Mehr Vielfalt steht ganz oben auf der Ahauser Kundenwunschliste

mlzEinkaufsstadt Ahaus

Die liberaleren Ladenöffnungszeiten im Nachbarland Niederlande liegen vielen in Ahaus schwer im Magen. Sind aber verkaufsoffene Sonntage der Königsweg zur mehr Einkaufs-Attraktivität?

Ahaus

, 23.02.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtverwaltung und Gewerbeverein sind überzeugt, dass ein freizügigerer Umgang mit der sonntäglichen Geschäftsöffnung der Vitalität der Innenstadt zugute käme, er für den stationären Handel von großer Bedeutung sei. Das insbesondere auch vor der zunehmenden Online-Konkurrenz mit „Öffnungszeiten“ rund um die Uhr.

Die Facebook-Reaktionen auf unsere Berichterstattung, die sich mit dieser Prolematik beschäftigt hat, bestätigen sehr deutlich die niederländische Konkurrenz. Allerdings spielen die „offenen Sonntage“ bei der Begründung, Enschede Ahaus als Einkaufsort vorzuziehen, eine eher untergeordnete Rolle.

Minuspunkte für Marken-Monotonie

„Ich gehe nur in Enschede shoppen“, schreibt Sylvia Stegemann-Robers. Ihr Argument: „Ahaus hat kaum Auswahl. Zuviele Geschäfte mit denselben Marken.“ Zustimmung bekommt sie von vielen Seiten. So kritisiert auch Birger van Delden die Marken-Monotonie vor Ort und nennt auch die gute Gastronomie- und Kneipenszene rund um die Kirche als Pluspunkte für Enschede. „Mehr Abwechslung, was Mode, Marken und Preiskategorie angeht“, wünscht sich auch Lu Isa. „Was Neues muss her. Was die Jugend anspricht.“

Dass mit dem Kaufhaus Berken gerade etwas Neues entsteht, wird in einigen Einträgen nicht nur positiv gesehen. „Und dann kommt Berken, die die Modelabels/Firmen anbieten, die es in Ahaus bereits mehrfach zu kaufen gibt“, findet Nina Nathalie. „Und wenn Berken jetzt auch noch dazu kommt, noch mehr Cecil, Esprit o. Ä.“, ärgert sich auch Sylvia Stegemann-Robers.

Der Wunsch nach den „großen“ Namen

H&M, Hema, C&A, Extrablatt und Co. stehen dagegen auf der Wunschliste von mehreren Facebook-Posts. Und auch deutliche Kritik an alten politischen Entscheidungen wird laut. So habe man eine Chance vertan, meint Hubert Öllerich: „2012 standen ein Kaufhaus mit H&M, HAMA, C&A und noch einem Laden plus Café etc., gebaut vom Düsseldorfer Investor ITG, der in vielen großen Städten große Kaufhäuser betreibt, zur Wahl oder ein Kaufhaus Berken.“

Alte Chancen und neue Kritik

Wer den Zuschlag bekommen hat, ist bekannt. Daran erinnert sich Albert Roelen, Geschäftsführer der Investitions- und Treuhand GmbH (ITG), noch allzu gut. Man habe aufwändig präsentiert, die Bevölkerung befragt und das Projekt sogar in extra Broschüren vorgestellt. Die Zustimmung der Politik habe man aber nicht bekommen. Der Ahauser Rat hatte seinerzeit mit großer Mehrheit dem Kaufhaus Berken den Vorzug gegeben. „Wir bekamen einen Korb und mussten nach Hause gehen“, bewertet Roelen die Entscheidung im Nachklapp recht emotionslos. Gründe seien ihm nicht genannt worden, aber: „Ich nehme an, die hatten einfach die besseren Kontakte.“

Positiver Blick auf Ahaus

Gleichwohl hält Roelen an seinem positiven Blick auf Ahaus fest: „Das ist nach wie vor ein interessanter Standort, ein wirklich tolles Städtchen mit einer gut besetzten Innenstadt, das durchaus Gronau Konkurrenz machen kann.“ Enschede als alter Konkurrent aber bleibe wohl: „Die sind wirklich sehr breit aufgestellt.“

In Sachen H&M oder anderen „klassischen Frequenzbringern“, die auf der Wunschliste mancher Ahauser stehen, sieht der ITG-Geschäftsführer, dass das inzwischen auch nicht mehr so problemlos zu realisieren sei. Ahaus sieht er vor der „schwierigen Aufgabe, das anzusiedeln, was der Stadt von Vorteil ist.“

Für einige der Facebook-Kommtatoren heißt das in jedem Fall Abschied von alten Wegen. Kein „Haben wir immer so gemacht, wird schon irgendwie laufen...“, fordert Birger van Delden.

Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass in einigen Beiträgen Zufriedenheit mit dem Angebot in Ahaus geäußert wird. Stellvertretend steht der von Vanessa Lisseck: „Kaufe Klamotten fast nur in Ahaus. Jeans Fritz, V2, Airport bieten viel Auswahl.“

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