Mehr Plätze für Studenten in der Region

Hochschulstandort sichern

Wie steht es um den Hochschul-Standort Ahaus? Als Teil der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen gibt es den Standort seit dem Wintersemester 2009/2010. Das Problem: In der Region gibt es bisher noch zu wenige Unternehmen, die eine duale Ausbildung anbieten.

AHAUS

, 19.12.2016, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Plätze für Studenten in der Region

Um den Standort der Westfälischen Hochschule an der Parallelstraße zu sichern, müssen mehr Unternehmen aus der Region Plätze für ein duales Studium anbieten.

Wie der Präsident der Fachhochschule, Professor Dr. Bernd Kriegesmann, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, mangelt es nicht an Studenten. "Der Engpass liegt bei den regionalen Unternehmen, die Ausbildungsplätze für ein duales Studium anbieten", sagt er.

Diese duale Form war die Voraussetzung, den Ahauser Standort der FH überhaupt aufbauen zu können. Jedes Jahr seien 20 Studenten eingeplant gewesen. Aktuell schwanke die Zahl um zehn pro Semester.

Werbung machen

Das sei auf Dauer aber zu wenig. "Wir nutzen jede Gelegenheit, um Werbung zu machen", sagt er. Seit 2009 sei die FH immer wieder unterwegs, um mehr Unternehmen dafür zu begeistern, diese Art der Ausbildung anzubieten. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten sei es halbwegs gelaufen, fasst der Präsident zusammen. Danach seien die Plätze aber wieder weggebröselt. Vom Wert der dualen Ausbildung ist er überzeugt: "Wir wollen als Hochschule nichts unversucht lassen, um die Studienplätze auch in Zukunft vor Ort anbieten zu können", sagt er.

Gleichzeitig schränkt er das Engagement aber auch ein: "Es geht nicht um den Selbstzweck", sagt er, "wenn es vor Ort keinen Bedarf für so ein Angebot gibt, dann ist das auch in Ordnung." Dann würde der Standort früher oder später aufgegeben. Wann das ohne eine Änderung so weit sein könnte, mochte Bernd Kriegesmann am Montag nicht abschätzen. Erst einmal wolle er das nächste Wintersemester 2017/2018 abwarten. Und: "Jeder der sein Studium in Ahaus begonnen hat, soll auch die Gelegenheit bekommen, es hier zu beenden."

Dringender Handlungsbedarf

Für Bürgermeisterin Karola Voß besteht dringender Handlungsbedarf. "Aus Prestige für die Stadt, aber natürlich auch, um das Bildungsangebot hier vor Ort attraktiv zu halten", sagt sie. Erste Schritte in diese Richtung seien mit dem Unternehmerabend Anfang Dezember bereits gemacht. Der Verein Ahaus e.V., der für Tourismus- und Wirtschaftsförderung einsteht, hat eine Umfrage unter Ahauser Unternehmen lanciert (wir berichteten). "Da warte ich noch auf die Rückläufer", sagt Karola Voß. Wie berichtet, hatten sich im Rahmen des Unternehmerabends von Ahaus e.V. Unternehmer aus Ahaus für das Ausbildungsmodell interessiert.

Karola Voß will das Engagement aber nicht auf Ahaus und seine Unternehmen begrenzen, um den Standort zu erhalten. Möglich wäre auch, dass sich Firmen aus dem ganzen Nordkreis beteiligen. "Man muss da auch über den Tellerrand blicken", so Voß.

Duale Berufsausbildung

Ein duales Studium ist eine Mischung aus einem Hochschulstudium und fest geplanten Praxiseinsätzen in Unternehmen. Es lehnt sich an die bewährte duale Berufsausbildung an. Damit sollen Theorie und Praxis in einem einheitlichen Block vermittelt werden. Die Praxiseinsätze heben sich gegenüber Praktika bei einem normalen Studium ab, da sie in einem umfassenden Ausbildungskonzept integriert sind.

Einheitliche Definitionen für den Begriff duales Studium gibt es noch nicht. Am Standort Ahaus der Westfälischen Hochschule werden aktuell Informatik und Softwaresysteme sowie Mechatronik gelehrt.  www.w-hs.de

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