Bäderleiter Franz-Josef Bülter freut sich: Ab Samstag, 22. Mai, kann er das Freibad am Aquahaus wieder öffnen. Wenn auch unter sehr strengen Corona-Bedingungen und nur für einen sehr kleinen Besucherkreis. Aber der Anfang ist gemacht. © Stephan Rape
Schwimmen wieder möglich

Mit Video: Aquahaus öffnet ab Samstag unter strengen Coronabedingungen

Nach Freibadwetter sieht es noch nicht aus, trotzdem startet das Aquahaus in die Saison. Unter strengen Bedingungen und nur nach Terminbuchung via Internet können Besucher wieder Bahnen ziehen.

Wäre es ein normales Jahr, würde Franz-Josef Bülter gerade mehr oder weniger zähneknirschend das Freibad am Aquahaus öffnen. Der Blick auf den Wetterbericht verheißt für den Mai noch nichts Gutes: Regen, 14 bis 16 Grad Celsius, Wind – alles, nur kein Freibadwetter. Doch es ist eben kein normales Jahr.

„Wir öffnen, weil wir es wieder dürfen. Und weil wir den Menschen Gelegenheit zum Sport bieten wollen“, sagt der Leiter der Bäder in Ahaus und Alstätte. Und er freut sich darauf: Ab Samstagmorgen, 22. Mai, geht der Schwimmbetrieb wieder los. Zu den normalen Öffnungszeiten: an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr, montags von 12.30 bis 20 Uhr sowie dienstags bis freitags von 6.30 bis 20 Uhr.

Zunächst gilt ein strenger Regelkatalog

Auch wenn der Inzidenzwert im Kreis Borken am Donnerstag die 50er-Schwelle unterschritten hat, gibt es erst einmal einen ganzen Katalog von Regeln, an die sich die Freibadbesucher halten müssen: Die Liegewiesen sind gesperrt. Die Rutschen und Spielplätze auch. Das Wellenbad wird nicht eingeschaltet. Das Hallenbad bleibt geschlossen. Plantschen ist nicht erlaubt. Nur Bahnenschwimmen. Und das auch nur in vorher gebuchten Zeiten. Selbstverständlich müssen Besucher einen aktuellen, negativen Coronatest vorweisen können. Oder komplett geimpft oder eben genesen sein.

Trotzdem: „Die Menschen lechzen danach, wieder schwimmen zu können“, sagt Franz-Josef Bülter. Aber das gehe im Moment eben nur unter den strengen Bedingungen. „Wir wollten trotzdem so schnell wie möglich öffnen“, erklärt der Bäderleiter. Auch wenn das bedeutet, dass er die Regeln nach ein paar Tagen wieder anpassen muss, falls der Inzidenzwert stabil unter der 50 bleibt: Das wäre frühestens nach einer Woche möglich.

Vorbereitungen auf die Corona-Badesaison laufen auf Hochtouren

Seit gut einer Woche laufen die Vorbereitungen für die Öffnung unter strengen Corona-Bedingungen, die möglich ist, seit die Inzidenz die 100 unterschritten hat. Besucher müssen sich aktuell einen Termin buchen, zu dem sie schwimmen wollen. Das funktioniert ausschließlich online. „Anders bekommen wir das leider nicht gestemmt“, sagt Franz-Josef Bülter. Menschen ohne Zugang zum Internet müssen sich also noch gedulden oder sich helfen lassen.

Alle Viertelstunde können sich zehn Personen für 90 Minuten ihren Schwimmtermin buchen. „So kommen wir rechnerisch auf maximal 60 Personen, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten“, erklärt Franz-Josef Bülter. Mehr sei nicht erlaubt. Die Terminbuchung läuft über die Internetseite des Aquahauses (www.aquahaus.eu). Nach der Buchung bekommen die Besucher eine E-Mail mit einem QR-Code. Den können sie ausdrucken oder auf dem Smartphone an der Kasse des Aquahauses vorzeigen. Darüber wird auch die Kontaktverfolgung sichergestellt. „Alles nicht ganz einfach, aber es geht nicht anders“, betont Franz-Josef Bülter.

Apropos aufhalten: Erlaubt ist streng genommen nur Bahnen-Schwimmen. Klar, eine kurze Pause auf einer Bank sei natürlich auch in Ordnung. Gemütliches Sitzen auf dem Rasen oder einem Liegestuhl allerdings nicht.

Betriebswirtschaftliche Seite spielt erst einmal nur Nebenrolle

Die betriebswirtschaftliche Sicht auf den Betrieb schiebt der Bäderleiter aktuell ganz weit beiseite. „Die Kosten sind natürlich enorm“, sagt er. Dennoch stehe er auch für die wenigen Besucher fest zur Öffnung. Keine Abstriche gibt es allerdings bei den Eintrittspreisen. „Die bleiben unverändert“, sagt er. Auch wenn er jetzt schon sehe, dass das Ärger geben werde. „Die Besucher sind ja gewohnt, dass sie für den Eintrittspreis normalerweise so lange bleiben können, wie sie wollen“, räumt er ein.

Zum Vergleich: An guten Sommertagen außerhalb der Pandemie besuchen rund 4000 Gäste pro Tag das Aquahaus. Aber auch in sehr guten Jahren ist der Betrieb des Bades ein Zuschussgeschäft. „Am Ende geht es hier um Steuergelder“, macht der Bäderleiter deutlich.

Das Freibad in Alstätte ist übrigens schon seit Donnerstag wieder geöffnet. Auch dort gelten dieselben Regeln.

Unter einer Inzidenz von 50 ist alles wieder anders

Und was passiert, wenn die Inzidenz unter 50 fällt? Erst einmal müsse sie drei Tage lang stabil unter 50 bleiben, schränkt Franz-Josef Bülter ein. Dann würden die Terminbuchung und auch die Einschränkungen im Bad selbst wegfallen. „Das würden wir aber nicht direkt umsetzen, sondern erst noch ein paar Tage abwarten“, erklärt er. Aber so weit ist es ja auch noch nicht.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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