an der Domplatte völlig überlastet war, will die Polizei bei jedem Umzug eine Möglichkeit schaffen, wo Betroffene sofort eine Anzeige aufgeben können. "Hier haben wir aus der Lage in Köln sicher etwas gelernt", meint Mester und bittet auch um Verständnis dafür, dass viele Polizisten das bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben während eines Umzuges, zum Beispiel dem Regeln des Verkehrs, nicht leisten können.

Alle Beteiligten hoffen natürlich, dass diese Maßnahmen nicht greifen müssen und die Närrinnen und Narren in den Umzügen und am Straßenrand unbeschwert feiern können. Für Landrat Zwicher ist der Karnevalsumzug am nächsten Samstag in Gescher (24. Januar) sozusagen eine Nagelprobe in zweierlei Hinsicht: kommt es verstärkt zu Ereignissen wie in Köln und wie greift das Sicherheitskonzept der Polizei?

 

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