Das Next wurde von der Diskothek zur Impf-Fabrik. Wolfgang Pierick ließ sich dort am Samstag von Frau Dr. Stefanie Schmickler impfen. © Laura Schulz-Gahmen

Mit Video: Impfung in der Ahauser Disco Next kommt gut an

In einer etwas ungewöhnliche Umgebung wurde am Samstag Corona-Impfstoff an Impfwillige verabreicht: Zwischen Spirituosen, bunten Lichtern und entspannter Loungemusik.

Es regnet, Menschen stehen mit Schirmen bewaffnet vor der Discothek Next in Ahaus. Eigentlich kein ungewöhnliches Bild, wäre da nicht Corona. Denn die Menschen tragen Masken und warten vor der Tür auf den Eintritt in eine sicherere Zukunft statt auf den Dancefloor.

Die Impf-Fabrik im Next ist eine Kooperation zwischen Tobit.Labs und dem Augenzentrum Nordwest. „Wir stellen die Räume zur Verfügung und die Software und die Ärzte können die Räume dann für Impfungen nutzen“, sagt Peter Sommer, Projektentwickler bei den Tobit.Labs, im Gespräch mit der Redaktion.

Ärzte auf unterschiedliche Floors aufgeteilt

Zuerst muss man sich einchecken, entweder mit einem QR-Code oder manuell. Auf dem Boden sind in regelmäßigen Abständen QR-Codes angebracht, sie zeigen auch die Richtung, in die man sich fortbewegen muss.

Die Patienten werden dann nach dem Check-In auf verschiedene Floors aufgeteilt, in denen normalerweise laute Musik spielen würde. Am Samstag, 22. Mai, wird auch Musik gespielt, allerdings leisere Loungemusik. Dort wartet jeweils ein Arzt des Augenzentrums. Im dritten Raum ist Frau Dr. Stefanie Schmickler und klärt einen Patienten vor der Impfung auf.

Termin innerhalb von wenigen Tagen

Im Wartebereich für den Floor von Stefanie Schmickler sind Sitzplätze mit Tischen durch Plexiglasscheiben abgetrennt. In einem dieser abgetrennten Wartebereiche sitzt Wolfgang Pierick (59).

Er hat über Freunde von der Möglichkeit erfahren, sich für einen Impftermin in der Impf-Fabrik im Next anzumelden. „Ich hab mich einfach angemeldet und innerhalb von ein oder zwei Tagen habe ich einen Termin bekommen“, sagt der 59-jährige Coesfelder zufrieden. Dazu hat er sich einfach regelmäßig bei der ChaynsApp eingewählt und sich direkt angemeldet.

Keinen Termin auf anderem Weg bekommen

Vorher hat Wolfgang Pierick eher negative Erfahrungen gemacht, wenn er an einen Impftermin kommen wollte „bei der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Kreis Borken“. Und das obwohl er zur Priorisierungsgruppe drei gehöre. Er ist Kontaktperson für eine zu pflegende Person.

Alle Versuche an einen Impftermin zu kommen, seien bisher anderweitig gescheitert. „Aber vielleicht habe ich mich auch zu spät dafür angemeldet, das kann natürlich sein“, gibt er zu bedenken.

„Sieht alles professionell aus“

In seinen Augen gebe es allerdings allgemein viel Chaos was das Thema Impfen angeht. „Aber wer zuerst kommt, der malt auch zuerst“, so Pierick. Von der Impf-Aktion im Next ist der 59-Jährige aber begeistert. „Es ist ungewöhnlich mit der Beleuchtung und so, sieht aus wie ein Spaßamt“, sagt er und lacht.

Während auf den Floors im Next fleißig geimpft wurde, warten die Spirituosen hinter der Bar weiterhin auf geduldig auf Clubbesucher, die zum Tanzen und Trinken kommen.
Während auf den Floors im Next fleißig geimpft wurde, warten die Spirituosen hinter der Bar weiterhin auf geduldig auf Clubbesucher, die zum Tanzen und Trinken kommen. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Es sei viel umfunktioniert worden und ein großer Aufwand betrieben worden, um die Aktion auf die Beine zu stellen, das sehe man. „Aber es sieht wirklich alles professionell aus“, sagt Wolfgang Pierick im Gespräch mit der Redaktion. Er habe um 11 Uhr den Termin gehabt und um 11 Uhr sei er auch bereits im Wartebereich gewesen. Seine Stimmung vor der Impfung ist entspannt. Angst habe er keine vor der Spritze.

„Das hab ich kaum gespürt“

Der eigentliche Piekser ist dann für Wolfgang Pierick überhaupt kein Problem. Er bekommt die Spritze in den linken Arm, weil er Rechtshänder ist. „Das tat überhaupt nicht weh, ich hab es kaum gespürt“, resümiert er. Der 59-Jähirige hat den Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Bedenken deswegen hat er keine.

Er soll nach Anweisung von Frau Dr. Stefanie Schmickler noch etwas warten, danach kann er auf dem großen Floor noch etwas trinken, sich noch ein wenig hinsetzen und anschließend den QR-Codes zum Ausgang folgen. An einen Termin für seine zweite Impfung wird er automatisch durch die ChaynsApp erinnert.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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