Der Nikolaus wird sich in diesem Jahr nur per Livestream an die Kinder in Ahaus wenden. (Archivfoto) © KIPPIC
Coronavirus

Mit Video: Der Nikolaus spricht im Interview den Kindern Mut zu

Der Nikolaus hat den Kindern in diesem Jahr einiges zu sagen. Per Livestream kommt er in Ahaus in die Wohnzimmer. Im Interview lobt er die Kinder und bittet sie, weiter durchzuhalten.

Auch für den Nikolaus ist in diesem Jahr alles anders als sonst. Im Interview erzählt er, wie er dieses seltsame Jahr verbracht hat, was er den Kindern mit auf den Weg geben möchte und was ihn besonders traurig macht.

Lieber Nikolaus, wie geht es Ihnen in diesen ungewöhnlichen Zeiten?

Ich bin sehr traurig, dass ich nicht zu den Kindern in Ahaus kommen und mit ihnen sprechen kann. So einen Nikolaustag wie in diesem Jahr habe ich noch nie erlebt. Ich konnte einmal nicht mit dem Pferd kommen, weil es so glatt war. Und einmal musste der große Empfang ausfallen, weil der Wind die Dachpfannen von den Dächern geholt hat. Aber ich konnte immer in die Häuser gehen und die Kinder dort besuchen. Genau das geht in diesem Jahr aber natürlich nicht.

Besonders traurig finde ich, dass ich die Menschen in den Seniorenheimen nicht besuchen darf. Auch der Empfang und der Umzug müssen ausfallen. Dabei wäre es in diesem Jahr besonders schön geworden, weil es ein Samstag ist.

Was ist denn an einem Samstag anders?

Viele Ahauser, die inzwischen weggezogen sind, kommen zum Nikolaustag zurück in die Stadt. Das ist in den Familien oft ein festes Ritual. Aber der Besuch aus Köln oder München kann natürlich nicht mitten in der Woche kommen. Deswegen sind am Wochenende immer bestimmt 100 Personen mehr auf dem Schlossplatz. Ich habe viele Briefe bekommen von Familien, die es sehr schade finden, dass dieser Ausflug in diesem Jahr ausfallen muss.

Haben Sie darüber nachgedacht, eine Veranstaltung mit Abstand zu machen?

Ja, wir haben sehr lange überlegt, wie wir die Kinder in Ahaus trotz allem besuchen können. Aber es wäre im Moment einfach nicht zu verantworten. Knecht Ruprecht hat vor ein paar Wochen zu mir gesagt: Nikolaus, du könntest bei deinem Besuch das Virus in die Familien tragen. Und das will ich natürlich auf keinen Fall. Ich möchte Freude verbreiten und nicht Kummer und Leid. Deswegen haben wir uns letztendlich für einen Livestream entschieden. So kann ich wenigstens zu den Kindern sprechen.

Wie haben Sie dieses ja doch seltsame Jahr verbracht?

Ich habe vieles beobachtet, was ich mit den Kinden besprechen möchte. Ich habe viele Briefe bekommen und mich durch mein großes Buch gearbeitet.

Was ist Ihnen dabei aufgefallen?

Natürlich hat die Corona-Pandemie das Jahr geprägt. Viele Kinder haben die Auswirkungen unmittelbar erlebt. Sie durften nicht in die Schule oder in den Kindergarten. Sie durften nicht auf dem Spielplatz spielen und haben ihre Freunde vermisst. Einige haben mir berichtet, dass sie den digitalen Unterricht nicht so interessant fanden wie den normalen Unterricht. Es war eine sehr herausfordernde und verunsichernde Zeit.

Nikolaus per Livestream

Wie haben die Kinder das gemeistert?

Sie sind ungemein kreativ geworden. Mit der Familie haben sie viel unternommen und die Natur ganz neu entdeckt. Viele haben wieder angefangen zu malen und zu basteln. Geschwister sind enger zusammengerückt. Aber es gab auch Familien, in denen die Zeit sehr stressig war. Die Kinder haben Fragen gestellt, auf die die Eltern nicht immer Antworten hatten. Das führt natürlich auch mal zu Streit. Aber insgesamt haben alle ganz viel Nachsicht und Geduld bewiesen.

Was geben Sie den Kindern für das nächste Jahr mit auf den Weg?

Es ist ganz wichtig, dass sie sich an die Regeln halten. Abstand halten, Hände waschen, eine Maske tragen und Lüften. Das ist nicht immer einfach, ich weiß. Aber die Gesundheit ist unser höchstes Gut und damit sollten wir nicht leichtfertig umgehen.

Sie selbst gehören ja auch wegen Ihres Alters zur Risikogruppe. Geht es Ihnen gut?

Ja, mir geht es gut. Auch weil ich mich ganz verstärkt an die Regeln halte. Es ist mir manchmal schwer gefallen, weil ich viele Kontakte nicht wahrnehmen konnte. Aber zum einen möchte ich selbst nicht krank werden und zum anderen möchte ich auf keinen Fall andere anstecken. Ich habe viele Helfer und fühle mich auch meinen Mitmenschen gegenüber verantwortlich. Außerdem möchte ich ja im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder die Kinder in Ahaus besuchen.

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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